Immer wieder klingen Filme in mir nach. Ein Film, der mich beeindruckt hat, ist „Flatliners“. Die Story ist etwas abwegig. Es geht um Medizinstudenten, die zu Forschungszwecken bewusst einen Herzstillstand herbeiführen, um sich danach wiederzubeleben.
Alle Betroffenen werden durch die Nahtoderfahrung mit Lebensereignissen konfrontiert, für die sie sich schuldig fühlen. Einer der Studenten wird darüber sogar richtiggehend wahnsinnig, weil er sich für den Tod eines früheren Spielkameraden verantwortlich fühlt.
Der Film stellte mich neu vor die Frage: Welche Rolle spielt Schuld in meinem Leben?
Eigentlich ist die Antwort einfach. Ich habe meine Schuld bei Jesus gelassen. Sie ist vergeben und vergessen. Aber ist das wirklich so?
Gott ist nicht nachtragend
Wenn andere an mir schuldig werden, sage ich schnell: „Ist schon ok.“ Doch in meinem Herzen brodelt es weiter. Ich mag vielleicht vergebungsbereit sein, aber vergessen ist es damit noch nicht. Oft hole ich alte Fehler wieder hervor und reite darauf herum, wenn der andere mich erneut enttäuscht.
Genauso mache ich es bei mir selbst. Da läuft etwas schief und ich denke noch Wochen später: Wie konnte mir dieser Fehler nur unterlaufen?
Besonders schlimm wird es, wenn eine Versöhnung nicht möglich ist. Was tue ich, wenn durch meine Schuld – wie in dem Beispiel aus dem Film – jemand ernsthaft Schaden nimmt und ich es nicht wiedergutmachen kann? Muss ich dann bis an mein Lebensende diese Last mit mir herumtragen?
Nein, keineswegs. Denn Jesus ist nicht nur für die Fehler gestorben, die ich mit etwas Bemühen wiedergutmachen kann, sondern auch für Worte, die ich nie mehr zurücknehmen kann; für Taten, die anderen oder mir selbst ernsten Schaden zufügen. In Micha 7,19 sagt der Prophet Micha über Gott: „Du wirst mit uns Erbarmen haben und alle unsere Schuld wegschaffen; du wirst sie in das Meer werfen, dort, wo es am tiefsten ist.“
Reue – mehr als ein einfaches Sorry
Damit garantiert Gott mir mehr, als ich je von einem Menschen erwarten oder einem anderen gewähren könnte. Wenn wir unsere Schuld bei Gott ablegen, ist sie weg. Da gibt es kein „Ich habe dir vergeben, aber in Ordnung ist unsere Beziehung nicht mehr“. Nein, Jesus vergibt ohne Wenn und Aber.
Obwohl – eine Bedingung gibt es: Mir muss leidtun, was ich getan habe. Ich muss verstehen, dass mein Handeln falsch war.
Denn Gott will, dass wir uns unserer Schuld stellen und bereit sind, daraus zu lernen. Dann vergibt Gott gerne und hilft mir auch dabei, mir selbst und anderen zu vergeben.
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Kommentare (4)
Vielen Dank für die Andacht über so ein wichtiges Thema! Manchmal allerdings - dies ist meine Erfahrung - muss man jedoch mit den Konsequenzen von Schuld oder Fehlentscheidungen leben. Gott mildert … mehrsie vielleicht ab, wenn man sie ernsthaft bereut. Aber es bleiben Narben. Dazu gibt es in der Bibel auch genügend Geschichten. Mose z.B. durfte nach einem Fehltritt nicht in das gelobte Land. Er durfte es nur von der Ferne sehen, ehe er alt starb.
Aber die Gnade ist immer größer als unsere Schuld.
Ja, es ist nicht immer einfach im Geist zu leben, aber dringend notwendig.
Hoi Rebecca
ich bin Deines Mannes Tante und lese gerade Deine schöne Botschaft. Meine Gratulation zu Deinen Gedanken!
Herzlichst, Elisabeth
Hallo bei erf!
Das Thema Vergeben und Vergessen ?!
scheint bei mir ein Lebensthema zu sein.
Ich hab durch mein Verhalten zwei wichtige Freundschaften verloren. Gott sei Dank ist das schon einige Zeit … mehrzurück undd er Schmerz ist nicht mehr so im Vordergrund. Doch die Gedanken gehen immer wieder dorthin zurück, obwohl ich glaube(glauben möchte) dass Jesus mir meine Schuld vergeben hat. In der einen Geschichte habe ich schon Frieden gefunden,doch in der anderen Sache nicht, weil die Freundin mir nicht antwortet. Kann man nix machen, muss man damit leben. Manche Menschen,auch wenn sie als Christen leben wollen, sind da knallhart. Auch weil sie sagen, ich verknüpfe ja automatisch diesen Schmerz mit deiner Person und einem bestimmten Verhalten. Daran will ich mich aber nicht dauernd erinnern, also will ich nix mehr von Dir wissen.
Ich habe solches Denken auch in anderen Zusammenhängen gesehen, die mit mir nix zu tun haben. Ich denke mir, so verständlich dieses Verhalten auch erscheint, unbewusst vergiften wir damit unsere Seele. Und das will Gott ja nicht. Darum will er uns lehren, zu vergeben und der Liebe den Vorrang zu geben. Ich habe aber auch lernen müssen, ich kann die Vergebung durch den anderen Menschen nicht erzwingen. Mein Ausweg : den Schmerz lasse ich möglichst ruhen und bin nur noch dankbar für die Erinnerung an schöne Zeiten mit diesen abwesenden Freundinnen. Das nimmt mir ja niemand weg. Freundliche Grüsse Dorena