Identität

Meine Identität als Christ

 

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Wer bin ich? Eigentlich ließe sich diese Frage für Christen recht leicht beantworten. Gotteskind, Christusnachfolger und Ebenbild Gottes sind nur einige Rollen, die die Bibel dem Menschen zuschreibt. Doch wie füllen wir diese Rollen in unserem Alltag aus?

Buch-Cover zu "Ganz weit draußen"
Lesen Sie die Rezension des Buchs von Maria Anna Leenen „Ganz weit draußen" (© Adeo Verlag)

Während der eine im Engagement für die Kirchengemeinde aufgeht, will der andere raus auf die Straße, um Fremden von Gott zu erzählen. Dass das auch auf ganz andere Weise funktioniert, erzählt Maria Anna Leenen in ihrem Roman „Ganz weit draußen“. Das Besondere daran ist: Sie lebt als Eremitin, also als Einsiedlerin, in einer kleinen Klause fernab des Trubels unserer modernen Welt und verbringt ein Leben ohne Luxus - ganz in der Konzentration auf Gott.


Hören Sie einen Beitrag mit der Übersetzung dieses Songs.

Der Spruch „It takes a village to raise a child" - „Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen" beweist, dass ich auch jemand bin, der von außen geformt wurde. Und natürlich kann Gott mich ganz besonders formen. „Ich bin der, den Gott aus mir macht" ist die Quintessenz eines Liedes der Bethel Church ft. Brian Johnson.

Für den Vorstandsvorsitzenden von ERF Medien, Jörg Dechert, ist klar: Wer seine Identität bei Gott festmacht, weiß, wer er ist: „Das Neue Testament ist voll von Fragen, die Jesus seinen Freunden und Nachfolgern gestellt hat. ‚Wer bin ich?‘, hat Jesus sie nie gefragt."

Bild von Jörg Dechert
Copyright: Claudia Dewald

Egal, ob im Gespräch mit seinen Freunden oder der Auseinandersetzung mit seinen Kritikern: Jesus wusste immer mit absoluter Sicherheit, wer er ist. Was er tat. Worauf er seine Hoffnung setzte. Für Jesus war seine eigene Identität als Sohn Gottes gesetzt. Deshalb konnte Jesus in aller Klarheit sagen: ‚Ich bin der Weg. Ich bin die Wahrheit. Ich bin das Leben.‘ Deshalb konnte Jesus Menschen herausfordern, ihre eigenen ‚Wer bin ich?‘-Fragen an ihm auszurichten. Ihre unverrückbare Identität an Jesus festzumachen. Das ist bis heute so. Christen sind Menschen, die zu Jesus sagen: Meine Identität ist untrennbar mit dir verbunden. Du bist mein Weg, meine Wahrheit und mein Leben."

Doch sind für Christen damit alle Fragen ihrer Identität betreffend beantwortet? Sicherlich nicht. Denn auch wenn Jesus uns zusagt, wer wir sind, bleibt es an uns unsere Rolle anzunehmen und auszufüllen. Was etwa bedeutet der Begriff Gotteskind konkret für mich? Oder wie kann ich Ebenbild Gottes sein? Wenn man sich diesen Fragen ernsthaft stellt, ist das mit der Identität in Christus gar nicht mehr so leicht.

Eine der ersten Fragen, die hier bei vielen Christen aufkommen, ist die nach der eigenen Berufung. Wozu hat Gott mich geschaffen? Was ist seine Aufgabe für mich?  Dabei kann man auf zwei Arten vom Pferd fallen: Entweder indem man Berufung als eine Art Selbstverwicklichungstrip ansieht und sich nur zu dem berufen fühlt, was man besonders gut kann. Oder indem man sich selbst aufgrund seiner Schwächen als unbrauchbares Werkzeug wahrnimmt. Doch: „Selbst Schwächen, selbst Schuld und Verletzungen disqualifizieren nicht für Gottes Berufung.“ Entscheidender als besondere Begabungen ist nämlich die Bereitschaft sein Leben Gott zur Verfügung zu stellen.

Wenn dieses Thema Sie anspricht, lesen Sie dazu auch den Artikel „Was hat Gott mit mir vor?“ auf unerer Glaubens-FAQ Seite. Gerne helfen wir Ihnen auch ganz praktisch, Ihre Berufung zu finden - im ERF Workshop „Meine Berufung“.

Artikel zum Thema Heiligung
Lesen Sie den Artikel zum Thema „Heiligung“ auf unserer Glaubens-FAQ Seite (© halfpoint / fotolia.com)

Doch nicht nur die Thematik der eigenen Berufung bewegt Christen, wenn sie darüber nachdenken, was ihre Identität als Christ ausmacht. Auch die Frage danach, wie man Jesus ähnlicher werden kann, spielt eine wichtige Rolle. Heiligung nennen Christen diesen Prozess. Auf unserer Seite Glaubens-FAQ haben wir diesen Prozess so definiert: „Heiligung beschreibt eine prozesshafte Erneuerung und Reinigung von allem, was von Gott trennt. Sie beginnt mit der Hinwendung zu Gott (Bekehrung) und hat das Ziel, Jesus immer ähnlicher zu werden. Damit sind Christen nicht nur Nachfolger Jesu, sondern auch seine Nachahmer. Sie sollen ein Leben führen, das mehr und mehr Jesu Art zu denken und zu leben verinnerlicht und übernimmt.“ 

Das klingt ganz schön herausfordernd, doch entscheidend ist nicht allein das eigene Bemühen, sondern Gott erst gibt mir die Fähigkeit, ihm ähnlicher zu werden. Heiligung ist also im bestem Sinne Teamarbeit zwischen Mensch und Gott: „Damit gehört beides zusammen: Mein tiefster Wille und größte Anstrengung, gleichzeitig Gottes verändernde Kraft. Gott nimmt mich als sein Geschöpf ernst, gegen meinen Willen wird er mich nicht heilig machen. […] Heiligung ist Teamwork, das sich wohl am besten so beschreiben lässt: Weil Gott mir hilft, kann ich meinen Teil beitragen.“

Lesen Sie 9 Tipps von John Ortberg im Serviceartikel „Den Hunger der Seele stillen“ nach (© blas / fotolia.com)

Ist das Leben als Christ dann vor allem Anstrengung? Muss ich etwas leisten, um meine Identität als Christ auszufüllen? Der Autor John Ortberg verneint dies. Er stellt sich hinter die Aussage des Philosophen Dallas Willard: „Das Wichtigste im Leben ist nicht das, was du tust, sondern wer du wirst. Denn genau das wirst du in Gottes Ewigkeit mitnehmen.“ Die Arbeit an unserer eigenen Seele ist damit für Ortberg die wichtigste und erste Aufgabe, um unsere Identität als Christ zu be- und ergreifen. Denn, so ist Ortberg überzeugt: „Ich und niemand sonst bin verantwortlich für das Wohlergehen meiner Seele.“  Wie eine gute Seelenfürsorge aussieht, dazu gibt Ortberg in seinem Buch „Hüter meiner Seele“ hilfreiche Tipps, von denen wir einige im Serviceartikel „Den Hunger der Seele stillen“ zusammengefasst haben.

 


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