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© Rae Angela / unsplash.com

15.10.2021 / ERF Global Hope / Lesezeit: ~ 5 min

Autor: Rebecca Schneebeli

Ein besseres Leben durch Jesus

„TWR Women of Hope“ gibt Frauen neue Hoffnung, die familiären Druck und häusliche Gewalt erleben.


„Ich darf meine Ausbildung nicht fortführen, weil ich ein Mädchen bin, sagt mein Vater. Ich muss zuhause bleiben, bis ein Mann vorbeikommt und um meine Hand anhält.“ Diese Nachricht einer 20-jährigen jungen Frau aus Marokko erhält das arabische „Women of Hope“ Team. Es ist nicht das erste Mal, dass sich eine Hörerin mit solch einem Anliegen bei ihnen meldet.

Die junge Marokkanerin berichtet von Einsamkeit und Depressionen. So wie ihre Familie das von ihr verlangt, möchte sie nicht leben. Sie ist verzweifelt und fragt das Team: „Ihr sprecht von Hoffnung, aber wie kann ich in einer solchen Situation hoffnungsvoll sein? Ich fühle mich schrecklich und frage Allah immer wieder, warum ich als Mädchen geboren wurde!“

Freundlich und verständnisvoll antwortet das Team der jungen Frau. Sie erzählen ihr, dass Gott sie liebt und sie wunderbar geschaffen hat. Zum ersten Mal hört die junge Marokkanerin von Jesus und entscheidet sich für ein Leben als Christin:

Ich möchte darauf vertrauen, dass Jesus mir ein besseres Leben geben kann, nicht nur auf dieser Welt, sondern auch über diese Welt hinaus. – Hörerin aus Marokko

 

Neue Hoffnung für Frauen, die familiären Druck erleben

Vorbei sind die Probleme dieser jungen Frau mit ihrer Entscheidung für Jesus vermutlich nicht. Weltweit erleben Mädchen und junge Frauen, dass ihre Freiheitsrechte eingeschränkt werden und sie keineswegs die gleichen Chancen haben wie Männer. Woran sich in Deutschland nur noch der ältere Teil der Bevölkerung erinnert – etwa, dass Eltern die Lebenspartner für ihre Töchter auswählten oder der Ehemann einer Anstellung zustimmen musste –, ist anderorts weiterhin Realität.

Gerade in muslimisch geprägten Ländern ist es oft besonders schlecht um die Frauenrechte bestellt. Zum einen rechtlich – in Saudi-Arabien etwa dürfen Frauen erst seit 2019 Auto fahren –, aber zum anderen und noch viel stärker im Kontext ihrer eigenen Familien. Weitaus häufiger sind es die Eltern, Brüder oder Ehemänner der Frauen, die ihre Zukunftspläne zunichtemachen, als Gesetze, die ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbieten.

Die Hilfsorganisation Sabatina e. V. bietet jungen Mädchen in Deutschland eine Anlaufstelle, wenn sie familiären Druck erleben oder zu einer ungewollten Heirat gezwungen werden sollen. In einem Radiointerview in unserer Sendereihe „Das Gespräch“ hat die Gründerin Sabatina James von der Arbeit ihres Vereins berichtet.

Familiärer Druck und sogar häusliche Gewalt ist eines der Themen, mit dem die Macherinnen der Radiosendung „Women of Hope“ immer wieder konfrontiert sind. Die Sendereihe ist Teil der weltweiten Gebetsinitiative TWR Women of Hope. Deren Ziel ist es, Frauen von der Hoffnung zu erzählen, die Jesus ihnen geben möchte. Der Hoffnung, die nun auch die junge Marokkanerin gefunden hat. Dies geschieht durch die gleichnamige Radiosendung, durch regionale Gebetsgruppen und einen weltweiten monatlichen Gebetskalender mit wechselnden Themen. Im Oktober ist das Thema häusliche Gewalt, ein Dauerbrenner-Thema nicht nur bei den Hörerinnen von Women of Hope.
 

