Hilfe, ich ertrinke!

Hilfe, ich ertrinke

Der Griff zur Flasche geschieht öfter als man denkt. Wir zeigen, wie Menschen mit dem Abrutschen in die Sucht umgegangen sind und welche Hilfen es gibt.

 

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Er ist erfolgreicher Rockmusiker. Pontus J. Back spielte mit Bandmitgliedern von weltbekannten Gruppen wie Whitesnake, Lynyrd Skynyrd, Molly Hatchet und Status Quo. Doch der Finne hat ein dunkles Geheimnis: Er ist alkoholabhängig. Er trinkt Alkohol, um seine Angst vor dem Tod zu verdrängen. Diese Angst zerfrisst seine Seele und zunehmend auch seinen Körper. Selbst drei Flaschen Wodka reichen ihm irgendwann nicht mehr. Doch das macht sein Körper nicht mehr mit. Im Krankenhaus geht es buchstäblich um Leben und Tod. Ein Erlebnis brachte die Wende – weg von der Flasche.

„ERF Mensch Gott“: Saufen gegen die Angst. Der Rockmusiker Pontus Back erzählt über seine Erfahrungen mit dem Alkohol. 

Alkoholsucht ist nicht nur in Finnland ein Problem. In Deutschland konsumiert laut der Hauptstelle für Suchtfragen jeder Mensch statistisch gesehen pro Jahr im Schnitt eine Badewanne voller alkoholischer Getränke, etwa 134 Liter. Bier, Wein, Spirituosen und Sekt sind für viele tägliche Lebensbegleiter. Dabei gibt es viele Gefahren, denn wer zu viel Alkohol trinkt, lebt im Schnitt kürzer, auch die Lebensqualität sinkt. Es gibt viele Ursachen, warum jemand zur Flasche greift und zu tief ins Glas schaut. Joachim Scholten erlebt als Kind häusliche Gewalt. Im betrunkenem Zustand schlägt sein Vater die Familie. Nach traumatischen Erfahrungen beginnt der Junge zu stottern. Mit 15 Jahren kann er das Leben nicht mehr ertragen und versucht, sich mit Alkohol zu betäuben. Joachim Scholten wird abhängig. Zwei Ehen scheitern an der Alkoholsucht, die Beziehung zu seiner Tochter bricht ab. Nach 17 Jahren an der Flasche will Joachim Scholten endlich frei werden und ein neues Leben anfangen.
 


Feuerwehrmann Andreas Gralewski leidet unter schwerer Alkoholsucht. Er braucht drei Flaschen Schnaps, um über den Tag zu kommen. Ändern will er daran nichts. Hilfe nimmt er nicht an. Es kommt, wie es kommen muss: Er verliert seinen Job. Schließlich verlässt ihn auch seine Frau mit den Kindern und er landet auf der Straße. Das Einzige, was ihm bleibt, ist die Flasche. Obdachlos und lebensmüde dröhnt er sich jeden Tag zu. Nach fünf Jahren ist er dem Tod sehr nah. Dann begegnet ihm Gott.


Grundsätzlich ist der Gebrauch oder Genuss von Alkohol vollkommen okay, meint Ralf Mauelshagen vom Suchthilfeverband Blaues Kreuz. Aber manchmal bekommen Gewohnheiten einen anderen Akzent. Beim Alkohol könnte es die Feststellung sein: „Wenn ich was getrunken habe, kann ich auf andere zugehen und bin ganz ungehemmt." Kommt es zum Missbrauch, ist der Schritt in die Abhängigkeit nicht mehr weit. Nicht nur der Trinkende ist betroffen.
 


Nicht nur Männer greifen zur Flasche als Seelentröster. Auch Frauen sind dem Alkohol nicht abgeneigt. Mit all den negativen Folgen eines Missbrauchs. Gefährlich ist der übermäßige Alkohol aber nicht nur für die Trinkerin selbst. Bei schwangeren Frauen ist auch das werdende Kind beeinträchtigt.


Dass Menschen in der Sucht eine Perspektive bekommen und einen Ausweg aus der Sackgassen finden können, davon sind die christlichen Suchthelfer des Sozialwerkes Malchin-Teterow überzeugt. Weil die Co-Abhängigkeit oft die Ehefrau trifft, gibt es dort auch eine Angehörigen-Selbsthilfegruppe.
 

Hilfe bei Alkoholproblemen gibt es u. a. bei folgenden Organisationen:

Blaues Kreuz in Deutschland e.V. – Bundeszentrale, Wuppertal
Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche Bundesverband e.V., Dortmund
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V., Hamm
Diakonische Werke in Ihrer Nähe.

 

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