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© Jeshoots com / unsplash.com

02.07.2021 / Wochenrückblick / Lesezeit: ~ 4 min

Autor: Katja Völkl

Kein Weiterkommen für die Deutsche National-Elf

…und was sonst noch in dieser Woche wichtig war.

 

 

ERF: Heute ist Freitag, der 2. Juli 2021. Und wie immer an dieser Stelle blicken wir zurück auf die vergangene Woche. Mein Name ist Katja Völkl und mein Kollege Oliver Jeske hat das Geschehen in den letzten Tagen beobachtet. Oliver, um ein Ereignis kommen wir natürlich nicht drumherum. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist am Dienstag aus dem Kampf um den EM-Titel ausgeschieden.

Oliver Jeske: So ist es, 0:2 hat unsere Elf gegen England verloren. Ich persönlich fand’s ein interessantes Spiel, auch wenn ich mir natürlich ein Weiterkommen unserer Mannschaft gewünscht hätte. Was ich absolut nicht verstehen konnte: die Schmach, die manche Gazetten in unserem Land unserem Bundestrainer angedichtet haben. Ausgerechnet in Wembley gegen die Engländer sei Jogi Löw gescheitert. Das hat es ja noch nie gegeben!

Da sage ich: Ja, und? Gibt es etwa Naturgesetze, die besagen, dass Deutschland immer gegen England gewinnen muss? Nein, die gibt es nicht. Ich finde, da wird der Fußball etwas überhöht.
 

ERF: Eine Überhöhung des Themas Fußball: Du sprichst sie gerade an. Es gab ja auch einige Kritik an sich umarmenden Fans in London.

Oliver Jeske: Richtig, und daran sind meiner Überzeugung nach die Veranstalter schuld. 60.000 Fans durften das Achtelfinal-Spiel live vor Ort mitverfolgen. Das Wembley-Stadion war zu zwei Dritteln voll. Das hat nichts mehr mit Vernunft zu tun. Die UEFA als Veranstalter ist hier nur Profit-gesteuert. Entsprechend gab es auch schon Kritik von höchster Stelle. Der Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation für Europa, Hans Kluge, hält die UEFA für – Zitat – „absolut verantwortungslos“.
 

ERF: Wir verlassen an dieser Stelle das Thema Fußball, bleiben aber bei Corona und seinen Folgen. So langsam wächst die Menge an Impfstoff in Deutschland. Jeder, der möchte, kann sich inzwischen einen Impftermin geben lassen. Gleichzeitig ist die Delta-Variante des Corona-Virus auf dem Vormarsch. Viele verantwortungsbewusste Eltern machen sich Sorgen um den Schutz ihrer Kinder und fragen sich: Sollten sie eine Impfung bekommen, oder nicht?

Oliver Jeske: Genau, auch Kinder- und Jugendärzte sind sich uneinig, ob eine Impfung empfehlenswert ist. Aufgrund der geringen Zahl an Probanden können Sie die Sicherheit mancher Impfstoffe noch nicht abschließend beurteilen. Der Biontech-Impfstoff ist zwar für Kinder ab 12 Jahren freigegeben. Bei Kindern gab es bisher allerdings nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, schwer zu erkranken und zu sterben.
 

ERF: Gleichzeitig würde eine Impfung aber doch die Teilnahme an Schule, Kindergarten und Freizeitangeboten erleichtern.

Oliver Jeske: Das mag stimmen. Dennoch: Auch bei Impfungen für Kinder gibt es kein Nullrisiko. Es bleibt immer eine Nutzen-Risiko-Abwägung. Sie muss zusammen mit den Eltern bzw. Sorgeberechtigten und den Kindern und Jugendlichen getroffen werden. Meine Überzeugung: Niemand darf zu einer Impfung gedrängt werden, aber es darf auch niemand davon abgehalten werden.
 

ERF: Hier ist also die Verantwortung von jedem Einzelnen gefragt. Um Verantwortung ganz anderer Art geht es bei einem anderen Thema, das wir unbedingt noch aufgreifen wollen. Und zwar geht es um einen Alltagsgegenstand: unsere Handys.

Oliver Jeske: Und in diesen Handys ist ein Bestandteil des seltenen Erzes Coltan enthalten. Das wird unter anderem im Kongo abgebaut. Nun muss man wissen: Im Kongo herrschen seit 25 Jahren bewaffnete Konflikte. Und der Kampf um das Coltan wird mit schlimmsten Mitteln ausgetragen. Unter anderem werden Frauen systematisch vergewaltigt.
 

ERF: Dagegen wendet sich die sogenannte „Kongo-Kampagne“. Oliver, was genau ist das. Und was will die Kampagne erreichen?

Oliver Jeske: Die Kongo-Kampagne ist ein Zusammenschluss aus 16 christlichen Institutionen – dazu zählt zum Beispiel die Micha-Initiative der Evangelischen Allianz, Brot für die Welt oder die International Justice Mission. Die Kongo-Kampagne hat fast 12.000 Unterschriften gesammelt und die im Juni an die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Bärbel Kofler, übergeben. Das Ziel:

Inzwischen gibt es ja erste Gesetze in Deutschland für faire Lieferketten. Doch die müssen nachgebessert werden. Damit wir und in Deutschland nicht weiterhin durch unser Konsumverhalten an den Zuständen im Kongo mit schuldig machen.
 

ERF: Und zum guten Schluss hast du nach gutem Brauch auch noch die gute Nachricht der Woche für uns.

Oliver Jeske: Richtig, und zwar wird der Bundesfreiwilligendienst zehn Jahre alt. Wir erinnern uns: Zu Zeiten der Wehrpflicht gab es den Zivildienst als Ersatzdienst. Der konnte auch in christlichen Einrichtungen – zum Beispiel Kirchengemeinden oder Missionswerken geleistet werden. Das gleiche gilt für den Bundesfreiwilligendienst. Seit seinem Bestehen gab es 400.000 Bundesfreiwilligendienst-Leistende – sogenannte Bufdis.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dazu gesagt: Die Bufdis „sind für viele Menschen ein wichtige Hilfe und ein Lichtblick im Alltag“, sie seien ein Geschenk für unsere Gesellschaft. Dem möchte ich mich anschließen und allen an dieser Stelle einmal Danke sagen, die einen Freiwilligendienst leisten oder geleistet haben.

ERF: Und dem schließe ich mich gerne an. Das war der Wochenrückblick aus dem Team ERF Aktuell. Ein schönes Wochenende wünschen Oliver Jeske und Katja Völkl.

 

 Katja Völkl

Katja Völkl

  |  Redakteurin und Moderatorin

Die gebürtige Münsteranerin ist für aktuelle Berichterstattung zuständig. Von Hause aus ist sie Lehrerin für Deutsch und Philosophie und Sprecherzieherin. Sie liebt Hunde, geht gerne ins Kino und gestaltet Landschaftsdioramen.

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