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© Priscilla du Preez / unsplash.com

17.11.2021 / Theologie / Lesezeit: ~ 2 min

Autor: Sabine Bohn

Mein Bibelbuch (10)

Ein persönlicher Blick in die Heilige Schrift: Sabine Bohn über das Buch Esther.

 

 

Das Buch Esther beginnt mit einem Eklat: Königin Wasti, die Frau des Königs von Persien, verweigert ihrem Mann den Gehorsam. Aus gutem Grund: König Xerxes feiert ein ausschweifendes Fest. Am siebten Tag schickt der angetrunkene Herrscher seine Eunuchen, um die Königin zu holen. Er möchte seinen Gästen vorführen, wie schön sie ist. Doch da macht Wasti nicht mit! Sie will nicht als Party-Gag herhalten.

Der König ist sauer. Kurzerhand verstößt er Wasti und sucht sich eine neue Frau. Er lässt die schönsten Mädchen aus dem ganzen Königreich holen, um eine von ihnen zu seiner neuen Königin zu machen.

Und hier kommt Esther ins Spiel. Sie lebt mit ihrem Pflegevater Mordechai in Susa, also nicht weit vom Königshof, und sie ist eine Schönheit. Zusammen mit vielen anderen Mädchen wird sie in den Palast gebracht. In der Bibel ist nicht von Esthers Gefühlen die Rede. Aber ich vermute, dass das ein ziemlicher Schock für sie war, so plötzlich von ihrer Familie getrennt zu werden.

Monatelang werden Esther und die anderen Kandidatinnen vorbereitet, dann werden sie dem König vorgeführt. Und, siehe da – Esther wird die neue First Lady. Dass sie jüdischer Herkunft ist, weiß niemand am Königshof. 

Szenenwechsel. Der zweite Mann im Staat heißt Haman. Dieser Haman verlangt, dass jeder vor ihm niederkniet. Alle machen das - bis auf einen: Mordechai. Der beugt sich nur vor seinem Gott. 
Haman sinnt auf Rache. Und weil er weiß, dass Mordechai Jude ist, will er gleich das ganze Volk vernichten. Er erschleicht sich die Genehmigung des Königs, an einem ganz bestimmten Datum alle Juden im gesamten persischen Reich auszurotten. 

Die Juden sind geschockt. Mordechai sorgt dafür, dass Esther von diesem teuflischen Plan erfährt. Und er bestürmt sie, beim König um Gnade zu bitten. Ein gefährlicher Plan, denn niemand darf ungerufen zum König kommen – nicht einmal die Königin! Esther tut es trotzdem. Sie setzt ihr Leben auf's Spiel, um ihr Volk zu retten.

Der König ist gnädig. Er tötet Esther nicht, sondern hört sich ihre Bitte an. Den Haman lässt er hinrichten. Und den Juden erlaubt er, sich zu verteidigen an dem festgelegten Tag. Ein Happy-End also. 

Zur Erinnerung an diese wunderbare Rettung feiern die Juden bis heute ein fröhliches Fest: das Purimfest. Der Name kommt von dem Wort "Pur", das heißt "Los". Denn Haman hatte das Los geworfen, um den Tag zu ermitteln, an dem er die Juden vernichten wollte. 

An dem Buch Esther fasziniert mich: Gott kommt gar nicht vor in diesem Buch. Trotzdem kann man deutlich seine Führung erkennen. Gott handelt sozusagen "inkognito". 

Und noch etwas beeindruckt mich: der Mut dieser Frau. Sie verweigert sich nicht, als es darauf ankommt, obwohl sie genau weiß: es kann sie das Leben kosten. 

Ich werde mit Sicherheit kein Volk vor dem Untergang retten. Aber es gibt vielleicht andere Situationen, wo Gott mich gebrauchen möchte. Ich wünsche mir, dass ich dann genau wie Esther nicht kneife, sondern mutige Schritte gehe. 

 

Weitere Informationen zum Thema Bibel finden Sie auch auf unserem Dossier:

 

 Sabine Bohn

Sabine Bohn

  |  Assistentin Redaktion / Produktion

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