Fremde Heimat

Meine Heimat – Fremde Heimat

 

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Artikel / 12.12.2017

"Heimat"

Buchautorin Christina Brudereck gibt eine lyrische Definition von Heimat.

 

Kennen Sie Sträter? Torsten Sträter? Das ist der Bärtige mit der Mütze, der im Fernsehen immer lustige Sachen vorliest. Was der mit Heimat zu tun hat? Der gelernte Herrenschneider fragt in seiner Sendung „Sträters Männerhaushalt“ jeden Gast: „Was ist für Dich Heimat?“ Und die Antworten fallen meistens mehr oder weniger ähnlich, bzw. lustig aus.

 

„Heimat“ muss jeder für sich zuerst einmal definieren. Denn es gibt Unterschiede zwischen Heimat und Zuhause, Geburts- oder Vaterland, Lebensraum oder Wohnstatt. Das Wichtigste bei der Heimat ist wohl die „Verbundenheit“ – mit der Umgebung, den Menschen, der Mentalität, den Gepflogenheiten, dem Essen, der Familie und den Freunden – eben alles, was für den jeweiligen Heimatbegriff typisch ist – oder zumindest zu sein scheint.

Die Frage nach dem, was Heimat ist, stellt sich in Deutschland heute mehr denn je. Verursacht durch viele Krisenherde und religiöse Verfolgung sind in den Jahren viele Menschen nach Deutschland geflohen. Wie kann es gelingen, diesen Menschen dabei zu helfen, dass das neue Land Heimat wird? Es fängt damit an, dass Menschen sich kennenlernen und Vorurteile abbauen können. Eine ganz praktische Idee dazu ist „Über den Tellerrand“ kochen. Wir haben in Wismar in die Töpfe geschaut.
 

 

ERF Mitarbeiter Branislav „Branko“ Zelenak (Foto; ERF Medien)

Auch Branislav Zelenak kann von der Suche nach Heimat das sprichwörtliche Lied singen – und zwar in mehreren Tonarten: Er lebt heute in Hessen, hat hier seine Familie und seinen Lebensmittelpunkt. Aber aufgewachsen ist er in Nordserbien. Dort hat er die Mentalität aufgesogen, dort sind seine Kindheitserinnerungen. Er sagt: „Mein Kopf ist in Deutschland, mein Herz in Serbien“. Aber Branko, wie er von so ziemlich allen genannt wird, gehörte auch dort zur Minderheit der Slowaken. Timo König hat seine Geschichte im ERF Magazin Antenne aufgeschrieben.

 

Tanja Rinsland ist ein Kind zweier Welten. Dass Heimat auch Identität ist – aber gleichzeitig fehlende Heimat nicht gleich Identitätslosigkeit bedeutet, fasst sie in der Phrase „Nur auf der Durchreise“ zusammen und erklärt im gleichnamigen Artikel, was es heißt, im globalisierten Zeitalter ein Kind zweier Kulturen zu sein. Aber eigentlich definiert Tanja Rinsland Heimat nach dem Bibelvers aus Hebräer 13,14: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“.

 

Gemeint ist damit eine Identität in Jesus Christus, das Wissen, dass in seiner Person eine geistliche Heimat zu finden ist. Die hat Anatoli Uschomirski auch gefunden. Er wird als Jude in der Ukraine geboren und wächst in der atheistisch geprägten Gesellschaft der Sowjetunion auf. Trotzdem beschäftigt ihn die Frage, wie er mit Gott in Kontakt kommen kann. Durch eine jüdisch-messianische Gemeinde begegnet er als Jude Jesus, entdeckt seine jüdische Identität. Und er spürt: Jesus Christus ist die Antwort auf meine Frage.

 

„Heimat Deutschland“ ist außerdem für viele Flüchtlinge und Migranten zur Realität geworden. Darum muss Heimat in Deutschland neu definiert werden, gerade in Deutschland muss in der aktuellen Situation um den Heimatbegriff buchstäblich gerungen werden. Gott sei Dank – wem auch sonst? – gibt es Initiativen, in sich auf die Fahne geschrieben haben, Menschen, die gewollt oder ungewollt nach Deutschland kommen, eine Heimat zu bieten, wie etwa die Caritas. Vom Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche berichtet aus Berlin Oliver Jeske in seinem Beitrag „Zusammen sind wir Heimat
 
 

Es ist kein einfaches Thema, diese „Heimat“. Erst recht nicht, wenn sich diese plötzlich verändert. Dann spürt man, dass die eigene Identität an etwas hängt, was sich furchtbar schwer ausmachen lässt. Was auf jeden Fall mit dazu gehört, ist die Sprache. Von Ausländern verlangt man in Deutschland gern, dass sie Deutsch lernen sollen, um sich richtig integrieren und um sich mit Deutschland besser identifizieren zu können. Das ist gut und wichtig — gerade, wenn Deutschland die neue Heimat ist oder werden soll. Dabei darf die Muttersprache aber nicht in den Hintergrund rücken, denn „Sprache ist Heimat und kulturelle Identität“. Darum geht es im Beitrag von ERF Pop.

 

Egal ob Flüchtling, Zugereister oder Deutscher: Niemand ist gern allein. Gott hat uns als „Gemeinschaftswesen“ angelegt. Schon in der Schöpfungsgeschichte sagt Gott, dass es nicht gut ist, dass der Mensch allein sei. Aber wie kann in der heutigen Zeit von Internetforen, Chats, Facebook und Instagram noch echte Gemeinschaft – und damit ein Zugehörigkeits- und Heimatgefühl entstehen? Diesen Fragen ist die evangelische Pfarrerin Ulrike Bittner nachgegangen. 

 

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