Warum Jesus?

Warum Jesus? 

Sein Weg, seine Wahrheit – mein Leben?

 

Perfekter Mensch, frommer Spinner, Gottes Sohn: Wer ist Jesus Christus wirklich und was hat er mit mir zu tun? Jesus steht im Zentrum des christlichen Glaubens. Dabei geht es nicht nur darum, an bestimmte Lehren zu glauben oder gewisse Gebote zu befolgen. Es geht um die Beziehung zu Jesus und um das, was seine Identität ausmacht.
 

 

5 unglaubliche Jesus-Fakten

 


Jesus war ein Mensch aus Fleisch und Blut. Er hat geweint und gelacht, sich gefreut und getrauert, er konnte ärgerlich werden und hat gegessen, getrunken, gefeiert. Er war müde, fror und empfand Schmerzen. Aber Jesus war mehr als ein Mensch – das hat er selbst oft genug betont. Zahllose Menschen haben im Lauf der letzten 2.000 Jahre den auferstandenen Jesus erlebt, Menschen aller Nationalitäten, Kulturen und Hintergründe. Wer Jesus ist und welche Rolle er im eigenen Leben spielt, findet seine Antwort also nicht nur im Studium der Bibel, sondern auch im persönlichen Erleben.

 


Aktuellste Beiträge zum Thema

Vorschaubild: „Komm Herr Jesus ...“

ERF Gottesdienst / 06.10.2019

„Komm Herr Jesus ...“

ERF Gottesdienst mit Dr. Andreas Uecker aus der ev. Kirche in Damsdorf.




Warum Jesus? Warum ist dieser Mann für den christlichen Glauben so wichtig? Das ist eine Frage, die sich auch die Volkskirchen wieder neu stellen sollten. Denn laut Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen“, kurz forsa, vom Januar 2019 hat die evangelische Kirche massiv an Vertrauen verloren. Nur noch 38 Prozent der Deutschen vertrauen ihr – das ist ein Verlust von 10 Prozentpunkten innerhalb eines Jahres. Bei der katholischen Kirche sind es sogar nur noch 18 Prozent der Bürger. Könnten die Kirchen verlorengegangenes Vertrauen zurückgewinnen, wenn sie sich auf ihren Gründer Jesus fokussieren und die Frage beantworten würden, warum es diesen Jesus braucht?

Auch die engsten Freunde von Jesus konnten die Frage „Warum Jesus?“ erst nach vielen tief greifenden Erlebnissen beantworten. Die gewonnene Gewissheit bezeugten sie kompromisslos: „Nur Jesus kann den Menschen Rettung bringen. Nichts und niemand sonst auf der ganzen Welt rettet sie.“ (Apostelgeschichte 4,12). Dieser Ausschließlichkeitsanspruch unterschied das Christentum von der griechisch-römischen Götterwelt. Der Retter Jesus konnte nicht einfach in das vorhandene System der vielen Götter integriert werden. Er war ganz anders. Er selbst behauptete, der einzige Weg zu Gott zu sein.

 


Hat Jesus wirklich gelebt?

Jesus ist zweifellos eine wichtige Person der Geschichte. Die gesamte Zeitrechnung der westlichen Welt orientiert sich an Jesus Christus. Millionen Menschen rund um den Globus zählen zu seinen Nachfolgern. Aber wie kann man seine Existenz beweisen?
 

Jesus in historischen Quellen

Beginnen wir bei historischen Quellen. Die meisten römischen Chronisten berichten über Christen erstmals Anfang des 2. Jahrhunderts. Thallus verfasst bereits im ersten Jahrhundert einen Überblick über die Geschichte des östlichen Mittelmeerraums vom Krieg um Troja bis zu seiner Gegenwart. Er versucht darin, die Wunder rund um Jesus und seinen Tod zu widerlegen – seine Existenz setzt er damit aber voraus. Auch Sueton, Tacitus und Plinius der Jüngere erwähnen Jesus, seine Kreuzigung und das Christentum am Rande, während sie über Rom und seine Provinzen berichten.

