Identität

Identität – Das Ich neu entdecken

 

„Wer bin ich – und wenn ja, wieviele?“ So lautet der Titel eines Bestsellers des Philosophen Richard David Precht aus dem Jahr 2007. Auch Christen beschäftigt die Frage nach ihrer Identität immer wieder. Was macht mich aus? Was hat meine Identität mit meiner Beziehung zu Jesus zu tun? Wir möchten Sie bei der Suche nach Antworten unterstützen. Wir unterteilen dieses komplexe Thema auf dieser Seite in vier Unterthemen, damit Sie leichter die Themenbereiche finden, zu denen Sie konkrete Fragen haben.

Zum Einen ist für Christen natürlich ihre Identität in der Beziehung zu Gott wichtig. Gott verspricht uns, dass wir seine Kinder sind. Gleichzeitig haben wir die Aufgabe Nachfolger Jesu zu sein. Was das konkret für Sie bedeutet, erfahren Sie unter „Meine Identität als Christ“.

Darauf aufbauend ist es aber auch entscheidend für meine Identität, wie ich selbst über mich denke. Wie sehe ich mich? Mag ich mich oder eher nicht? Zu diesen Fragen erhalten Sie wichtige Impulse unter „Meine Identität als Mensch“.

Doch natürlich macht mich als Person ebenso aus, wie ich mit anderen interagiere. In den beiden Themenbereichen „Meine Identität als Mitmensch“ und „Meine Identität als Mann/Frau“ dreht sich alles darum, wie ich mich anderen Menschen gegenüber verhalte und meine eigene Rolle finde.

 


1. Identität als Mensch

Wir alle sind wer. Aber was macht mich aus? Wie definiere ich mich als Mensch? Wie viel Individualität ist gesund und wo ist es besser, sich anzupassen? Man muss sich irgendwie definieren, sonst ist man ein Niemand, oder? Aber wer definiert, was mich abseits von Name, Adresse und Beruf ausmacht? Nur ich selbst oder gibt es feste Größen?

Interessant ist zum Beispiel, dass jeder Mensch unverwechselbar ist – allein durch seine Gene. Aber auch durch „simple“ Fingerabdrücke oder das Gebiss. Das „Wer wars?“ wird von Kriminalbeamten anhand unverwechselbarer Merkmale bestimmt. Dass das nicht nur Nachteile für Täter hat, sondern auch Vorteile, um sich der eigenen Einzigartigkeit bewusst zu werden, beweist Katrin Faludi in dem Artikel „Die DNA verrät den Täter“:
 

 

 

ERF Mitarbeiter zum Thema „Identität als Mensch“

 

 


„Nur auf der Durchreise“

Wenn Redaktionsleiterin Tanja Rinsland die Frage gestellt wird, „Wo kommst du eigentlich her?“, wird sie verlegen. Eine eigentlich harmlose Frage, aber sie findet keine zufriedenstellende Antwort darauf:
 

„Als Tochter von Brasilien-Missionaren bin ich mit zwei Kulturen aufgewachsen und fühle mich eigentlich nirgendwo Zuhause. Oft habe ich verzweifelt versucht herauszufinden, wo ich hingehöre – vielleicht auch, um zu verstehen, wer ich bin. ‚Saudade‘ ist das schönste Wort der brasilianischen Sprache. ‚Saudade‘ ist außerdem unübersetzbar. Vielleicht könnte man es am besten als eine Mischung aus Heimweh, Sehnsucht und Melancholie erklären. Dieses lähmende, dumpfe Gefühl, dass mich immer dann überkommt, wenn gute Dinge zu Ende gehen. Oder wenn ich aus dem Fenster eines Zuges schaue und weiß, dass bei Ankunft niemand auf mich wartet. ‚Saudade‘ hat man nach etwas: nach Freunden, nach Familie - aber auch nach Straßen und Gerüchen, nach Stimmungen und Stimmen, die eine Seite in mir haben klingen lassen, die ich schon lange nicht mehr gehört habe. – Ein Einblick in die Gefühlswelt einer Heimatlosen, die trotzdem angekommen ist.“

 

Die Frage nach der eigenen Identität stellen sich aber nicht nur Menschen, die in verschiedenen Kulturen aufgewachsen sind. Auch Jenny Jansen hat sich lange gefragt: Wer bin ich eigentlich? Sie ist adoptiert und sucht lange Jahre nach ihrer leiblichen Mutter. Von ihrer Adoptivmutter hört sie lange Zeit nur: „Das geht dich nichts an!“ Mit 16 Jahren erfährt sie zum ersten Mal den Vornamen ihrer Mutter, mit 18 schreibt sie Jugendämter an, um ihre Mutter zu finden. Doch auch hier kommt sie zunächst nicht weiter. In der Sendung ERF MenschGott erzählt sie von ihrer Suche nach Identität und dem schönsten Moment in ihrem Leben, als sie endlich ihre Mutter traf.

