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© Jezael Melgoza / unsplash.com

21.01.2021 / ERF GlobalHope / Lesezeit: ~ 5 min

Autor: Ingrid Will

Hoffnungsimpulse statt Drogen

Die Region Veracruz ist bekannt für Drogen und Gewalt. Ein neuer Radiosender verbreitet Hoffnung.


Mexiko ist traditionell bekannt für seine Gastfreundschaft, gutes Essen und bunte Volksfeste, doch heutzutage leider auch für organisierte Kriminalität, Drogenkartelle und Korruption. Die Gewalt in Mexiko nimmt seit Jahren zu. Nach Angaben der Washington Post gab es dort 2019 so viele Mordfälle wie noch nie – insgesamt 35.588.

Besonders betroffen ist Veracruz. Das Leben in diesem Küstenstaat am Golf von Mexiko ist stark vom blutigen Krieg zwischen Drogenkartellen geprägt. Entführungen, Schießereien und brutale Morde sind an der Tagesordnung.

In der Mitte von Veracruz liegt die Stadt Poza Rica mit knapp 200.000 Einwohnern. Sie war das Produkt eines Ölbooms zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Doch als das Öl versiegte, zwangen die daraus resultierenden Wirtschaftskrisen viele Männer dazu, anderswo Arbeit zu suchen. Dies führte zu sozialen Problemen: Armut, familiäre Zusammenbrüche und Kriminalität nahmen zu.
 

Die Vision eines christlichen Radiosenders

Vor diesem Hintergrund entwickelte 2003 eine kleine Gruppe besorgter Bürger in Poza Rica die Vision, einen regionalen Radiosender für Familien zu schaffen. Dieser sollte hochwertige Inhalte ausstrahlen und Familien und junge Menschen mit Musik, aufbauenden Programmen, fundierten Ratschlägen und Bibellehre versorgen.

 

Da den Initiatoren praktische Erfahrung beim Aufbau eines Radiosenders fehlte, wandten sie sich an „Radio Encuentro“. Die mexikanische Organisation unterstützt den Aufbau christlicher Radiosender im Land und half auch in Poza Rica bei der Beantragung einer Sendelizenz. Doch das Team stand immer wieder vor neuen bürokratischen Hürden und konnte das Projekt trotz aller Bemühungen jahrelang nicht starten.

Dennoch gaben die Frauen und Männer aus Poza Rica ihre Vision nicht auf. Sie warteten und beteten. Mitte 2019 bekamen sie endlich die ersehnte Nachricht der lokalen Regierungsbehörde. Sie erhielten eine Sendeerlaubnis und eine UKW-Lizenz! Aber es gab eine Auflage: Der Sender musste innerhalb von sechs Monaten einsatzbereit sein, sonst würde ihnen die Behörde die Sendeerlaubnis wieder entziehen. Plötzlich änderte sich die Situation von Warten und Beten zu Beten und Drängen.
 

Träume werden Wirklichkeit

Zumindest gab es schon einen Standort für den Sender: Eine örtliche Universität, die zuvor eine Campus-Radiostation betrieben hatte, stellte ihre Studios und die Plattform für die Dachantenne zur Verfügung. Doch es fehlte noch Geld für die finale Ausstattung und die Installation der Antenne. Wieder bangten die Gründer um den Start ihres Projektes.
 

ERF Medien unterstützt die Arbeit von La Estación. Ihre Spende hilft uns, dieses und andere christliche Medien-Projekte in Südamerika zu ermöglichen.

Was sie nicht wussten: Nur wenige Monate zuvor war Radio Encuentro mit TWR eine internationale Partnerschaft eingegangen. Radio Encuentro berichtete TWR von den Finanzierungsproblemen des Poza Rica Senders und TWR wiederum stellte die Initiative seinem langjährigen Partner ERF Medien vor.

Eine Spende des ERFs ermöglichte dann tatsächlich den Beginn der Arbeiten. Eine Ingenieurfirma installierte die Antenne, die notwendige Studioausrüstung wurde gekauft. Noch vor Ablauf der Frist ging „La Estación“ auf Sendung. Endlich war das lange Warten vorbei und der Traum eines christlichen Radiosenders für Poza Rica ging in Erfüllung.

Eine Spende des ERFs ermöglichte dann tatsächlich den Beginn der Arbeiten. Endlich war das lange Warten vorbei und der Traum eines christlichen Radiosenders für Poza Rica ging in Erfüllung.

