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© Giorgio Trovato / unsplash.com

04.02.2024 / Serviceartikel / Lesezeit: ~ 7 min

Autor/-in: Elisa Meyer

Immunbooster Zuversicht

4 Strategien aus der Bibel, um entmutigende Gedanken abzuwehren.


An kalten und sonnenarmen Wintertagen stärke ich bewusst mein Immunsystem. Ich nehme Vitamin D ein und achte darauf, dass ich mich genug bewege, selbst wenn es nur ein kleiner Spaziergang ist. Wenn ich richtig motiviert bin, braue ich mir selbst ein paar Ingwer-Shots. So kann ich Krankheiten besser abwehren.

Wie ist das bei mentaler Stärke? Was kann mir helfen, wenn mich negative Gedanken herunterziehen? Morgens schnell eine Tablette gegen Entmutigung schlucken – das wäre praktisch!

Der Gedanke, sich an einen Arzt zu wenden, ist aber gar nicht so weit hergeholt. In der Bibel stellt sich uns Gott unter anderem als Arzt vor. Ich zeige vier biblische Strategien auf, die dir dabei helfen können, innere Stärke und Resilienz zu gewinnen.
 

1. Bitte Gott um Hilfe und bleib nicht allein!

Fällt es dir leicht, um Hilfe zu bitten? Wenn nicht, ist es oft Stolz, der uns dabei im Wege steht. Erst wenn der Stolz bricht, sind wir bereit, Hilfe anzunehmen. 

Kleinkinder dagegen haben keine Probleme damit, ihre Eltern um Hilfe zu bitten. Die erste Reaktion auf jede Not ist es, nach den Eltern zu schreien: wenn sie sich hungrig, allein oder einfach unwohl fühlen.

Genauso direkt können wir uns als Kinder Gottes an ihn richten. Und damit rechnen, dass er es gut mit uns meint. Deine Schwäche brauchst du vor ihm nicht verstecken noch dich dafür schämen. Zu Paulus sagte Gott diesbezüglich: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit“ (2. Korinther 12,9).

Gott stellt uns auch Menschen an die Seite, sodass wir einander helfen können. Die Bibel beschreibt die Kraft, die darin liegt, miteinander unterwegs zu sein, so: „Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei“ (Prediger 4,12).

In welchen Lebensbereich möchtest du Gott heute neu einladen? Wenn du Jesus noch nie in dein Leben eingeladen hast, möchte ich dich dazu ermutigen.

Vielleicht ist es für dich auch dran, dich gegenüber einem guten Freund zu öffnen oder einen Mentor zu suchen. Solltest du schon in einer Krise stecken, kann eine professionelle Begleitung das Richtige für dich sein.
 

2. Vertraue auf die Kraft von Gottes Wort!

Vor Jahrtausenden schon haben sich Menschen an Gott gewandt, wenn sie in Not waren, und haben Hilfe erfahren. Dabei spielt Gottes Wort eine besondere Rolle. In Psalm 107,20 heißt es über Gott: „Er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, dass sie nicht starben.“

Das Wort Gottes ist nicht vergleichbar mit menschlichem Wort, denn es hat lebensspendende Kraft. Über die Worte im Buch der Sprüche heißt es: „… sie sind das Leben denen, die sie finden, und heilsam ihrem ganzen Leibe“ (Sprüche 4,22).

Es ist faszinierend, dass Gott durch Worte, die vor Jahrtausenden aufgeschrieben wurden, heute in dein Leben sprechen kann. Die Veränderung deines Denkens und dann auch deines Handelns kann durch einen praktischen Tipp geschehen, den du in der Bibel findest. Aber auch Erfahrungen, die Menschen mit Gott gemacht haben, können dir Warnung oder Vorbild in einer bestimmten Situation sein.

Gibt es ein Bibelwort, das dich in letzter Zeit besonders angesprochen hat? Du kannst darüber nachsinnen, es immer wieder laut aussprechen und vielleicht sogar auswendig lernen. Mir hilft zum Beispiel immer wieder der Vers: „Also gibt es jetzt für die, die zu Christus Jesus gehören, keine Verurteilung mehr“ (Römer 8,1 NLB).
 

3. Tausche schlechte Gedanken gegen gute ein!

Negative Gedanken können ziemlich fies sein. Da suggeriert dir dein Inneres vielleicht „Niemand interessiert sich wirklich für dich“ oder „Streng dich mehr an, sonst bist du nichts wert“. Negative Gedanken können dir Kraft und Freude rauben. Sie können dich bis in die Erschöpfung treiben oder dich völlig blockieren. Was aber, wenn sie nicht einmal der Wahrheit entsprechen, wenn Lügen deinen Gedanken zugrunde liegen?

Eine Lüge hat nur so lange Macht über dich, wie du sie glaubst. Doch wie kannst du herausfinden, ob das, was du über dich denkst, der Wahrheit entspricht?

Eine Lüge hat nur so lange Macht über dich, wie du sie glaubst.

 

Auch hier kann die Bibel dir helfen. Wie ein Barometer zeigt sie an, was wahr ist und was nicht. Jesus sagte einmal zu denen, die ihm glaubten: „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8,31-32).

Erkennst du einen destruktiven Gedanken, kannst du stoppen und prüfen. Wenn du ihn als unwahr identifiziert hast, entscheidest du dich bewusst gegen den Gedanken. Die Bibel spricht hier davon, Gedanken gefangen zu nehmen (vgl. 2.Korinther 10,5). Am besten ersetzt du diesen Gedanken mit der Wahrheit. Dann kannst du diese Lüge auch in der Zukunft abwehren.