 

 

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2. Identität als Mitmensch

Manche Menschen stellen fest, dass sie verschiedene Rollen einnehmen, je nachdem, in welcher Umgebung sie sich befinden. Es scheint, man muss sich immer wieder neu erfinden, um seiner Umgebung gerecht zu werden. Das kann anstrengend werden. Was ist die Konstante, die mich ausmacht – egal in welcher Umgebung ich mich gerade bewege?

 

Die Frage nach der eigenen Identität ist aufgrund der vielen Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen sind, besonders aktuell. Wie verhalte ich mich gegenüber den vielen Menschen, die Hilfe suchen? Heiße ich sie willkommen oder empfinde ich meine neuen Mitmenschen als störend? Und wie ist das für die Flüchtlinge, die ihre Heimat verlassen haben und für die jetzt alles neu ist? Diesem Thema hat sich Joachim Bär in einem Artikel gewidmet:
 

Joachim Bär (Foto: ERF Medien)

Die vielen Flüchtlinge, die gerade in unser Land strömen, weil sie vor Krieg und Verfolgung fliehen, sind entwurzelt und heimatlos. Sie sind auf der Suche nach einer neuen Heimat, weil machtgierige Despoten sie aus ihrem Land treiben. 2015 sind so viele Flüchtlinge nach Deutschland gekommen wie nie zuvor. Das verändert unser Land - und wirft Fragen auf: Wer sind wir Deutschen? Wer wollen wir sein? Und was bedeutet Heimat für Christen? Die persönliche Spurensuche macht deutlich: Es ist Zeit, wirklich nach Hause zu kommen… – Joachim Bär 

 

 

Wenn Sie den Rest des Artikels oder weitere Artikel zum Thema Identität lesen möchten, dann finden Sie hier die Online-Ausgabe unseres Magazins ERF ANTENNE:

 


Nicht erst seit der Flüchtlingskrise stellt sich die Frage: „Wer bin ich eigentlich bei anderen?“. Schon in der Familie prägen Menschen einander. So hat zum Beispiel die Geschwisterkonstellation oft einen großen Einfluss darauf, wie ich mich selbst entwickle. Bin ich eine typische Erstgeborene und erziehe mein Geschwisterkind gleich mit? Oder bin ich das Nesthäkchen und durfte daheim praktisch alles? Diese Erfahrungen prägen auch den weiteren Umgang mit meinen Mitmenschen.



Eine andere Art der Familie ist die Gemeinde. Denn Christen sehen sich als Brüder und Schwestern. Hier dazu zu gehören, bedeutet für sie, eine zweite Familie neben den leiblichen Eltern und Geschwistern zu haben. Immer wieder berichten Menschen, dass sie in einer christlichen Gemeinde den Beistand erlebt haben, den sie sich von ihrer Familie erwünscht hätten.

 

 

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3. Identität als Frau / Mann

Was bedeutet es, Mann zu sein? Wie verhält man sich als Frau? Welche Eigenschaften unterscheiden Männer und Frauen? Hier finden Sie Antworten auf die eigene geschlechtliche Identität. 

 

„Wann ist ein Mann ein Mann?“ – diese Frage stellt der Sänger Herbert Grönemeyer in seinem 1984 veröffentlichten Lied „Männer“. Auch Kinder merken oft schon in einem frühen Alter, dass Jungen und Mädchen unterschiedlich sind und richten erste Fragen an ihre Eltern. Doch wie hat Gott sich das mit Mann und Frau gedacht? Auf diese Fragen gibt der Artikel „Mann und Frau: Eins und doch verschieden“ biblisch fundierte Antworten:
 


 

Theoretische Antworten helfen häufig nicht weiter, wenn Menschen unsicher sind, wie sie ihre Identität als Mann oder Frau leben sollen. Christof Kiehne hat dies selbst erlebt. Aus dem Gedanken „Ich bin nicht so wie meine Brüder“ entwickelte sich bei ihm eine homosexuelle Neigung. Irgendwann belastet ihn diese Situation so stark, dass er zu Gott sagt: „Ich kann das nicht mehr aushalten. Das macht mich kaputt. Wenn du jetzt nichts tust, werde ich die Beziehung zu dir und zur Therapiegruppe beenden und eine Beziehung mit einem Mann anfangen.“

Tatsächlich erlebt er Gottes Eingreifen, nach und nach ändern sich die Gefühle und durch den Glauben an Gott merkt er schließlich: „Jetzt habe ich meine Identität gefunden.“

 