Der Grieche Lukian von Samosata verfasste um das Jahr 170 einen Text, in dem er sich mit Jesus auseinander setzt. Dort schreibt er: „Übrigens verehrten diese Leute (die Christen) den bekannten Magus, der in Palästina deswegen gekreuzigt wurde, weil er diese neuen Mysterien in die Welt eingeführt hatte. Diese armen Leute haben sich in den Kopf gesetzt, dass sie mit Leib und Seele unsterblich werden, und in alle Ewigkeit leben würden: Daher kommt es dann, dass sie den Tod verachten und viele von ihnen ihm sogar freiwillig in die Hände laufen.“
 



 

Jesus in jüdischen Berichten

Die älteste außerbiblische Erwähnung von Jesus kommt von dem jüdischen Historiker Flavius Josephus (27 bis 100 nach Christus). In seinen „Jüdischen Altertümern“ berichtet er von der Hinrichtung eines Jakobus. Nach seiner Darstellung wurde der Bruder von Jesus „der Christus genannt“. Auch spätere jüdische Schriften beziehen sich auf Jesus – in manchen wird er dabei als falscher Messias bezeichnet.
 

Jesus in der Bibel

Die wichtigsten Berichte über Jesus Christus sind die seiner Nachfolger, die vier Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Sie erzählen ziemlich ausführlich von Jesus, seinem Leben und Sterben. Entstanden sind die Evangelien nicht durch direktes Mitschreiben während er mit den Jüngern durch Galiläa zog. Erst Jahrzehnte danach verfassten die vier Schreiber ihre Texte aus der Erinnerung. Sie gelten heute historisch gesehen als relativ nah an der Person und seinem Umfeld. In den vier Evangelien gibt es Texte mit großer Übereinstimmung bei zentralen Inhalten, aber auch mit deutlichen Unterschieden in vielen Details. Gerade dies unterstreicht für Historiker ihre Glaubwürdigkeit als Quellen.

 

Gegner und Skeptiker bezeugen seine Existenz

Die Existenz eines Menschen der Antike ist insgesamt schwer beweisbar. Doch die oben beschriebenen Quellen sind in völlig verschiedenen Zusammenhängen entstanden. Ihre Autoren sind Gegner, Skeptiker und Sympathisanten des Christentums. Allen sehen keinen Grund darin, die Existenz von Jesus Christus zu bezweifeln.


 


ERF Mitarbeiter zum Thema „Warum Jesus?“



 


Wer ist Jesus?

Mit der Frage „Wer ist Jesus?“ steht und fällt der christliche Glaube – und damit auch die Frage danach, ob und wie sich sein Leben auf unser Leben auswirkt. Alle Jahre wieder wird er zu Gelegenheiten wie Ostern und Weihnachten von den Medien zum Thema gemacht: Jesus. So gut wie jeder Mensch hat seinen Namen schon einmal gehört – zumindest in der westlichen Welt.
 

Ist Jesus wirklich Gott?

Schon im ersten Jahrhundert gab es eine Vielzahl von Positionen und Gruppierungen: Die Monarchianer gingen zum Beispiel davon aus, dass Jesus ein ganz normaler Mensch war, der erst bei seiner Taufe mit göttlicher Kraft erfüllt wurde. Gott hat Jesus bei diesem Ereignis quasi adoptiert. Auch für die Arianer war Jesus nicht Gott, sondern nur ein Mensch – auch wenn er Gott von allen Geschöpfen am nächsten steht. Für die Anhänger des Doketismus war zwar klar, dass Jesus Gott ist, aber sie fragten sich, wie er gleichzeitig Mensch sein konnte. Ihrer Überzeugung nach hatte Jesus nur einen Scheinleib, war also kein wirklicher Mensch.


