/ Wort zum Tag
Ade, liebe Sorgen!
Die Bibelstelle Philipper 4,19 – ausgelegt von David Israel.
Mein Gott wird all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.
„Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da…“ Vielleicht kennen Sie diese Liedzeile?
Sorgen gibt es immer, jeden Morgen aufs Neue sind sie da. Vielleicht genau dieselben Sorgen wie gestern und vielleicht sind auch noch ein paar neue dazugekommen.
Dieses Lied klingt eigentlich ganz fröhlich und lustig und nimmt das ewige Sorgen ein wenig auf die Schippe.
Wenn das nur immer so leicht wäre, die Sorgen nicht so ernst zu nehmen…
Ich kenne Menschen, denen das richtig gut gelingt. Die bewundere ich sehr. Und auch in der Bibel gibt es Menschen, denen das richtig gut gelungen ist.
Paulus zum Beispiel. Der hat in seinem Leben manches Mal allen Grund, sich wirklich große Sorgen zu machen, weil er beispielsweise angegriffen und verfolgt wird. Mehrmals sitzt er auch im Gefängnis.
Während eines Gefängnisaufenthaltes hat er einen Brief an die christliche Gemeinde in Philippi geschrieben. Merkwürdigerweise beschreibt er darin nicht, dass er sich große Sorgen um die Zukunft macht und hofft, mit dem Leben davonzukommen.
Keine Klagen, keine Sorgen, stattdessen schreibt er an die Gemeinde: „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden.“
Er selbst macht sich keine Sorgen und er ruft die Gemeinde dazu auf, es ihm gleichzutun. Woher kommt diese Gelassenheit? Woher diese Zuversicht?
Fast am Ende seines Briefes kommt die Aussage: „Mein Gott aber wird all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.“
Klar, viele Sorgen haben mit den Dingen zu tun, an denen ich Mangel habe. Zu wenig Zeit, zu wenig Geld, zu wenig Gesundheit, zu wenig Hoffnung…
„Mein Gott wird all eurem Mangel abhelfen…“ Klingt das nicht fast zu schön, um wahr zu sein?
Paulus schöpft diese Zuversicht aus dem, was er selber erlebt hat. Gott hat ihn versorgt. Nicht wie ein Wunscherfüllungsautomat, der alle Not und allen Mangel von vornherein verhindert.
Der Mangel von Paulus wird nicht dadurch behoben, dass plötzlich alles vom Himmel fällt, was ihm fehlt.
Stattdessen beschreibt er in diesem letzten Kapitel seines Briefes, dass die Gemeinde sich um ihn kümmert. Sie unterstützen ihn, so dass er um die Runden kommt. Sie geben etwas ab, um Paulus in seiner Not zu helfen.
Wenn ich etwas abgebe oder verschenke, da kann schon mal der Gedanke aufkommen: „Habe ich denn dann selber noch genug?“
Und es scheint, als wollte Paulus auf diesen Gedanken antworten, wenn er sagt: „Gott wird all eurem Mangel abhelfen…“
Gottes Hilfe fällt selten einfach vom Himmel. Ganz oft hilft Gott durch andere Menschen. Wie schön, wenn ich das erlebe. Und wie schön, wenn ich selber auch anderen helfe, etwas teile. Ich darf diese Sorge, dass ich selber nicht mehr genug habe, ganz weit wegschieben.
Paulus kennt Sorgen, Paulus kennt den Mangel. Aber er ist deswegen nicht verzweifelt. Nein im Gegenteil. Im letzten Kapitel seines Briefes ruft er die Gemeinde und ganz sicher auch Sie zur Freude auf. Er sagt: „Freut euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: freuet euch!“
Freut euch! Gebt die Sorgen bei Gott ab! Vertraut darauf, dass er alles gut macht!
Ich will gerne versuchen, heute dieser Aufforderung nachzukommen. Sie auch?
© Ruth Schneider / ERF
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