Wichtig um die eigene Identität als Mann oder Frau zu finden, ist oft die Familie. Pastor und Seelsorger Kai Mauritz erklärt dies im Interview:

 

Man geht heute davon aus – so komplex Familiensituationen auch sind – dass Vater und Mutter beide für die Identitätsentwicklung wichtig sind. Mütter geben Wärme, Nähe und Sicherheit. Die Mutter ist im ersten Lebensjahr die wichtigste Bindungsperson, an der ein Mensch Sicherheit lernt. [...] Der Vater ist derjenige, der einem Kind mitgibt, was es ausmacht, Mann oder Frau zu sein. Pastor und Seelsorger Kai Mauritz

 

Pastor und Seelsorger Kai Mauritz (Foto: privat)

Doch was, wenn Menschen diese identitätsstiftenden Erfahrungen in der eigenen Familie nicht gemacht haben? Kai Mauritz erklärt, dass der Schmerz darüber zwar meist bis ins Erwachsenenalter bestehen bleibe, gleichzeitig aber Verarbeitung der erlebten Versäumnisse möglich und heilsam sei.


Wie Frauen konkret mit solchen alten Wunden umgehen und sich ihrer eigenen Identität stärker bewusst werden können, ist auch ein Thema für die Autorin Stacy Eldredge. In ihrem Buch „Werden, wie du mich siehst“ rät Eldredge Frauen, die an Versäumnissen durch ihre Eltern leiden, dazu, diese zu betrauern. Denn erst das Betrauern dessen, was man in der Kindheit vermisst hat, macht Heilung möglich. Auch rät sie Frauen davon ab, sich durch ständige Selbstzweifel oder sogar negative Gedanken selbst herabzuwürdigen. Eldredge schreibt dazu: „Wie wir etwas nennen, wie wir genannt werden, ob gut oder schlecht, wird sich auf unser Leben auswirken.“
 

 

Doch wie können Männer ihre Identität als Mann finden? Konstantin Mascher von der Offensive Junger Christen macht christlichen Männern Mut zu mehr Aggression. Damit befürwortet er nicht Gewalt oder ungezügelte Worte, sondern den Mut dazu, „etwas anzupacken, etwas umzusetzen oder etwas zu verteidigen." Für Mascher gehört zu einer solchen positiven Aggression auch dazu, dass man die Angst ablegt, etwas falsch zu machen. Heilige Männer seien die, die ihre Fehler bekennen und darüber hinauswachsen.

 

 

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4. Identität als Christ

Wer bin ich? Eigentlich ließe sich diese Frage für Christen recht leicht beantworten. Gotteskind, Christusnachfolger und Ebenbild Gottes sind nur einige Rollen, die die Bibel dem Menschen zuschreibt. Doch wie füllen wir diese Rollen in unserem Alltag aus?

 

Während der eine im Engagement für die Kirchengemeinde aufgeht, will der andere raus auf die Straße, um Fremden von Gott zu erzählen. Dass das auch auf ganz andere Weise funktioniert, erzählt Maria Anna Leenen in ihrem Roman „Ganz weit draußen“. Das Besondere daran ist: Sie lebt als Eremitin, also als Einsiedlerin, in einer kleinen Klause fernab des Trubels unserer modernen Welt und verbringt ein Leben ohne Luxus – ganz in der Konzentration auf Gott.
 

 

Der Spruch „It takes a village to raise a child" – „Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen" beweist, dass ich auch jemand bin, der von außen geformt wurde. Und natürlich kann Gott mich ganz besonders formen. „Ich bin der, den Gott aus mir macht" ist die Quintessenz eines Liedes der Bethel Church ft. Brian Johnson.

Für den Vorstandsvorsitzenden von ERF Medien, Dr. Jörg Dechert, ist klar: Wer seine Identität bei Gott festmacht, weiß, wer er ist: „Das Neue Testament ist voll von Fragen, die Jesus seinen Freunden und Nachfolgern gestellt hat. ‚Wer bin ich?‘, hat Jesus sie nie gefragt."
 

Egal ob im Gespräch mit seinen Freunden oder der Auseinandersetzung mit seinen Kritikern: Jesus wusste immer mit absoluter Sicherheit, wer er ist. Was er tat. Worauf er seine Hoffnung setzte. Für Jesus war seine eigene Identität als Sohn Gottes gesetzt. Deshalb konnte Jesus in aller Klarheit sagen: ‚Ich bin der Weg. Ich bin die Wahrheit. Ich bin das Leben.‘ Deshalb konnte Jesus Menschen herausfordern, ihre eigenen ‚Wer bin ich?‘-Fragen an ihm auszurichten. Ihre unverrückbare Identität an Jesus festzumachen. Das ist bis heute so. Christen sind Menschen, die zu Jesus sagen: Meine Identität ist untrennbar mit dir verbunden. Du bist mein Weg, meine Wahrheit und mein Leben.

