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© Jeshoots com / unsplash.com

18.03.2022 / Wochenrückblick / Lesezeit: ~ 3 min

Autor/-in: Oliver Jeske

Die Ukraine bleibt das bestimmende Thema

Der Freitagstalk des ERF Aktuell-Teams.

 

 

Der Angriffskrieg von Wladimir Putin und die Folgen davon sind und bleiben das alles bestimmende Thema in der zurückliegenden Woche. Dazu gibt es Neues in der Corona-Debatte und einen Gedenktag. Katja Völkl vom Team ERF Aktuell hat mit Oliver Jeske gesprochen.


ERF: Derzeit versucht die deutsche Bundesregierung unabhängiger zu werden von russischem Erdgas. Doch wie sie das versucht, stößt auf Kritik.

Oliver Jeske: Und zwar bei der „Gesellschaft für bedrohte Völker“. Die sagt: Beim Versuch, sich von einem „brutalen Diktator wie Putin“ zu lösen, werfe sich die Bundesregierung gleich dem nächsten Unrechtsregime an den Hals. Gemeint ist Katar. Die Bundesregierung will von dort Flüssiggas einkaufen. Damit – so die Kritik – unterstützt sie Organisationen wie Al-Kaida und andere radikale Islamisten.
 

ERF: Alles richtig zu machen in der Politik ist also gar nicht so einfach. Richtig deutlich geworden ist hingegen der evangelische Landesbischof von Bayern, Heinrich Bedford-Strohm. Er hat das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, kritisiert.

Oliver Jeske: Und zwar für seine Unterstützung für Wladimir Putin. Bedford-Strohm äußerte sich gegenüber dem Bayrischen Rundfunk: Es sei unfassbar, „dass ein Mensch der Kirche einen Angriffskrieg irgendwie zu rechtfertigen versucht.“ Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland erinnerte dabei an die russisch-orthodoxe Soziallehre. Sie lehnt einen Angriffskrieg als unvereinbar mit dem christlichen Glauben ab.

Kyrill I. hat sich hinter Wladimir Putin gestellt und die Kriegshandlungen in der Ukraine als Verteidigung „traditioneller christlicher Werte“ befürwortet.


ERF: Da fehlen einem die Worte. Umso wichtiger ist es, dass die Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, hier bei uns echte Hilfe erfahren. Und da gibt es eine Forderung der Menschenrechtsorganisation „Pro Asyl“.

Oliver Jeske: Ihr Geschäftsführer Günter Burkhardt fordert, die Menschen nicht streng bürokratisch auf die verschiedenen Bundesländer zu verteilen. Stattdessen: Wenn es Verwandte in Deutschland gibt, dann sollten sie in deren Nähe untergebracht werden. Somit wird das Lernen der Sprache leichter und auch die Arbeitssuche.

Zur Einordnung: Rund gebürtige 150.000 Ukrainer leben bereits länger in Deutschland. Das Ganze ergibt also Sinn.


ERF: Nicht jeder der zu uns nach Deutschland kommt, hat den Krieg ohne körperliche oder seelische Blessuren überstanden. Und da wollen jetzt die Evangelischen Krankenhäuser in besonderer Weise helfen.

Oliver Jeske: 48 Kliniken in Hessen, Niedersachen, Nordrhein-Westfalen und dem Raum Berlin beteiligen sich daran. Sie wollen 100 kostenfreie Behandlungsplätze zur Verfügung stellen. Das Ganze ist ein Zeichen der Solidarität, sagt Maria Loheide vom Vorstand der Evangelischen Diakonie.

Hintergrund dabei ist: Wer aus der Ukraine als Flüchtling nach Deutschland kommt, erhält nur eine eingeschränkte ärztliche Notversorgung. Chirurgen, Orthopäden, Psychotherapeuten und andere Mediziner an den Evangelischen Krankenhäusern stellen deshalb ihre Dienste kostenlos zu Verfügung.
 

ERF: Kommen wir zu einem anderen Thema abseits der Ukraine-Krise. Die Corona-Pandemie ist noch nicht durchgestanden. Und da hat sich jetzt ein führender evangelischer Theologe zu Wort gemeldet.

Oliver Jeske: Und zwar der Sozialethiker Peter Dabrock. Er war früher der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats und meint:  Deutschland braucht eine Impfpflicht ab 18. Seine Argumentation: Am meisten leiden sonst die Kinder, die mit Maske-Tragen und anderen Einschränkungen die Impfunwilligkeit von einer Minderheit im Land ausbaden müssen.
 

ERF: Und dann war am 17. März der Saint-Patricks-Day. Oliver, was hat es damit auf sich?

Oliver Jeske: Der Saint-Patricks-Day erinnert an den sogenannten „Apostel Irlands“. Patrick ist in Britannien geboren und brachte ab dem Jahr 385 den christlichen Glauben auf die irische Insel. Er gründete Kirchen und brachte die Bildung mit Klöstern und Schulen nach vorne.

Nach einer Legende soll er einmal gebeten worden sei, die Dreieinigkeit von Gottvater, Sohn und Heiligem Geist zu erklären. Da nahm er ein Kleeblatt und sagte: „Hier haben wir drei Bätter an einem Stängel.“

Noch heute ist das Kleeblatt ein Symbol für den irischen Nationalstolz.


ERF: Vielen Dank, Oliver! Und damit endet auch schon unser Rückblick auf diese Woche. Wir wünschen Ihnen ein angenehmes Wochenende – wenn Sie möchten, mit dem Programm von ERF Plus.
 

 Oliver Jeske

Oliver Jeske

  |  Redakteur Aktuelles

Sprachlich Hannoveraner, seit einem Vierteljahrhundert in Berlin zu Hause, liebt er Jesus, Tanzen mit seiner Frau, Nordsee-Spaziergänge mit seinen Söhnen und leckeren Fisch. Von Gott ist er fasziniert, weil der ihn immer wieder überrascht und im wahrsten Sinne des Wortes beGEISTert.

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