Die geistlichen Vordenker der damaligen Zeit trafen sich immer wieder auf Konzilen, um über diese Fragen zu diskutieren. Die Ergebnisse wurden – nicht immer einheitlich und manchmal auch mit schwerwiegenden Konsequenzen für Andersdenkende – in verschiedenen Bekenntnisschriften festgehalten. Wie haben sich die frühchristlichen Theologen bei ihren Disputen entschieden? Im Christus-Bekenntnis von Chalcedon (451 n. Chr.) heißt es:
„Wir folgen also den heiligen Vätern und lehren alle einmütig, einen und denselben Sohn zu bekennen, unseren Herrn Jesus Christus. Derselbe ist vollkommen in der Gottheit und derselbe vollkommen in der Menschheit, derselbe wirklich Gott und wirklich Mensch aus einer vernünftigen Seele und einem Körper. Er ist dem Vater wesensgleich nach der Gottheit und derselbe uns wesensgleich nach der Menschheit, in jeder Hinsicht uns ähnlich, ausgenommen der Sünde.“

Wir folgen also den heiligen Vätern und lehren alle einmütig, einen und denselben Sohn zu bekennen, unseren Herrn Jesus Christus. Derselbe ist vollkommen in der Gottheit und derselbe vollkommen in der Menschheit… – Christus-Bekenntnis von Chalcedon

 

 

Wie kann er Gott und Mensch gleichzeitig sein?

Nach altkirchlicher Lehre ist Jesus also sowohl Gott als auch Mensch, ein Entweder-Oder lehnen die Autoren ab. Aus heutiger Sicht kann man sich fragen, ob sich diese ganzen Streitereien gelohnt haben. Solange ich Jesus als Vorbild anerkenne und versuche, so zu leben wie er, spielt es doch nur bedingt eine Rolle, ob Jesus Gott ist oder nur ein göttlich-inspirierter Mensch war. 

Es gibt zahlreiche biblische Texte, die die beiden Naturen von Jesus beschreiben. Keiner löst jedoch das Rätsel, wie es sein kann, dass jemand Gott und Mensch zugleich ist. Wer die Bibelstellen miteinander vergleicht und mit anderen darüber diskutiert, stößt an die Grenzen seiner Vorstellungskraft und seines logischen Denkvermögens. So ist alleine schon der zitierte Text aus Jesaja rätselhaft. Jesus wird dort als ewiger Vater bezeichnet. Das zeigt zwar die Göttlichkeit Jesu, wirft aber auch die Frage auf, wo die Trennung zwischen Gott-Vater und Gott-Sohn verläuft. Zu wem hat Jesus gebetet, als er auf der Erde war? Zu einem Teil von sich selbst, zu einer anderen Person? Auf der anderen Seite: Ist es überhaupt legitim, von einer Trennung zu sprechen? Denn das würde wiederum bedeuten, dass es zwei verschiedene Götter gibt. Das Christentum lehrt aber ebenso wie das Judentum einen Monotheismus, den Glauben an nur einen einzigen Gott.
 

Bilder helfen dabei, dieses Paradoxon zu verstehen. So gibt es Wasser in drei Aggregatzuständen: flüssig, fest und gasförmig. Trotzdem handelt es sich immer um Wasser. So sind auch Gott-Vater, -Sohn und -Heiliger Geist voneinander verschieden und doch nur ein Gott. Auch als Menschen nehmen wir unterschiedliche Rollen und Positionen wahr: Eine Frau kann zum Beispiel Tochter, Mutter und Ehefrau sein und ist dabei doch nur eine Person. Eine Salatsoße besteht in der Regel aus Essig und Öl. Schüttelt man sie, vermischen sich die beiden Flüssigkeiten, ohne dass sie sich völlig miteinander verbinden. Ein Geldstück hat zwei Seiten und ist doch eine Münze. So sind Gott-Vater und -Sohn eins und doch zwei. Diese Vergleiche versuchen sich dem Geheimnis der Dreieinigkeit bildlich anzunähern, lösen können sie es nicht.

Wasser gibt es in drei Aggregatzuständen: flüssig, fest und gasförmig. Trotzdem handelt es sich immer um Wasser. So sind auch Gott-Vater, -Sohn und -Heiliger Geist voneinander verschieden und doch nur ein Gott.

 


 


ERF Workshops zum Thema

Pazifist, Moralapostel, Phrasendrescher oder frommer Fanatiker: Jesus liegt bei vielen Menschen in einer Schublade. Doch wie war er wirklich? Reichen die Meinungen anderer, um sich ein umfassendes Bild von ihm zu machen? Das Beste wäre sicherlich, sich mit Jesus persönlich zu treffen und ihm Fragen stellen zu können. Unsere ERF Workshops helfen Ihnen, mehr über Jesus Christus zu erfahren und ihn persönlich kennenzulernen.

