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© Priscilla du Preez / unsplash.com

01.01.2024 / Serviceartikel / Lesezeit: ~ 4 min

Autor/-in: Sarah-Melissa Loewen

Durchstarten? Zurückschauen!

Neujahr ist ein guter Zeitpunkt, das alte Jahr zu reflektieren. Impulse für den persönlichen Rückblick.

Obwohl nur ein Kalenderblatt umgeschlagen wird und sich die Welt weiterdreht wie zuvor, fühlt sich der 1. Januar doch irgendwie anders an. Nach Neuanfang, nach Aufbruch. Wahrscheinlich ist der Jahreswechsel deswegen so beliebt, um sich Vorsätze zu machen.

Neues Jahr, neues Glück?

Vielleicht hast du auch hoch motiviert den einen oder anderen Vorsatz für das neue Jahr gefasst? Ich nehme mir immer wieder aufs Neue vor, die überschüssigen fünf Kilo abzunehmen, unter der Woche früher schlafen zu gehen und mir regelmäßige Jesus-Zeiten mit Bibellesen und Gebet im Alltag einzubauen – und jedes Jahr scheitere ich aufs Neue daran.

Nach zwölf Monaten muss ich enttäuscht feststellen, dass ich es wieder nicht geschafft habe. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es daran liegt, dass meine Vorsätze unrealistische Ziele sind, oder ob es am Konzept der Neujahrsvorsätze an sich liegt. So oder so – das ist entmutigend und deprimierend.

Deshalb habe ich vor ein paar Jahren damit aufgehört, um den Jahreswechsel herum Neujahrsvorsätze zu fassen und mich damit gleich am Jahresanfang unter Druck zu setzen. Pläne schmieden und Ziele setzen kann ich genauso gut an den restlichen 364 Tagen des Jahres.

Der Blick zurück

Stattdessen halte ich in den ersten Tagen des neuen Jahres inne, bevor der Alltagstrott wieder beginnt. Der Jahresanfang ist für mich ein guter Zeitpunkt, um meine Erlebnisse und Erfahrungen des vergangenen Jahres zu sortieren. Die Tage „zwischen den Jahren“ hingegen sind für mich dafür zu voll: Da stehe ich gedanklich noch mit einem Bein in den Weihnachtsfeierlichkeiten und tanze mit dem anderen schon auf der Silvesterparty.

Nach Neujahr, wenn ich das Konfetti aus den Haaren gezupft und den Glitternagellack wieder abgewischt habe, nehme ich mir ein bis zwei Stunden Zeit, schnappe mir meinen alten Kalender und setze mich gemütlich auf das Sofa. Ich blättere durch die Seiten und erinnere mich, was ich im letzten Jahr alles erlebt habe. Manches habe ich schon wieder vergessen, anderes ist noch ganz präsent.

Falls du keinen Kalender führst, könntest du dich auch durch die Fotogalerie des letzten Jahres auf deinem Smartphone scrollen. Hier ein paar Fragen, an denen ich mich bei meinem Rückblick entlanghangele und die auch du für einen Rückblick nutzen kannst:

  • Was waren Highlights im vergangenen Jahr?
  • Wer oder was hat mich inspiriert?
  • In welchem Bereich bin ich gewachsen?
  • Was hat mich herausgefordert oder belastet?
  • Was habe ich versäumt?
  • Für wen oder was hatte ich zu wenig Zeit?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Wo ist mir Gott begegnet?
     

Auf dem Prüfstand

Ich erkenne dabei: Wieder ist ein Jahr voller Leben vorübergegangen. Der Blick zurück hilft mir, mich vom alten Jahr und allem, was war, zu verabschieden. Von den guten Erfahrungen und den schlechten.

Beides, das Gute und das Schlechte, hat mich geprägt und auf mich eingewirkt, ob ich das will oder nicht. Aber ich kann entscheiden, wie viel Einfluss es in der Zukunft auf mich haben soll. Der Apostel Paulus rät: „Prüft alles und das Gute behaltet“ (1.Thessalonicher 5,21).

