Navigation überspringen
© Jackson David / unsplash.com

14.01.2022 / Andacht / Lesezeit: ~ 6 min

Autor/-in: Steffen Brack

Warum ausgerechnet Jesus?

„Ich vertraue dem Mann aus Nazareth – aus gutem Grund“, sagt Steffen Brack. 


Ich glaube an Jesus. Und das seit 33 Jahren. Aber warum glaube ich an ihn? Gibt es dafür überhaupt gute Gründe? Oder bin ich mittlerweile einfach zu bequem, noch einmal was ganz anderes zu glauben?
 

Es gibt doch noch mehr

Vor annähernd 2.000 Jahren stellen sich den ersten Christen in der Stadt Kolossä ganz ähnliche Fragen. In dieser Stadt in der heutigen Türkei sind Menschen zum Glauben an Jesus gekommen. Eine christliche Gemeinde ist entstanden. Und nun kommen Leute, die meinen: „Jesus ist ja ganz gut. Aber ihr braucht noch mehr!“

Die einen meinen, sie müssen auch die alten jüdischen Regeln und Gesetze befolgen. Andere sprechen von zusätzlichen „Erkenntnissen“, die den Kolossern noch fehlen. Nur so können sie die wahre „Fülle“ erfahren. Und wieder andere sagen, ihnen erscheinen Engel und sie haben besondere Visionen.
 

Wer ist das überhaupt?

Um den Christen in Kolossä zu helfen, schreibt Paulus ihnen. Sinngemäß lässt sich der Anfang seines Briefes etwa so zusammenfassen: „Mehr als Jesus? Das gibt es überhaupt nicht! Etwas Besseres als Jesus? Das geht gar nicht!“
 

Der Unsichtbare wird sichtbar

Paulus schreibt: „Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes.“ (Kolosser 1,15). Er – damit ist Jesus gemeint. Der geliebte Sohn Gottes (vgl. Kolosser 1,13). Jesus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. „Bild“ bzw. „Ebenbild“ meint wörtlich „gleich sein“. D. h. mit Jesus wurde der unsichtbare Gott sichtbar.

Jesus selbst sagt das auch: „Wer mich sieht, der sieht den Vater“ (Johannes 14,9). „Ich und der Vater sind eins“ (Johannes 10,30). Bei Jesus sind wir also an der allerhöchsten Adresse. Er, der Sohn Gottes ist eins mit Gott dem Vater. Und er ist ihm gleich.
 

Viel mehr als ein Geschöpf

Weiter schreibt Paulus: „Er – Jesus – ist …, der Erstgeborene vor aller Schöpfung.“ (Kolosser 1,15). „Erstgeborener“ bezeichnet die übergeordnete Stellung. Jesus steht über der gesamten Schöpfung. Denn er ist kein Geschöpf, sondern – wie der Vater – der Schöpfer aller Dinge.

So begründet es Paulus. „Denn durch ihn wurde alles erschaffen, was im Himmel und auf der Erde ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrscher, Mächte und Gewalten. Das ganze Universum wurde durch ihn geschaffen und hat in ihm sein Ziel. Er war vor allem anderen da, und alles besteht durch ihn.“ (Kolosser 1,16 -17).

Paulus stellt Jesus hier als Schöpfer vor. Das mag ungewohnt klingen. Meist verstehe ich Gott den Vater als den Schöpfer. Doch Paulus zeigt hier: Ohne den Sohn hat der Vater nicht geschaffen. „Durch Jesus wurde alles erschaffen.“

Ähnlich beschreibt es auch Johannes in seinem Evangelium: „Alle Dinge sind durch Jesus – das Wort Gottes (w.: dasselbe) gemacht, und ohne Jesus – das Wort Gottes (w.: dasselbe) ist nichts gemacht, was gemacht ist“ (Johannes 1,3).

Jesus ist kein Geschöpf. Wie der Vater steht auch er als Schöpfer über allem Geschaffenen. Er war schon vor der Schöpfung da. Und alles Geschaffene, das Sichtbare und das Unsichtbare, alle irdischen und himmlischen Mächte sind ihm untergeordnet. Und sind für ihn geschaffen.

 

Mehr als Jesus?

In Jesus wird der unsichtbare Gott selbst sichtbar. Durch Jesus ist alles erschaffen. Alle Mächte und Herrscher sind Jesus untertan. Es ist als sage Paulus zwischen den Zeilen: „Ihr lieben Christen in Kolossä. Die Verehrung von Engeln und besondere Visionen? „Erkenntnisse“ menschlicher Philosophien? Die jüdischen Regeln und Vorschriften? All das soll mehr sein als Jesus? Das ist doch Unsinn. Wie soll all das über seinem Schöpfer stehen?“
 

„Per Du“ mit Gott

Und bei all dem ist Jesus kein ferner Gott. „Und er ist das Haupt der Gemeinde, das Haupt seines Leibes“ (Kolosser 1,18). Mögen wir unsere christlichen Gemeinden manchmal als klein und unbedeutend empfinden. Jesus, in dem der unsichtbare Gott sichtbar wird. Jesus, durch den alles geschaffen ist. Er selbst ist das Haupt. Er selbst ist der Leiter seiner Gemeinde. Er lässt uns nicht allein. Wie unser Kopf mit unserem Körper verbunden ist, so ist es auch Jesus mit seiner Gemeinde.
 