 

 


Jesus bringt uns in die Nähe Gottes

Das Gottesbild, das die christliche Kirche vermittelt, ist nicht immer hilfreich. Doch Jesus selbst kann unser Bild von Gott in Übereinstimmung mit dem bringen, wie Gott wirklich ist. Das Neue Testament beschreibt das so: „Er (Jesus) ist das vollkommene Abbild von Gottes Herrlichkeit, der unverfälschte Ausdruck seines Wesens.“ (Hebräer 1,3). Und Jesus war nahbar und liebevoll. Früher, im ersten Teil der Bibel, dem Alten Testament, haben die Menschen das anders erlebt. Hier finden wir oft eine riesige Kluft zwischen Gott und dem Menschen. Gott ist der Höchste, der Allmächtige, und schon der geringste Kontakt mit ihm ist gefährlich. Viele haben ein solches Gottesbild: Gott ist weit weg, ich muss Abstand halten. Sich Gott zu nahen ist kompliziert, möglicherweise auch gefährlich.

Jesus ist das vollkommene Abbild von Gottes Herrlichkeit, der unverfälschte Ausdruck seines Wesens. – Die Bibel in Hebräer 1,3

 

Die Menschen aber, die Jesus begegnet sind, beschreiben, dass Gott uns in Jesus ganz nahegekommen ist. Dass er einer von uns wurde. Die Anhänger von Jesus redeten Gott ab da vertraulich mit dem aramäischen Begriff „Abba“ an – wie ein Kind seinen Vater anspricht, „Papa!“ Warum? Weil Jesus ihre Sicht von Gott radikal verändert hatte. Bevor Jesus kam, wäre kein Mensch auf den Gedanken gekommen, den Herrn des Universums mit „Papa“ anzusprechen. Das macht klar: Wir können Gottes Kinder werden und Gott will unser Vater sein. Das ist im Kern die Botschaft des Neuen Testaments. Der Apostel Johannes schreibt:

Seht doch, wie groß die Liebe ist, die uns der Vater erwiesen hat: Kinder Gottes dürfen wir uns nennen, und wir sind es tatsächlich! – Die Bibel in 1. Johannes 3,1 

 

 


Was hat Jesus gesagt?

Selbstaussagen über Jesus berichten die vier Evangelien im Neuen Testament. Wer die Bibel aufmerksam liest, wird viele solche Beschreibungen finden. Es lohnt sich, dem einmal auf den Grund zu gehen. Am Einprägsamsten und „Griffigsten“ sind die „Ich bin“-Worte im Johannes-Evangelium:

  • „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben." (Johannes 6,35)
  • „Ich bin das Licht der Welt!“ (Johannes 8,12)
  • „Ich bin die Tür zu den Schafen." (Johannes 10,7)
  • „Ich bin der gute Hirt. Ein guter Hirt ist bereit, sein Leben für die Schafe einzusetzen." (Johannes 10,11)
  • „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt." (Johannes 11,25)
  • „Ich bin der Weg. Ich bin die Wahrheit und das Leben!" (Johannes 14,6)
  • „Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Weingärtner." (Johannes 15,1)
  • „Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben." (Johannes 15,5)

 



 


Jesus zeigt uns, wie sehr Gott uns liebt

Kann ein Mensch von ganz alleine darauf kommen, dass Gott ihn liebt – und er sich wünscht, dass der Mensch diese Liebe erwidert? Wer in einer christlichen Tradition aufgewachsen ist, dem fällt möglicherweise nicht auf, wie schockierend diese Tatsache ist. Aber mit Liebe hatte man bis dahin nie bezeichnet, was zwischen einer Gottheit und einem Menschen abläuft. Aristoteles (384-322 v. Chr.) stellte zum Beispiel ohne Umschweife fest, dass es exzentrisch sei, wenn jemand behaupten würde, dass er Zeus liebt – oder auch, dass Zeus ein menschliches Wesen liebt. Ganz anders die Bibel. In beeindruckendem Kontrast zu allen anderen Religionen versichert sie: „Gott ist Liebe.“ (1. Johannes 4,16) Liebe ist der Hauptgrund, warum Jesus auf die Erde kam. (Johannes 3,16).