Das, was mich belastet, verletzt und Kraft gekostet hat, lege ich Gott hin und schaue es mir mit ihm gemeinsam noch einmal an. Zwar kann ich nicht mehr ändern, was geschehen ist, aber es hilft mir, den Groll und den Schmerz loszulassen, der diesen Erlebnissen vielleicht noch anhaftet.

Es ist ein Schritt, um mich mit den schlechten Erlebnissen auszusöhnen und das eine oder andere davon getrost auszusortieren. Dadurch mache ich in meinem Herzen wieder Platz für neue, schöne und gute Erfahrungen.

Gute Erinnerungen konservieren

Genauso würdige ich das Gute, das mich glücklich gemacht hat, mich weitergebracht oder zum Staunen gebracht hat und mein Leben bereichert. Ich danke Gott für die Freude und Liebe, die ich erleben durfte.

Bei diesem inneren Sortier- und Aufräumprozess finde ich den ein oder anderen Schatz, der in dem ganzen Alltagschaos untergegangen ist: ermutigende Begegnungen, kostbare Gespräche, Hindernisse und Herausforderungen, die ich überwunden und gemeistert habe.

Ich poliere diese Erfahrungen und gebe ihnen einen besonderen Platz, indem ich sie mir gesondert aufschreibe oder den entsprechenden Kalendereintrag mit einem Textmarker highlighte. Falls du dich ausschließlich mit einem digitalen Kalender organisierst, könntest du dir stattdessen zum Beispiel Fotos von besonders schönen Erlebnissen ausdrucken, sie auf der Rückseite mit Datum und ein paar Stichworten versehen und einrahmen.

Der Blick nach vorn

Gleichzeitig liegt das neue Jahr vor mir. Es ist noch ganz jung und will gestaltet und erlebt werden. Mit dem neuen Kalender in der Hand spüre ich: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Zwar stehen schon ein paar Termine darin, aber die allermeisten Seiten sind noch weiß, ohne Eselsohren oder Kaffeeflecken. Alles ist möglich.

Wer weiß, welche Überraschungen auf mich warten, welche Wünsche und Träume sich erfüllen, welche Veränderungen mir bevorstehen?

Hier ein paar Fragen, mit denen ich auf das neue Jahr schaue und die auch du dir stellen kannst:

  • Was möchte ich privat und beruflich erreichen?
  • Was möchte ich erleben?
  • Welche Orte möchte ich besuchen?
  • Was habe ich schon länger aufgeschoben und möchte ich in diesem Jahr endlich anpacken?
  • Gibt es etwas, das ich verändern muss?
  • Was oder wem will ich mehr Zeit widmen?
  • Was will ich mir und anderen Gutes tun?

Ich nutze diese Fragen nicht, um schon konkrete Pläne zu machen oder To Do-Listen zu schreiben. Vielmehr helfen sie mir, mich neu auszurichten und zu schauen, ob die Richtung in meinem Leben noch stimmt. Habe ich den richtigen Fokus oder sollte ich nachjustieren?

Auch das neue Jahr lege ich Gott im Gebet hin. Ich teile mit ihm meine Pläne und vertraue ihm meine Wünsche und Träume an. Egal, was das neue Jahr bringt, ich weiß und vertraue darauf, dass Gott mit mir geht.

Ganz egal, wie du deinen Jahreswechsel begehst: Ich wünsche dir, dass du Zeit und Ruhe findest, um einmal in dich hineinzuhorchen und mit Gott über dein Gestern und dein Morgen ins Gespräch zu kommen. Frohes und gesegnetes neues Jahr!
 

 Sarah-Melissa Loewen

Sarah-Melissa Loewen

  |  Redakteurin

Sie hat Literatur- und Kulturwissenschaften studiert und war schon immer von guten Geschichten in Buch und Film begeistert. Doch sie findet, die besten Geschichten schreibt Gott im Leben von Menschen. Als Redakteurin erzählt sie diese inspirierenden Lebens- und Glaubensgeschichten. Sie lebt mit ihrem Mann in der schönsten Stadt am Rhein.

Ihr Kommentar

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Kommentare (1)

Beate K. /

Guten Morgen liebe Frau Loewen!
Danke für den guten Text -
die Fragen die zum nachdenken ermutigen.
Die einzelnen Texte unter den Überschriften bringen es für mich genau auf den Punkt.
In dem mehr

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