Der Erste – vor und über allem

Das eine betont Paulus hier immer wieder. Über Jesus steht niemand mehr. Er ist der „Erste“ über der Schöpfung (Vers 15). Er ist „vor“ und „über“ allem (Vers 17). Er ist das „Haupt“, das „Oberhaupt“ sozusagen (Vers 18). Und er ist der „Anfang“ (Vers 18). „Er ist der Anfang der neuen Schöpfung, der erste, der von den Toten auferstanden ist, denn nach Gottes Plan soll er in allem den ersten Platz einnehmen.“ (Kolosser 1,18).
 

Ganz und gar Gott

Mehr als Jesus geht einfach nicht. Er ist die sichtbare Verkörperung des unsichtbaren Gottes. So verwundert es nicht, wenn Paulus mit den Worten fortfährt: „Ja, Gott hat beschlossen, mit der ganzen Fülle seines Wesens in ihm zu wohnen und durch ihn das ganze Universum mit sich zu versöhnen. Dadurch, dass Christus am Kreuz sein Blut vergoss, hat Gott Frieden geschaffen. Die Versöhnung durch Christus umfasst alles, was auf der Erde, und alles, was im Himmel ist.“ (Kolosser 1,19-20).

Den Kolossern sagen damals einige: um die „Fülle“ zu erreichen braucht ihr neben Jesus noch weitere philosophische „Erkenntnisse“. Paulus hält dagegen: Die „ganze Fülle“ wohnt in Jesus. Mehr „Fülle“ gibt es gar nicht. Er kommt im nächsten Kapitel noch einmal darauf zu sprechen (Kolosser 2,9).
 

Der Höchste stirbt …

Und der Jesus, in dem der unsichtbare Gott sichtbar wird. Durch den alles erschaffen ist. Der über allen irdischen und himmlischen Mächten steht. Der versöhnt das ganze Universum mit Gott. Durch seinen Tod am Kreuz. Der Tod von Jesus am Kreuz ist kein Anhang. Und schon gar kein Irrtum. Das ist der Höhepunkt. Unfassbar schon, dass der unsichtbare Gott, der Schöpfer aller Dinge, sichtbar wird. Aber noch unfassbarer: Er, Jesus, stirbt am Kreuz. Um alles wieder mit Gott zu versöhnen. Durch seinen Tod macht er Frieden. Das ist keine Vereinfachung des Evangeliums. Nein. Das ist die zentrale Aussage.

Graham Kendrick drückt es in seinem Lied „The Servant King“ – „Der dienende König“ so aus: „Sieh seine Hände und seine Füße, die Wunden, die von seinem Opfer erzählen. Hände, die die Sterne ins Weltall geworfen haben, durch grausame Nägel durchbohrt.“
 

… und versöhnt die Welt mit Gott

Und die Christen in Kolossä haben diese Versöhnung angenommen. „Auch ihr seid darin eingeschlossen. Früher lebtet ihr fern von Gott, und eure feindliche Haltung ihm gegenüber zeigte sich an all dem Bösen, was ihr getan habt. Doch jetzt hat Gott euch mit sich versöhnt durch den Tod, den Christus in seinem irdischen Körper auf sich nahm. Denn Gott möchte euch zu Menschen machen, die heilig und ohne irgendeinen Makel vor ihn treten können und gegen die keine Anklage mehr erhoben werden kann.“ (Kolosser 1,21-22).

Wie weit wir auch von Gott entfernt sein mögen. Wer an Jesus glaubt, der wird mit Gott versöhnt. So erfuhren es die Christen in Kolossä. Und so erleben es Menschen bis heute immer wieder. Ich auch. Der Tod von Jesus am Kreuz versöhnt mich mit Gott. Was auch immer in meinem Leben passiert sein mag. Keine Anklage mehr gegen mich. Was kann es Besseres geben? Jemand, der vertrauenswürdiger ist als Jesus? Etwas Größeres als seine Schöpfermacht? Etwas, das mehr ermutigt als seine Liebe die er am Kreuz bewiesen hat? Nein. Eine bessere Adresse als Jesus gibt es nicht.

Das unerschütterliche Fundament

Deshalb ruft Paulus schließlich voller Überzeugung dazu auf: „Gründet euer Leben auch weiterhin fest und unerschütterlich auf das Fundament des Glaubens an Jesus Christus. Lasst euch durch nichts von der Hoffnung abbringen, die Gott euch mit der Guten Nachricht von Jesus gegeben hat.“ (Kolosser 1,23).

Nein. Es ist nicht Bequemlichkeit, warum ich nach so vielen Jahren immer noch an Jesus glaube. Und es ist auch kein Zufall. Oder Unwissenheit. Nein. Ich bleibe bei Jesus, weil er es mir immer wieder bestätigt: Er ist die zuverlässigste und die vertrauensvollste Person, der ein Mensch überhaupt vertrauen kann. Und das will ich auch weiterhin.
 

 Steffen Brack

Steffen Brack

  |  Redakteur und Theologe
Theologe und Redakteur, verheiratet, drei Kinder. Begeistert von Gottes unerschütterlicher Liebe.

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Kommentare (3)

Steffen Brack ERF-Redakteur /

Herzlichen Dank für Ihre Kommentare.

Guest /

Warum Jesus?
Weil er am Kreuz sprach: "Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun." Und dieses Opfer war teuer!

Franz S. /

Guten Tag H.Brack, anbei meine Überzeugung, ohne Jesus geht nichts.
Warum Jesus? in 2 min.
Jesus hilft dir zu entscheiden was gut ist, er ist das Fundament. Für Ihn sind wir einzigartig, jeden mehr

Das könnte Sie auch interessieren