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. – Jesus in Johannes 3,16

 

Jesus erzählte viele Geschichten, um seine Zuhörer exakt auf diesen Punkt zu stoßen. Er sprach von einem Hirten, der im Dunkeln dem verirrten Schaf nachspürt, bis er es endlich findet. Und er erzählte von einem verschwenderischen Sohn, der die Liebe seines Vaters ausnutzt und sein Geld verprasst, aber nach einer dramatischen Lebenswende schließlich in die Arme seines Vaters zurückkehren kann.

Dieses Motiv, dass Gott seine Menschen liebt, zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel. Gott sehnt sich danach, jeden von uns wieder bei sich zu haben. Das Neue Testament berichtet letztlich davon, dass Gott einen entscheidenden Schritt auf uns zugegangen ist, als er Jesus auf die Erde sandte. Jesus hat gesagt: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.“ (Johannes 15,13) Indem Jesus gestorben ist, hat er genau das getan.

Jesus war ein Grenzgänger zwischen der menschlichen und der göttlichen Welt. Er ist zweimal über diese Grenze gegangen, die noch nie überschritten wurde. Er kam aus der unsichtbaren Welt auf unsere Erde. Und er kam nach dem Tod am Kreuz wieder zurück ins Leben. Das macht ihn einzigartig unter den Gründern aller anderen Weltreligionen. Deren Ziel war es zu leben und ein Vorbild zu sein. Das Ziel von Jesus war es, zu sterben und uns von unserer Schuld freizusprechen – und uns damit zurück zu Gott zu bringen. Gibt es einen größeren Hinweis auf Gottes Liebe?


 


Ist Jesus der einzige Weg zu Gott?

Im christlichen Glauben geht man davon aus, dass es nur einen Weg zu Gott gibt. Dieser Weg besteht nicht aus dem Einhalten von Regeln oder einem bestimmten Verhaltenskodex, sondern in einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus. Hier liegt ein wesentlicher Unterschied des christlichen Glaubens im Vergleich zu anderen Religionen.

Jesus beansprucht für sich, dass er als Sohn Gottes der einzige Weg zu Gott ist. Nach biblischem Verständnis tut er das nicht, weil er arrogant oder engstirnig wäre, sondern weil nur er die Frage der kaputten Beziehung zwischen Gott und den Menschen lösen kann. Die Kernaussage des christlichen Glaubens liegt nun darin, Gottes Geschenk der Erlösung anzunehmen: Der Mensch überlässt Jesus seine Schuld und sein Versagen gegenüber Gott und Menschen. Jesus bietet dem Menschen dafür Vergebung und eine neue, heile Beziehung zu Gott an. [mehr erfahren]

 

„Wer ist Jesus?“ „Welche Bedeutung hat er?“ – diese Fragen rückten zur Zeit der Reformation wieder in den Vordergrund. Martin Luther bekannte neu: „Jesus Christus ist allein das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt.“ Und Johannes Calvin hielt fest: „Unser ganzes Heil, alles, was dazugehört, ist allein in Christus beschlossen.“

Für sie war klar: Jesus ist der einzige, der uns Menschen aus unserer Gottesferne retten kann. Und deshalb ist er auch der einzige, an den wir glauben sollen. 
 



 


Die Kreuzigung: Warum musste Jesus sterben?

 

Karfreitag – der dunkelste aller Tage im Leben von Jesus von Nazareth. Dort stirbt Jesus stellvertretend für uns. Am theologischen Reißbrett erscheint der Sühnegedanke vielen Menschen grausam. Warum sollte ein liebender Gott ein Opfer als Sühnung brauchen? Hat Gott, wie er in der Bibel beschrieben wird, etwas mit antiken Göttern gemein, deren Zorn durch ein Opfer besänftigt werden muss? Durch die Gedanken von Jens Kreisel wird deutlich: „Jesus ist nicht nur einem politischen Mordplan zum Opfer gefallen. Sein Sterben war kein Unglücksfall, kein persönliches Pech. Es waren nicht die Umstände. Zur falschen Zeit am falschen Ort. Sondern Gott selbst hat Regie geführt. Sein Rettungsplan ist unsere Rettung“.

