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© Vitaly Taranov / unsplash.com

25.11.2022 / Bericht / Lesezeit: ~ 3 min

Autor/-in: Oliver Jeske

Es geht nur noch um Macht und Geld!

Christliche Fans boykottieren die Fußball-WM in Katar.

 

 

2022 ist diese Frage zu einer Gewissensentscheidung geworden: Schaue ich die Fußball-WM im Fernsehen oder schaue ich sie nicht? Oliver Jeske hat sich bei christlichen Fanclubs umgehört und nach ihrer Haltung gefragt.

 

Jan Wieland ist Fußballfan mit Leib und Seele. Er gehört zu den „Holy Bulls“, dem christlichen Fanclub des RB Leipzig: „Es gibt natürlich unterschiedliche Betrachtungen. Die einen gucken mehr. Die anderen gucken weniger bis hin zum persönlichen Boykott.“ Da gebe es ganz viele Unterschiede. „Aber Euphorie, große Treffen und Partys gibt es diesmal nicht. Die haben uns die WM richtig versaut!“


Wut auf die FIFA und den DFB

Jan Wieland ist richtig sauer auf die FIFA, die in Katar nur auf den Profit starrt und auf den DFB, der vor dem Weltverband kuscht. „Die sind letztendlich nicht in der Lage, wirklich den Fußball und die Fans in den Vordergrund zu rücken. Es geht nur noch um Macht und Geld! Das ist sehr schade.“

Bei den „Holy Bulls“ hat keiner so richtig Freude an der WM, auch wenn man beim Thema schauen oder nicht schauen uneinig ist.
 

Die Lust am Fußball ist weg

Strikter sind da die „Königskinder“. Die christlichen Fans des VfB Stuttgart sagen nahezu einstimmig: „Der Fernseher bleibt aus. Wir boykottieren die WM.“

Ihr Vorsitzender Pfarrer Timo Rölle beobachtet bei seinen Vereinskameraden: „Sie haben von sich aus alle gesagt, dass sie dieses Jahr kein einziges Spiel anschauen möchten, weil sie das einfach nicht zusammenbringen.“ Die Liebe zum Fußball sei ungebrochen, jedoch: „Die Umstände der WM in Katar haben uns die Lust am Fußball verdorben.“
 

Der ganze Weltfußball hat Schaden genommen

Stadien, die mit dem Blut von modernen Arbeitssklaven erbaut wurden. Menschenrechte, die mit Füßen getreten werden. Auch Michael Schnepel ist darüber erschüttert. Er leitet den Fanclub „Offensive Werder Bremen“. Darüber hinaus hat er den Verbund Christlicher Fanclubs in Deutschland (VCFD) gegründet und ist überzeugt, der ganze Weltfußball hat schon jetzt durch die WM Schaden genommen. Niemand hat auf die kritischen Stimmen gehört. Wie kann es überhaupt nach Katar weiter gehen mit dem Fußball in Deutschland?


Eine Plattform für neue Werte?

Schnepel betont: „Die Frage ist richtig gut, weil viele nicht über die Zeit der WM hinausdenken. Sie sagen, dass jetzt alles viel zu spät sei. Der Zug sei abgefahren.“ Dem setzt Schnepel entgegen: „Wir sagen, dass unsere Arbeit jetzt erst beginnt.“

Der VCFD unter Leitung Schnepels will sich stark machen für einen Fußball, bei dem ethische Werte nicht mit Füßen getreten werden. „Wir wollen eine Plattform aus Christen und Nichtchristen gründen, wo wir uns auch als Christen zeigen und sagen, wir haben andere Werte. Wir möchten darauf dringen beim Deutschen Fußball-Bund, dass sich in Zukunft anders dafür eingesetzt wird, damit die Menschenrechte beachtet werdens so wie es die FIFA auch in ihren Statuten hat.“


Advent ist trotzdem Grund zum Feiern

Und bis dahin? Bei vielen christlichen Fans – und nicht nur bei ihnen – bleibt diesmal der Fernseher aus. Doch es ist ja gleichzeitig Advent. Und da wollen die „Holy Bulls“ vom RB Leipzig auf jeden Fall Flagge zeigen: „Wir haben eine schöne Weihnachtsfeier geplant. Wir betreiben im Stadion eine eigene Kapelle. Dort werden wir uns treffen, zusammen grillen und die Weihnachtszeit entsprechend hochhalten.“

 Oliver Jeske

Oliver Jeske

  |  Redakteur Aktuelles

Sprachlich Hannoveraner, seit einem Vierteljahrhundert in Berlin zu Hause, liebt er Jesus, Tanzen mit seiner Frau, Nordsee-Spaziergänge mit seinen Söhnen und leckeren Fisch. Von Gott ist er fasziniert, weil der ihn immer wieder überrascht und im wahrsten Sinne des Wortes beGEISTert.

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Kommentare (1)

Nathan /

Grillen in der eigenen Kapelle, hoffe der Rauch vernebelt nicht und lenkt von der eigentlichen Aufgabe ab, das Evangelium weiterzugeben!
Ich hoffe diese Fanclubs nutzen wirklich einen Einfluss. Viel mehr

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