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Gottes Überraschungen

Die Bibelstelle Jesaja 44,24 - ausgelegt von Rainer Gremmels.

So spricht der HERR, dein Erlöser, der dich von Mutterleibe bereitet hat: Ich bin der HERR, der alles schafft, der den Himmel ausbreitet allein und die Erde fest macht ohne Gehilfen.

Jesaja 44,24

Die heutige Tageslosung der Herrnhuter Brüdergemeine aus Jesaja 44,24 enthält ein Wort Gottes direkt an sein Volk Israel: So spricht der Herr, dein Erlöser, der dich von Mutterleibe bereitet hat: Ich bin der Herr, der alles schafft, der den Himmel ausbreitet allein und die Erde fest macht ohne Gehilfen.

Viele Jahre schon war das Volk Israel in der Gefangenschaft in Babylon. Sehnsüchtig hofften und warteten sie auf die Rückkehr in die Heimat. Fragen und Zweifel machten sich breit unter dem Volk: Hat Gott uns hier vergessen? Sind wir überhaupt noch sein Volk? Ist unser Gott denn noch so mächtig, dass er uns hier aus der Gefangenschaft befreien kann?

Da ist das Wort Gottes, das Jesaja ausrichtet, wirklich eine Trostbotschaft: Gott stellt sich vor als der Erlöser, als der Befreier seines Volkes. Und er hat sein Volk vom Mutterleib an bereitet: So wie eine Mutter an ihrem Kind hängt und es niemals verlassen wird, so hängt Gott auch an seinem Volk und wird es niemals verlassen oder vergessen. Und wie mächtig Gott ist, können die Israeliten an seiner Schöpfermacht ablesen: Gott hat den Himmel ausgebreitet und ohne Hilfe von jemand anders die Erde fest gemacht. Und wenn Gott so mächtig ist, dann kann er auch sein Volk aus der Gefangenschaft befreien und in seine Heimat zurückführen in das Land, das er einst den Vätern der Israeliten verheißen hatte.

Das Erstaunliche ist: Gott wird den König eines fremden Volkes dazu gebrauchen, dass das Volk Israel freikommt und zurückkehren kann. In den weiteren Versen sagt Gott von dem Perserkönig Kyros: „Mein Hirte! Er soll all meinen Willen vollenden und sagen zu Jerusalem: Werde wieder gebaut! Und zum Tempel: Werde wieder gegründet!“ Und so ist es dann auch gekommen: Der Perserkönig Kyros eroberte Babylon und machte der Herrschaft der Babylonier ein Ende. Mit einem Erlass erlaubte er dem Volk Israel die Rückkehr in die Heimat. Damit hatten sich die Weissagungen und die Trost- und Hoffnungsbotschaften des Propheten Jesaja erfüllt.

Was können wir aus diesen Erfahrungen des Volkes Israel für uns heute ableiten? Mir fallen dazu zwei Gedanken ein. Der eine: Wenn ich auf Gottes große Schöpfermacht schaue, kann das mein Vertrauen stärken, dass er auch mein Leben führen und leiten kann und mich auch aus schwierigen Situationen befreien kann. Paul Gerhardt hat diese Erfahrung in dem Lied „Befiehl du deine Wege“ so formuliert: „Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“ Der Gott, der so mächtig ist in seinem Schöpferhandeln, der hat auch die Macht, Ihr und mein Erlöser und Befreier zu sein und uns auf einem guten Weg zu führen.

Und das zweite: Wir hatten gesehen, dass Gott sogar einen fremden König als Werkzeug benutzt, um seinen Willen für das Volk Israel durch ihn zu vollziehen.

Das kann für Sie und mich bedeuten: Manchmal benutzt Gott vielleicht Menschen, um uns zu helfen, an die wir gar nicht gedacht haben und die wir gar nicht dafür im Blick hatten. Manchmal hilft Gott auf eine ganz andere Weise oder aus einer anderen Richtung, als wir das gedacht hatten. Um es etwas flapsig zu sagen: Gott ist immer für eine Überraschung gut.

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