 

Programme, die Hoffnung senden

Logo von La Estación
Copyright: La Estación

La Estación (auf Deutsch „die Station“) ist nun bereits ein Jahr in Betrieb und strahlt ein breites Programm aus. Besonders beliebt ist die Jugendsendung „Entre Jovenes“, in der junge Menschen Probleme diskutieren und Beratung erhalten.

Die Sendung „Hombres de la A a la Z“ hat Männer als Zielgruppe: Gesundheits- und Verhaltensexperten schlagen Lösungen für wichtige Familienprobleme vor und ermutigen die Hörer, biblische Prinzipien in ihren Familienbeziehungen zu leben. Auch Andachten und die weltweit sehr bekannten Sendereihen „Women of Hope“ und „Durch die Bibel“ werden ausgestrahlt.

Das junge, engagierte Radioteam erhält regelmäßig Rückmeldungen von seinen Hörern. Diese sind begeistert, nun einen lokalen christlichen Sender zu haben. Eine Hörerin schreibt: „Ich bin fasziniert und sehr glücklich über die Programme, die ihr in Roza Rica ausstrahlt. Ich merke, dass hier in unserer Stadt große geistliche Armut herrscht und die wenigsten Menschen Gottes Wort kennen. Ich höre eure Sendungen täglich. Sie haben einen sehr positiven Einfluss auf mich und andere. Ihr bringt in diesen schwierigen Zeiten Hoffnung in unsere Stadt. Bitte macht weiter so!“

Ich höre eure Sendungen täglich. Sie haben einen sehr positiven Einfluss auf mich und andere. Ihr bringt in diesen schwierigen Zeiten Hoffnung in unsere Stadt.  – Hörerin von  La Estación, Mexiko

 

Ein weiterer Hörer meldet: „Ich genieße euren Sender. Ich habe durch diese Sendungen so viel gelernt, und möchte allen danken, die sie produzieren. Heute können wir eine Menge Dinge im Radio hören, aber diese Art von Programmen segnet das Leben der Menschen. Ich ermutige jeden, der euren Sender noch nicht kennt, ihn einzuschalten! Durch eure Programme erfahre ich Hoffnung und lerne mehr über Gott.“

Ich habe durch diese Sendungen so viel gelernt und möchte allen danken, die sie produzieren. Ich ermutige jeden, der euren Sender noch nicht kennt, ihn einzuschalten! – Hörer von La Estación, Mexiko

 

Durch Gottvertrauen die eigene Region verändern

Das Leben in Roza Rica und Umgebung ist weiterhin geprägt von Gewalt und Terror. Einen Monat, nachdem  La Estación auf Sendung ging, verbarrikadierte eine bewaffnete Bande in einem nahgelegenen Ort die Ausgänge einer Bar und zündete das Gebäude an. 31 Menschen kamen dabei ums Leben. Nur wenige Wochen zuvor wurde ein prominenter Journalist in Veracruz auf offener Straße erschossen. Diese Kultur der Angst und Einschüchterung zeigt dem Team von La Estación, wie wichtig ihr mutmachendes Radioprogramm für die Region ist.
 

Das Team von La Estación
Das Team von La Estación (Copyright: Radio Encuentro)

Dazu sagt die Leiterin der Radiostation, Erica Cruz: „Wir sind verpflichtet, die Hoffnung von Jesus weiterzugeben. Nur wenn wir auf Gott vertrauen und für unsere Stadt, unseren Staat und unser Land beten, können wir unsere Nation verändern. Gott ist der Einzige, der uns stark und mutig macht. Nur er ist in der Lage, Familien zu versöhnen und zusammenzuhalten. Wir träumen davon, dass die Radiostation in Christus mächtig sein wird und dadurch neue Menschen zu ihm kommen.“

Wir sind verpflichtet, die Hoffnung von Jesus weiterzugeben. Nur wenn wir auf Gott vertrauen und für unsere Stadt, unseren Staat und unser Land beten, können wir unsere Nation verändern . – Erica Cruz, Leiterin von La Estación, Mexiko

 

Wir beten:

  • für Bewahrung für das Radioteam von La Estacion.
  • dass der Sender kreative Finanzierungslösungen findet, um den Sender am Laufen zu halten.
  • dass die Radiostation immer mehr Menschen erreicht und die Sendungen die Leben der Hörer nachhaltig verändern.

Banner und Link ERF GlobalHope

 Ingrid Will

Ingrid Will

  |  Projektkoordinatorin

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Kommentare

Ulrich H. /

Es ist immer wieder schön, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Diese Geschichte hat mir Mut gemacht. Danke!

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