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© Priscilla du Preez / unsplash.com

31.12.2021 / Theologie / Lesezeit: ~ 3 min

Autor/-in: Steffen Brack

Mein Bibelbuch (37)

Ein persönlicher Blick in die Heilige Schrift: Steffen Brack über das Buch Offenbarung.

 

 

Eine Liebeserklärung von ganz oben – das Buch der Offenbarung

„Ich lese im Moment die Offenbarung und muss zugeben: Ich verstehe das alles nicht mit der Entrückung und dem Leiden am Ende. Das, was ich da lese, macht mir eher Angst.“ So schreibt Marina, 13 Jahre alt. Und damit ist sie nicht allein. Ich kenne viele, denen geht es ganz ähnlich.
 

Eine Liebeserklärung gegen die Angst

Dabei will Jesus mit der Offenbarung, mit dem letzten Buch der Bibel, das genaue Gegenteil. Er will den ersten Lesern keine Angst machen, sondern ihnen die Angst nehmen. Und ihnen Mut machen. Denn das brauchen die Christen am Ende des ersten Jahrhunderts auch. Und zwar ganz dringend. Seit der Kreuzigung von Jesus sind 65 Jahre vergangen. Viele Menschen sind zum Glauben an Jesus gekommen. Und in vielen Städten des riesigen Römischen Reiches gibt es mittlerweile christliche Gemeinden.

So auch die sieben Gemeinden, von denen in der Offenbarung die Rede ist. Sie liegen alle in der Nähe von Ephesus. Das ist die Hauptstadt der Römischen Provinz Klein-Asien. Diese Region an der Ägäisküste der heutigen Türkei – diese Region ist im Jahr 95 nach Christus die Vorzeigeprovinz des gesamten Römischen Reichs. Und Ephesus hat die alten Zentren des Imperiums – Rom und Athen - längst überholt. Und genau hier, in dieser Provinz, nimmt nun der Druck auf die Christen immer mehr zu. Zwar erleben die Jesusleute von Anfang an auch massiven Widerstand gegen ihre Botschaft von Jesus. Genau wie Jesus es seinen ersten Nachfolgern auch angekündigt hat (s. z.B. Johannes 15,20).

Aber jetzt wird die Verfolgung der Christen systematisch vorangetrieben. Denn nun setzt zum ersten Mal ein Römischer Kaiser – nämlich Domitian - alles daran, dass er in seinem ganzen Herrschaftsgebiet als „Herr und Gott“ angebetet wird. Und in der Region rund um Ephesus setzen die Behörden diesen kaiserlichen Befehl als erste flächendeckend um.

Johannes, der von Anfang an mit Jesus unterwegs gewesen ist – Johannes ist schon festgenommen worden. In Ephesus, wo er zur Gemeindeleitung gehört. Und er landet auf der Gefängnisinsel Patmos. Festgesetzt von den Römischen Behörden. Und nun ist es höchste Zeit, dass sich Jesus selbst noch einmal zu Wort meldet. Und dass er Johannes und allen seinen Leuten Mut macht, damit sie sich nicht unterkriegen lassen. Auch nicht von dem Kaiser in Rom. 

Deshalb offenbart sich Jesus seinem alten Freund Johannes. Und zwar in einer übernatürlichen Vision. Und Jesus fordert den Apostel auf: schreibe alles auf, was ich dir jetzt in den Visionen zeigen werde. Und als erstes soll Johannes den Inhalt seiner Aufzeichnungen an die sieben Gemeinden rund um Ephesus schicken (Offenbarung 1,4-11). Also genau dorthin, wo die Christen von den Römischen Behörden zurzeit besonders stark unter Druck gesetzt werden. 

Die ersten Empfänger der Offenbarung leben also schon mitten in der Verfolgung. Vieles von dem, was Jesus in den Visionen offenbart, das ist für sie bereits Realität. Aber Jesus offenbart ihnen noch mehr. Nämlich das, was sich hinter den Kulissen der sichtbaren Geschichte abspielt. Dass der Römische Kaiser Domitian - in all seiner Grausamkeit - keineswegs „Gott und Herr“ ist. Sondern nur ein Mensch. Und in Wirklichkeit ist Jesus „der Herrscher über alle Könige der Erde.“ 

Und das dritte, was Jesus seinen Leuten in der Offenbarung mitteilt, ist das, was in der Zukunft geschehen wird. Nämlich, dass Jesus alle Widersacher seiner Gemeinde besiegt. Endgültig und für alle Ewigkeit. Und bis es so weit ist, werden alle Jesusleute von Jesus selbst durch diese Zeiten hindurchgetragen.

 

Weitere Informationen zum Thema Bibel finden Sie auch auf unserem Dossier:

 

 Steffen Brack

Steffen Brack

  |  Redakteur und Theologe
Theologe und Redakteur, verheiratet, drei Kinder. Begeistert von Gottes unerschütterlicher Liebe.

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