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© Priscilla du Preez / unsplash.com

02.12.2021 / Theologie / Lesezeit: ~ 2 min

Autor: Melanie Bonnkirch

Mein Bibelbuch (19)

Ein persönlicher Blick in die Heilige Schrift: Melanie Bonnkirch über das Matthäus-Evangelium.

 

 

„Schreiben kann jeder, aber lesen mags keiner“, stand auf einer Postkarte im Büro meiner ehemaligen Chefin. Seitdem habe ich großen Respekt vor allen, die scheinbar luftig leicht mit Worten jonglieren und damit andere begeistern. Ich bin keine Redakteurin. Ich habe das Schreiben nie gelernt. Allein meine kurze theologische Ausbildung, vielleicht auch mein Witz oder Charme haben meinen Kollegen dazu hinreißen lassen, mich für einen Beitrag fürs Radio anzufragen. Und da bin ich nun, herausgefordert eine kleine Andacht abzuliefern. Was soll dabei schon rauskommen? Mag das jemand hören?

Ein Blick ins Buch der Bücher hilft. Das klingt vielleicht erst einmal etwas seltsam; eine Lösung für Alltagsprobleme dort finden zu wollen. Aber genau das macht die Bibel für mich so spannend: Sie ist aktuell und spricht in meine Lebenssituationen hinein.

So lese ich heute im Matthäusevangelium, Kapitel 14, von Jesus, der die Einsamkeit sucht. Er hat kurz zuvor vom Tode von Johannes dem Täufer gehört. Das muss er erst einmal sacken lassen. Doch in diese Einöde folgen Jesus rund 20.000 Menschen mit ihren Wünschen, Fragen, Herausforderungen. Er widmet sich ihnen, kümmert sich, heilt die Kranken. Die Zeit vergeht wie im Flug. Aus Tag wird Abend und die Menge bekommt Hunger. Also kratzen die Jünger zusammen, was sie finden: 5 Brote und 2 Fische. Fertig. Mehr nicht. Sie zweifeln, wie das reichen soll. Aber Jesus dankt Gott für das Essen, bricht das Brot und lässt die Jünger die Stücke verteilen. Auf wundersame Weise reicht das Brot für alle.

Jesus nimmt das Wenige der Jünger und lässt es zum Segen für alle werden. Welchen kleinen Samen geben wir Gott mit einem Herzen voller Vertrauen in die Hand, damit Gott den Samen aufwachsen lässt?

Ich habe Gott schließlich meine Andacht fürs Radio hingelegt. Ich finde, sie war nichts Besonderes, nichts Großes; keine Gedanken, die nicht schon vor mir jemand gedacht hat. Aber bei der Ausstrahlung erlebte ich, wie sie durch Gottes Hand zum Segen wurden. Eine Freundin, die den Beitrag hörte, schrieb mir: „Danke für deine Andacht. Ich habe sie mir beim Spaziergang in der Mittagspause angehört. Deine Worte haben mir richtig gutgetan, das brauchte ich.“
 

Ein kleines Wunder, mitten im Alltag.

Mit dieser Geschichte möchte ich Sie ermuntern, mal wieder die Bibel aufzuschlagen. Ich lade Sie heute ein, das Matthäusevangelium wieder oder überhaupt neu zu entdecken. Es birgt viele kostbare Gedanken und Geschichten über Jesus. Wie Schätze warten sie darauf, gehoben zu werden, um Ihren Alltag zu bereichern.

 

Weitere Informationen zum Thema Bibel finden Sie auch auf unserem Dossier:

 

 Melanie Bonnkirch

Melanie Bonnkirch

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