Navigation überspringen
© Priscilla du Preez / unsplash.com

10.11.2021 / Theologie / Lesezeit: ~ 2 min

Autor/-in: Jens Kilian

Mein Bibelbuch (6)

Ein persönlicher Blick in die Heilige Schrift: Jens Kilian über das Buch Habakuk.

 

 

Habakuk (Ver-)zweifelt

„Herr, wie lange schon schreie ich zu dir um Hilfe! Aber du hörst mich nicht. „Überall herrscht die Gewalt!“ rufe ich dir zu, doch von dir kommt keine Rettung. Warum muss ich so viel Unrecht mit ansehen, und warum schaust du untätig zu, wie die Menschen einander das Leben zur Hölle machen?“
Von wem stammen diese verzweifelten Worte wohl? Von einem Flüchtling, der durch einen Krieg sein Zuhause verliert? Von einem Menschen, der kündigt, weil er es an seinem Arbeitsplatz nicht mehr aushält? Oder könnten es vielleicht auch Ihre Worte sein? Kennen Sie das Gefühl, dass Gott Sie nicht hört, obwohl Sie schon so lange zu ihm rufen, dass einfach keine Rettung kommt? Haben Sie manchmal den Eindruck, dass Menschen sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen oder vielleicht auch Ihnen? Dann können Sie bestimmt nachvollziehen, was der Prophet Habakuk hier in seiner Verzweiflung zu Gott ruft.

Und Gott antwortet Habakuk tatsächlich: Die Babylonier werden kommen und dann wird es erst so richtig schlimm. Dem Unrecht folgt das Gericht. Es geht sozusagen aus dem Regen in die Traufe. Das war bestimmt nicht das, was Habakuk hören wollte.

Und so schreit Habakuk noch einmal „Papa Kuck“ oder „Vater im Himmel schau doch nicht weg!“
„Warum siehst du dann dem Treiben dieser Verbrecher tatenlos zu? Warum schweigst du, wenn diese Gottlosen andere vernichten, die doch rechtschaffener sind als sie?“
 

Habakuk (er-)wartet

Nun setzt Habakuk sich hin und wartet, dass Gott antwortet.

Auch jetzt schweigt Gott nicht, sondern sagt: „Denn was ich dir jetzt offenbare, wird nicht sofort eintreffen, sondern erst zur festgesetzten Zeit. Aber es wird sich ganz bestimmt erfüllen, darauf kannst du dich verlassen. Warte geduldig, selbst wenn es noch eine Weile dauert! Nur der wird leben, der Gottes Willen tut und ihm vertraut. Wer aber hochmütig und unaufrichtig ist, verfehlt sein Ziel.“

Und dann beschreibt Habakuk im 3. Kapitel seine Vision, wie Gott mit Macht eingreift. Der Prophet zittert vor Ehrfurcht und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Gottes Glanz strahlt über den Himmel, sein Ruhm erfüllt die ganze Erde. Die Erde bebt, die Berge bersten, die Hügel sinken in sich zusammen. Gott holt seinen Bogen zum Kampf und spaltet die Erde, dass Ströme hervorbrechen. Sonne und Mond verfinstern sich, wenn Gottes Pfeile und Speere leuchten und blitzen. Das alles geschieht, weil Gott mit Macht eingreift und kommt, um sein Volk zu retten.
 

Habakuk jubelt Vor-Freude

Neben der Ehrfurcht wird in Habakuk eine unbändige Vorfreude auf Gottes Eingreifen und seine Rettung geweckt, auch wenn davon noch nichts zu sehen ist:
„Noch trägt der Feigenbaum keine Blüten, und der Weinstock bringt keinen Ertrag,
noch kann man keine Oliven ernten, und auf unseren Feldern wächst kein Getreide;
noch fehlen Schafe und Ziegen auf den Weiden, und auch die Viehställe stehen leer.
Und doch will ich jubeln, weil Gott mich rettet, der HERR selbst ist der Grund meiner Freude!“

Wenn Sie auch gerade noch verzweifelt auf Gottes Hilfe warten und auf sein Eingreifen hoffen, dann lesen sie doch mal das Buch Habakuk. Vielleicht beflügelt Gott ja auch Ihre Schritte und bringt Sie zum Jubeln, weil ER kommt!

 

Weitere Informationen zum Thema Bibel finden Sie auch auf unserem Dossier:

 

 Jens Kilian

Jens Kilian

  |  Leiter Finanzbuchhaltung

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Das könnte Sie auch interessieren