Christen sind Menschen, die zu Jesus sagen: Meine Identität ist untrennbar mit dir verbunden. Du bist mein Weg, meine Wahrheit und mein Leben.

 

 

Doch sind für Christen damit alle Fragen ihrer Identität betreffend beantwortet? Sicherlich nicht. Denn auch wenn Jesus uns zusagt, wer wir sind, bleibt es an uns unsere Rolle anzunehmen und auszufüllen. Was etwa bedeutet der Begriff Gotteskind konkret für mich? Oder wie kann ich Ebenbild Gottes sein? Wenn man sich diesen Fragen ernsthaft stellt, ist das mit der Identität in Christus gar nicht mehr so leicht.

Eine der ersten Fragen, die hier bei vielen Christen aufkommen, ist die nach der eigenen Berufung. Wozu hat Gott mich geschaffen? Was ist seine Aufgabe für mich? Dabei kann man auf zwei Arten vom Pferd fallen: Entweder, indem man Berufung als eine Art Selbstverwicklichungstrip ansieht und sich nur zu dem berufen fühlt, was man besonders gut kann. Oder indem man sich selbst aufgrund seiner Schwächen als unbrauchbares Werkzeug wahrnimmt. Doch: Selbst Schwächen, selbst Schuld und Verletzungen disqualifizieren nicht für Gottes Berufung. Entscheidender als besondere Begabungen ist nämlich die Bereitschaft sein Leben Gott zur Verfügung zu stellen.

Wenn Sie dieses Thema anspricht, lesen Sie dazu auch den Artikel „Was hat Gott mit mir vor?“ auf unerer Glaubens-FAQ Seite. Gerne helfen wir Ihnen auch ganz praktisch, Ihre Berufung zu finden mit unserem ERF Workshop „Meine Berufung“.
 

 

Doch nicht nur die Thematik der eigenen Berufung bewegt Christen, wenn sie darüber nachdenken, was ihre Identität als Christ ausmacht. Auch die Frage danach, wie man Jesus ähnlicher werden kann, spielt eine wichtige Rolle. Heiligung nennen Christen diesen Prozess. Auf unserer Seite Glaubens-FAQ haben wir diesen Prozess so definiert: „Heiligung beschreibt eine prozesshafte Erneuerung und Reinigung von allem, was von Gott trennt. Sie beginnt mit der Hinwendung zu Gott (Bekehrung) und hat das Ziel, Jesus immer ähnlicher zu werden. Damit sind Christen nicht nur Nachfolger Jesu, sondern auch seine Nachahmer. Sie sollen ein Leben führen, das mehr und mehr Jesu Art zu denken und zu leben verinnerlicht und übernimmt.“

Das klingt ganz schön herausfordernd, doch entscheidend ist nicht allein das eigene Bemühen, sondern Gott erst gibt mir die Fähigkeit, ihm ähnlicher zu werden. Heiligung ist also im besten Sinne Teamarbeit zwischen Mensch und Gott: Damit gehört beides zusammen: Mein tiefster Wille und größte Anstrengung, gleichzeitig Gottes verändernde Kraft. Gott nimmt mich als sein Geschöpf ernst, gegen meinen Willen wird er mich nicht heilig machen. […] Heiligung ist Teamwork, das sich wohl am besten so beschreiben lässt: Weil Gott mir hilft, kann ich meinen Teil beitragen.

Heiligung ist Teamwork, das sich wohl am besten so beschreiben lässt: Weil Gott mir hilft, kann ich meinen Teil beitragen.

 

 

 

Ist das Leben als Christ dann vor allem Anstrengung? Muss ich etwas leisten, um meine Identität als Christ auszufüllen? Der Autor John Ortberg verneint dies. Er stellt sich hinter die Aussage des Philosophen Dallas Willard: „Das Wichtigste im Leben ist nicht das, was du tust, sondern wer du wirst. Denn genau das wirst du in Gottes Ewigkeit mitnehmen.“

Die Arbeit an unserer eigenen Seele ist damit für Ortberg die wichtigste und erste Aufgabe, um unsere Identität als Christ zu be- und ergreifen. Denn, so ist Ortberg überzeugt: „Ich und niemand sonst bin verantwortlich für das Wohlergehen meiner Seele.“  Wie eine gute Seelenfürsorge aussieht, dazu gibt Ortberg in seinem Buch „Hüter meiner Seele“ hilfreiche Tipps, von denen wir einige im Serviceartikel „Den Hunger der Seele stillen“ zusammengefasst haben:
 

 

 

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