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20.09.2010 / Rezension / Lesezeit: ~ 2 min

Autor/-in: Michael Barth

Bernd, der Bankautomat

Die „Arche“-Einrichtungen sind mittlerweile eine Institution. Was ihren Gründer geprägt hat und bis heute antreibt, beschreibt seine Biographie.

Wenn eine Mutter die Familie verlässt, ist das für die Kinder eine Tragödie. Für Bernd Siggelkow wird diese Tragödie im Alter von sechs Jahren Wirklichkeit und prägendes Ereignis. Eindrücklich beschreibt er in seinem Buch, wie er sich verlassen fühlt und sich deshalb zunächst der Heilsarmee anschließt. Die kümmert sich um ihn. Prägt ihn musikalisch und theologisch. Dieser persönliche Hintergrund und die aktuelle Situation veranlassen Siggelkow, sich später mit seiner Frau um alleingelassene Kinder zu kümmern. Er gründet das Kinder- und Jugendhilfswerk "Die Arche" in Berlin-Hellersdorf, viele der Kinder nennen ihn einfach "Papa Bernd". 

Bild: Adeo

Bernd Siggelkow u.a.
Papa Bernd
adeo Verlag
200 S.
ISBN 3942208180
17,99 €


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Die Autoren wollen mit diesem Buch über das Leben des „Arche“-Gründers die Leser motivieren, sich mit den Menschen in der Bevölkerung zu beschäftigen, die weniger Chancen haben. Denn wer schon von seinen Eltern keine Beachtung erfährt, hat es auch schwerer, in Ausbildung und Beruf erfolgreich zu sein. „Wie trostlos ist es, wenn niemand für die Kinder da ist und sie keine festen Strukturen in ihrem Leben haben.“, so Siggelkow.

Siggelkow beschreibt, wie es zur Arche-Gründung und zu den mittlerweile elf Standorten kam. Teilweise sehr humorvoll erzählt er von „seinen“ Kindern und deren direkten und ungezwungenen Umgang. So platze einmal ein Kind in ein Interview mit einem Journalisten und bat um 20 Cent für ein Eis. Bernd Siggelkow gab ihm das Geld. Beim Herausgehen sagte es dann: „Bernd ist mein Bankautomat.“

Der Leser erlebt hautnah die Geschichte der Arche mit. Wie immer mehr Firmen und Privatpersonen die Arche unterstützen. Und wie sich die ganze Familie mit dem Projekt identifiziert und mitarbeitet. Mit diesen Hintergründen bietet das Buch eine gute Ergänzung zu den bereits erschienen drei Büchern, die Siggelkow zusammen mit Wolfgang Büscher über Kinder und Jugendliche in Deutschland geschrieben hat. Ein Teil des Erlöses geht übrigens direkt an die Arbeit der Arche.

Dieses Buch sollten möglichst Viele lesen. Damit sich möglichst Viele ein Bild über die vergessenen Kinder mitten in unserer Gesellschaft machen. Und damit sich möglichst Viele Gedanken machen, was ihre Aufgabe sein könnte, diesen Herausforderungen entgegenzutreten. So wie es Papa Bernd getan hat.

 

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Gerhard Schäfer /

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