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© Priscilla du Preez / unsplash.com

04.11.2021 / Theologie / Lesezeit: ~ 2 min

Autor/-in: Kai-Uwe Woytschak

Mein Bibelbuch (3)

Ein persönlicher Blick in die Heilige Schrift: Kai-Uwe Woytschak über das 2. Buch Mose.

 

 

Erzählt wird die Geschichte des Volkes Israel im 13. Jahrhundert vor Christus. Wegen einer Hungersnot in Kanaan waren der Stammvater Jakob und seine Sippe einst nach Ägypten gezogen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde aus dieser Großfamilie ein richtiges Volk. Das wiederum sorgte bei der ägyptischen Bevölkerung für Verunsicherung: Angst vor Überfremdung machte sich breit. Als ein neuer Pharao an die Macht kam, versuchte er die Israeliten durch Sklavenarbeit in Schach zu halten. Davon erzählt das zweite Buch Mose ganz am Anfang. 

Gott sieht die schwierige Situation der Israeliten und verspricht ihnen zu helfen. Aber derjenige, der sie befreien und aus Ägypten wegführen soll, muss erst noch geboren werden. Sein Name ist Mose. Er bekommt von Gott den Auftrag, beim Pharao vorstellig zu werden und ihm die berühmten zehn Plagen anzudrohen. Die letzte davon ist zugleich der Auftakt für die große Befreiungsaktion. Am Vorabend des Auszugs aus Ägypten sollen sich die Israeliten für eine deftige Mahlzeit in ihren Häusern, zum sogenannten Passa oder Pessach, versammeln. Zu essen gibt es Lammbraten. Und mit dem Blut der geschlachteten Tiere sollen sie die Türpfosten aller Häuser bestreichen. Die Familien in den so gekennzeichneten Häusern werden verschont, als dann in der Nacht alle Erstgeborenen in Ägypten getötet werden.

Danach beginnt für die Israeliten eine lange Reise, denn Mose soll sie nach Kanaan bringen. Also in das Land, das Jakob vor mehr als vierhundert Jahren wegen einer Hungersnot verlassen hatte. Aber der Weg zurück nach Kanaan wird ein schwieriges Unterfangen. Rund 600.000 Männer mit ihren Frauen und Kindern, so berichtet die Bibel, also wahrscheinlich mehr als zwei Millionen Menschen, machen sich mit ihrem ganzen Hab und Gut auf den Weg.

Streit und Misstrauen gegenüber Gott führen dazu, dass die Reise durch die Wüste letztendlich vierzig Jahre dauert und erst zwei Generationen später ihr Ende findet. Ein ganzes Volk wohnt in dieser Zeit in Zelten – mit wenig Schutz und wenig Komfort. Aber Gott bekennt sich zu seinem Volk. Am Berg Sinai offenbart er sich in besonderer Weise und übergibt Mose die Zehn Gebote. Sie beginnen mit den Worten: „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ (1. Mose 20,2-3). Dann lässt Gott die Stiftshütte errichten, das prachtvoll ausgestattete „Zelt der Begegnung“. Während der Reise nach Kanaan ist es immer dabei. So wie Gott selbst, der die Menschen, die an ihn glauben und die ihm vertrauen, nicht im Stich lässt.

Das gilt genauso für meine Lebensreise. Auch wenn sie manchmal chaotisch verläuft, auch wenn der Komfort unterwegs zu wünschen übrig lässt: Ich weiß, Gott lässt mich nicht im Stich, sondern bringt mich sicher ins himmlische Vaterhaus. Und das zweite Buch Mose ist auf meiner Lebensreise eine wunderbare Reiselektüre!

 

Weitere Informationen zum Thema Bibel finden Sie auch auf unserem Dossier:

 

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