Wenn du beispielweise denkst: „Ich bin niemandem wichtig“, kannst du diesen Gedanken mit den Aussagen der Bibel abgleichen. Dort erkennst du: Ich bin Gott wichtig, denn er hat sein Leben für mich hingegeben (vgl. Johannes 3,16). Wenn du denkst: „Ich darf mir keine Ruhe gönnen“, findest du in Matthäus 11,28 die Einladung: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“.

Mit welchem niederdrückenden Gedanken kämpfst du gerade? Schreib ihn dir doch einmal auf und prüfe anhand der Bibel, ob er der Wahrheit entspricht. Wenn du ihn als unwahr identifiziert hast, streiche ihn durch und schreibe die Wahrheit darunter. Besonders kraftvoll ist es, wenn du sie mit einem Bibelvers unterlegst.
 

4. Übe Dankbarkeit ein und vergiss Gutes nicht!

Ich erinnere mich an eine Zeit, als ich vor einer großen Herausforderung stand. Ich fragte mich, wie ich den nächsten Monat überstehen konnte, ohne entmutigt zu werden. Zu dieser Zeit las ich in der Bibel immer wieder den Aufruf: „Seid dankbar!“ Als ich dann Ann Voskamps Buch „One thousand gifts“ geschenkt bekam, beschloss ich, ihrem Vorbild zu folgen. Ich schrieb Listen mit Dingen, für die ich dankbar war.

Weil ich es oft nicht schaffte, die Liste am Abend zu füllen, sammelte ich die Dankes-Punkte schon tagsüber. Nach und nach merkte ich, wie sich mein Denken veränderte. Das passierte in banalen Situationen. Als ich einmal genervt in einer überfüllten und langsam fahrenden S-Bahn stand, setzte ich gedanklich meine Dankesliste fort: die Einzigartigkeit der Gesichter um mich, gut ausgebaute S-Bahn-Netze, …

Manchmal erlebe ich auch kleine oder größere Wunder: Wenn ich mich gerade geknickt fühle, lese ich einen Bibelvers, der direkt in meine Situation passt, oder ich werde von einem Mitmenschen ermutigt. Oder Gott erhört ein Anliegen, für das ich schon jahrelang bete. Solche besonderen Momente vergesse ich leider oft schnell wieder.

Damit das nicht passiert, ermutigt der Psalmschreiber David sich selbst: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“ (Psalm 103,2).

Mir hat es damals geholfen, die Dinge aufzuschreiben, für die ich dankbar war. Es gibt aber auch andere kreative Wege, um Dankbarkeit einzuüben. Zum Beispiel kannst du dir täglich zehn Dinge überlegen, für die du dankbar bist und die an den Händen abzählen.

Besondere Erfahrungen kannst du in ein Notizbuch schreiben. Du kannst aber auch Fotos machen, die symbolisch für diese Ereignisse stehen. Diese kannst du in ein Album einkleben oder an eine Pinnwand heften. Wenn du dich in harten Zeiten verzweifelt fragst, ob sie gut enden können, können dich diese Erinnerungen stärken.
 

Einfordern, was dir schon gehört

All diese Ideen können helfen, deine Gedanken auf Gott auszurichten und dich nicht entmutigen zu lassen.

Du kannst es dir so vorstellen, als wolltest du ein Land einnehmen, das von Feinden besetzt wurde. Das geschieht dadurch, dass du bei Gott Hilfe suchst und dann die Wahrheit über dich erkennst. Die Lügengedanken entmachtest du, indem du sie gegen die Wahrheit eintauschst. Und durch Dankbarkeit und das Erinnern daran, wie Gott dir schon geholfen hat, festigst du deinen Boden.

In der Bibel wird von der Landeinnahme des Volkes Israels erzählt, die sich damals real ereignete. Du kannst die Geschichte im Buch Josua nachlesen und daraus viele Parallelen ziehen. Gott führte sein Volk in das neue Land, das ihnen gehören sollte. Es war herrlich und wunderschön, aber sie mussten es erst einnehmen und dabei gegen ihre Feinde kämpfen.
 

Was hilft dir?

Wenn du in einer schwierigen Situation bist, kann es sein, dass es dich zusätzlich unter Druck setzt, diese Vorschläge zu lesen. Vielleicht denkst du: Wie soll ich das in meinem Alltag unterbringen?

Dann möchte ich dir zusagen: Gott sieht dich in deiner Situation und ist nicht daran interessiert, dir Extralasten aufzubürden. Du kannst dich an ihn wenden und ihn bitten, dir zu zeigen, welcher Schritt jetzt für dich dran ist. Das kann eine der aufgelisteten Ideen sein oder etwas anderes. Solltest du dich zum Beispiel erschöpft fühlen, können Zeiten der Ruhe wichtiger sein als neue Ideen.

Am besten konzentrierst du dich auf eine Sache, die du angehen willst. Sonst kann es passieren, dass du dich überforderst oder vor lauter Ideen den Fokus verlierst.

Die Kraft dafür darfst du von Gott erwarten. So eroberst du mit ihm zusammen Stück für Stück an Land zurück, was dir längst zusteht.

 Elisa Meyer

Elisa Meyer

  |  Volontärin

Sie ist kreativ und erzählt gerne davon, wo Gottes Wirken im Leben von Menschen sichtbar wird. Sie liebt es, in der Natur zu sein und hat ein Faible für kleine Dinge.

Ihr Kommentar

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Kommentare (3)

Dagmar-Judith K. /

Liebe junge Dame Lisa,
schön hast du den Artikel zusammengefasst ja: Zuversicht ist ein hohes Gut, muss aber tatsächlich "gefüttert" werden.... das Leben hält so manch herausforderne Situation mehr

Tanja /

Sehr hilfreiche Worte, die ich gerade am heutigen Tag wieder einmal nötig habe.
Herzlichen Dank!

Rüdiger V. /

Echt. Stark!

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