 

 

Ein interessantes Detail in den Berichten rund um Jesu Tod verdeutlicht die neue Nähe zu Gott auf einmalige Weise: Als Jesus seinen letzten Atemzug tat, in dem „Augenblick zerriss im Tempel der Vorhang vor dem Allerheiligsten von oben bis unten“, so berichtet Markus (Markus 15,38). Dieser gewaltige Vorhang hatte das Allerheiligste, in dem Gott gegenwärtig war, von seinem Volk abgetrennt. Jetzt war diese Trennung aufgehoben. Ab sofort war kein Vermittler zwischen Gott und Mensch mehr nötig. Diese Rolle hatte damals der Hohepriester der Juden. Die Bibel sagt klar: „Es gibt […] nur einen Vermittler zwischen Gott und den Menschen – den, der selbst ein Mensch geworden ist, Jesus Christus.“ (1. Timotheus 2,5). Durch Jesus kann jeder Mensch mit Gott direkt in Kontakt treten.


 


Ist Jesus wirklich auferstanden?

Professor UIrich Wilkens, von 1981 bis 1991 Bischof des Sprengels Holstein-Lübeck in der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, hat in einem inzwischen vergriffenen Buch unter dem Titel „Auferstehung. Das biblische Auferstehungszeugnis historisch untersucht und erklärt“ ausführlich die biblischen Texte von der Auferstehung Jesu behandelt. Für ihn sind die biblischen Berichte keine unhistorischen Legenden, sondern glaubhafte Belege dafür, dass Jesus Christus wirklich von den Toten auferstanden ist.
Die Auferstehung Jesu Christi ist für die Christen Urgrund ihres Glaubens. Das Neue Testament berichtet, Jesus Christus wurde am dritten Tag nach seiner Kreuzigung von den Toten erweckt und erschien seinen Jüngern in leiblicher Gestalt.

Im Apostolischen Glaubensbekenntnis sprechen Christen jeden Sonntag im Gottesdienst

Ich glaube an Gott... Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

 

Die ersten Christen haben Jesus als den Auferstandenen erlebt. Matthäus berichtet in seinem Evangelium von zwei Frauen namens Maria, die ein Erdbeben erleben und einen Engel sehen, der den Stein vom Grab rollt und sich dann daraufsetzt. Die römischen Soldaten fallen in Ohnmacht. Die Engel sagen den beiden Frauen, Jesus sei nicht mehr tot. Als die Frauen zu den anderen Nachfolgern von Jesus rennen wollen, begegnen sie Jesus, der mit ihnen spricht. Frauen galten nicht als glaubwürdige Zeugen und durften nicht einmal vor Gericht aussagen. Warum hätten die ersten Nachfolger von Jesus, wenn sie dessen Auferstehung hätten vortäuschen wollen, auf damals so zweifelhafte Zeugen wie Frauen zurückgreifen sollen? Bei dem Evangelisten Johannes, der mit großer Sicherheit die gleiche Person wie der Jünger Johannes ist, rennen zwar Petrus und er selbst zum Grab. Sie könnten also als Zeugen fungieren. Doch selbst hier begegnet Maria Jesus nur allein. Die biblischen Berichte erscheinen durchaus glaubwürdig.

Und doch ist der Glaube an die Auferstehung keineswegs fest verankert im Leben der Menschen. Das zeigt eine Umfrage aus dem Jahr 2011 im Auftrag des Magazins Focus.
 

Statistik wie viele Deutsche glauben an die Auferstehung
Glauben Sie an die Auferstehung Jesu Christi?: Die Sttistik ist das Ergebnis einer Umfrage aus dem Jahre 2011 (Quelle: Statista)


 


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„Ich möchte so sein wie Jesus“ – geht das?

Wenn ein Mensch Christ wird, verändert das sein ganzes Leben. Die Bibel nennt diesen Veränderungsprozess „Heiligung“. Das geschieht durch das Lesen der Bibel, das Gespräch mit Jesus, also das Gebet, und durch die Gemeinschaft mit anderen Christen.

