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Kraftlos, müde, lustlos

Die Bibelstelle 1. Könige 19,7 – ausgelegt von Julian Thyroff.

Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.

1. Könige 19,7

Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie eine wichtige Aufgabe erledigt oder einen großen Sieg errungen haben, werden Sie auf einmal kraftlos, müde und lustlos.

Genau das ist Elia, dem Propheten, aus dem ersten Teil der Bibel passiert. Als Prophet ist es seine Aufgabe, Gottes Willen in einer bestimmten Situation anderen deutlich zu machen.

Das 1. Buch der Könige berichtet davon, wie Israel von Königen regiert wird, die Gott nicht fürchten und Götzendienst, den Baalskult, fördern. Elia stellt sich zu den Aussagen und Werten Gottes. Gegen den damaligen Zeitgeist und gegen den herrschenden König. In Israel herrscht durch den damaligen König Ahab und seine Frau Isebel ein extremer Opferkult für den heidnischen Gott Baal.

Elia stellt sich als einziger Prophet Gottes 450 Propheten Baals und 400 Propheten der heidnischen Göttin Aschera gegenüber und fordert sie heraus. Außerdem wird auch das Volk Israel an den Ort dieser Auseinandersetzung, den Berg Karmel, gerufen. Das ganze Volk soll erkennen, welcher Gott der wahre Gott ist.

Gott beweist in dieser Situation seine Macht und Stärke, indem er Feuer vom Himmel kommen lässt und die falschen Propheten mit ihren toten Götzen entlarvt. Daraufhin werden die falschen Propheten getötet.

Das ist der Höhepunkt und der größte Sieg in Elias Leben.

… und danach die Talfahrt

Aber aus Angst vor der Reaktion der Königin Isebel, die Elia mit dem Tod droht, flieht Elia in die Wüste. Er bekommt Angst um sein Leben und bittet Gott, dass er sein Leben beendet.

Es ist eigentlich kaum zu glauben: Derselbe Elia, der die Machtprobe mit über 800 falschen Propheten wagt und mit Gott als Sieger daraus hervorgeht; derselbe Elia, bricht innerlich zusammen. Warum?

Weil Angst das Herz lähmen kann – selbst nach dem größten Sieg? Obwohl er all diese Wunder Gottes und machtvollen Bestätigungen sieht, fürchtet sich Elia. Er hat keine innere Kraft mehr.

Wie Gott in schweren Zeiten versorgt

Kennen Sie das persönlich? Sie haben einige große Siege, vielleicht sogar den größten Triumph Ihres bisherigen Lebens hinter sich und trotzdem (oder gerade deswegen) haben Sie das Gefühl, von allen verlassen zu sein. Sie befinden sich in einer Wüstenzeit. 

Doch was passiert weiter mit Elia, als er an seinem Tiefpunkt ist? Gott versorgt ihn mitten in der Wüste mit Brot.

„Und der Engel des HERRN kehrte zurück, kam zum zweiten Mal und rührte ihn an und sprach: Steh auf, iss! Denn der Weg ist zu weit für dich.“ (1. Könige 19,7 ELB 2006)

Das ist auch die Tageslosung der Herrnhuter Brüdergemeine für heute.

Doch mit dieser Versorgung ist es noch nicht vorbei. Gott rüstet Elia aus, um ihm einen neuen Auftrag zu geben.

Was bedeutet das für mich? Ich brauche Geduld und Durchhaltevermögen, dann finde ich auch in der Wüste Gottes Gegenwart und seine Versorgung. Diese sieht oft anders aus als ich denke.

Aber wenn ich, wie Elia, nach einem großen Sieg ängstlich, erschöpft oder orientierungslos bin, gilt: Auch dort ist Gott mein Versorger.

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