Christen sind aufgerufen, mit Jesus zu leben, sich täglich in Beziehung zu ihm zu verstehen, in Abhängigkeit von ihm zu leben und ihn zum Zug kommen zu lassen. Dabei werden Christen nicht fehlerfrei. Nicht ohne Sünde. Heiligung macht nicht weltfremd, sondern alltagstauglich; sie macht nicht unmenschlich, sondern gnädig, meint Pastor Andreas Kraft (Berlin): „Heilige Leute sind fröhliche Leute!“

Andreas Kraft führt weiter aus: „Jesus Christus ist alles für uns“. Heiligung ist dabei keine einfache Sache. Das kann wehtun und kostet Mühe. Ein praktisches Beispiel, das zeigt, dass ein Leben in der Nachfolge von Jesus schwere Arbeit sein kann, ist die Nächsten- und die Feindesliebe. Jesus spricht:

Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen. – Jesus Christus in Matthäus 5,44

 

Wie Jesus sein, bedeutet, in den Arbeitsauftrag von Jesus eingebunden zu sein. „Denn er will, dass alle Menschen gerettet werden und dass sie die Wahrheit erkennen.“ (1. Timotheus 2,4). Sein Ziel ist es, Menschen in eine Lebensführung mit Gott zu führen. Pastor Peter Strauch hat das in Bezug auf sein Leben einmal so formuliert: „Die unsichtbare Welt Gottes ist unmittelbar neben mir, und ich lerne mehr und mehr, in diesem Bewusstsein zu leben.“ Jesus hat es im Matthäusevangelium so formuliert, als er zu den Jüngern kurz vor seiner Himmelfahrt sagte: „Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker“. Er fordert seine Nachfolger auf, nun selbst weitere Menschen in diese Lebensweise einzuführen, zu Jüngern zu machen.
 


 


Durch Jesus spricht Gott heute

Gott spricht auf sehr unterschiedliche Art und Weise, bis heute. Immer wieder begegne ich Menschen, die mir erzählen, wie Gott angefangen hat, in ihr Leben zu sprechen. Das war schon vor 2000 Jahren so: „Viele Male und auf verschiedenste Weise sprach Gott in der Vergangenheit.“ (Hebräer 1,1) Mit dem Reden Gottes hat auch alles begonnen: „Gott sprach: Es werde … und es ward!“ (1. Mose 1,3) Mit Jesus beginnt Gott neu zu reden.

Über die Jahrhunderte hatte Gott durch die so genannten Propheten gesprochen. Sie waren seine Boten und sagten das, was Gott ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten Themen zur Sprache, die wie dunkle Wolken auch über unserer Zeit hängen: Ungerechtigkeit, Krieg, die scheinbare Übermacht des Bösen, das unaufhörliche Leiden auf unserem Planeten.


Doch die Worte der Propheten allein genügten oft nicht. Manchmal mussten sie, wie Aktivisten heute, die Leute durch gezielte Provokationen wach rütteln. Sie kündigten oft Bestrafung an, weil die Menschen nicht umkehren wollten. Meist verbunden mit der Möglichkeit der Wiederherstellung. Das letzte Reden Gottes durch Jesus besagt, dass die Bestrafung und der Anfang der Wiederherstellung schon stattgefunden haben. Gott selbst hat die Strafe in Jesus auf sich genommen. Die Gerichtsbotschaft wird zu einer Gnadenbotschaft.
Das ist der springende Punkt: Jesus verkündigt Gnade und Befreiung. Dass wir heil werden können. In unseren Beziehungen und in unserem Verhältnis zu Gott. Dass Gott ein Vater ist, der sich mit jeder Faser seines Herzens nach uns sehnt!

Warum Jesus? Weil er als Grenzgänger zwischen den Welten allein vertrauenswürdig ist. Und weil die Kraft seiner Worte und seines Vorbilds unser Leben verändern kann. Auch heute.

Jesus verkündigt Gnade und Befreiung. Dass wir heil werden können. In unseren Beziehungen und in unserem Verhältnis zu Gott. Dass Gott ein Vater ist, der sich mit jeder Faser seines Herzens nach uns sehnt!

 

 

 

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