Bitterkeit und Wertlosigkeit überwinden

In der Türkei unterstützt der ERF Jugendsendungen. Auch hier berichten viele Hörerinnen und Hörer von familiärem Druck und Gewalt. Während die jungen Männer eher von körperlicher Gewalt erzählen, schildern die jungen Frauen teils sogar sexuelle Übergriffe. Eine Zuhörerin aus der Türkei schreibt: „Ich bin in einer großen Familie aufgewachsen. Als Kind hat mein Cousin mich ein Jahr lang sexuell missbraucht.“ Sie erzählt weiter, wie die Erfahrung des Missbrauchs sie bitter gemacht habe und sie nie habe heiraten wollen: „Ich war eine sehr wütende Person und lag immer mit irgendwem im Clinch.“

Auch sie hat durch die Programme des ERF Partner TWR Heilung erfahren. „Ihr sprecht so gut über uns Frauen. Und ihr erzählt von einem Gott, der uns Frauen liebt. Durch eure Sendungen habe ich meinen Frieden mit Gott gemacht und fühle mich nun um einiges besser“, berichtet sie dem Team dankbar.

Ihr sprecht so gut über uns Frauen. Und ihr erzählt von einem Gott, der uns Frauen liebt. Durch eure Sendungen habe ich meinen Frieden mit Gott gemacht und fühle mich nun um einiges besser. – Hörerin aus der Türkei

 

Viele junge Mädchen, die unter dem psychischen und zum Teil auch physischen Druck ihrer Familie leiden, beginnen, sich Fragen zu ihrer eigenen Religion zu stellen. „Ich konnte nicht verstehen, warum Frauen alles, was im Koran steht, einfach so akzeptieren“, schreibt eine andere Hörerin der Jugendprogramme. Wenn die jungen Frauen dann durch christliche Sendungen erfahren, dass in der Bibel Mann und Frau gleich viel wert sind, ist das oft der erste Schritt hin zu einer Entscheidung für Jesus und zu einem neuen Selbstbild.
 

Veränderung ist möglich

Nicht nur jüngere, auch ältere Frauen erleben in vielen Ländern starken familiären Druck. Im Gegensatz zu jungen Mädchen sind hier meist nicht die Eltern dafür verantwortlich, sondern der Ehemann. Diese Frauen stecken in lieblosen und zum Teil gewalttätigen Ehen fest und haben kaum eine Chance, dieser Situation durch eine Trennung oder durch eine Strafanzeige gegen den Partner zu entfliehen. Die ermutigenden Programme von „Women of Hope“ machen ihnen Mut, ihre schwierige Lebenssituation zu ertragen und auf Gottes Eingreifen zu hoffen.

Im Oktober 2021 geht es im WoH Gebetskalender speziell um Anliegen von Frauen, die Druck und Gewalt erleben. Beten Sie mit! Hier können Sie den aktuellen WoH Gebetskalender herunterladen und unseren Newsletter bestellen.

In einigen Fällen geschieht dies auch. Eine Hörerin aus Kambodscha erzählt folgendes: „Ich bin Gott so dankbar, dass ich eure Women of Hope Sendungen hören kann. Sie ermutigen mich enorm. Vieles von dem, was ich höre, setze ich um und erlebe dadurch eine Verbesserung. So war es auch bei euren Programmen zum Thema Gewalt. Mein Ehemann ist ein Trunkenbold und schlägt mich immer wieder. Früher habe ich ihm Widerworte gegeben, wenn er betrunken und gereizt war.

Nachdem ich eure Sendung zu dem Thema gehört habe, habe ich eure Tipps angewendet. Ich blieb ruhig, wenn er in betrunkenem Zustand Streit suchte. Stattdessen ertrug ich die Situation geduldig. Und ihr werdet es kaum glauben, aber mein Mann hat tatsächlich aufgehört mich zu schlagen. Ich danke Gott dafür und eurem Team!“

Nachdem ich eure Sendung zu dem Thema gehört habe, habe ich eure Tipps angewendet. Ich blieb ruhig, wenn er in betrunkenem Zustand Streit suchte. Und ihr werdet es kaum glauben, aber mein Mann hat tatsächlich aufgehört mich zu schlagen. – Hörerin aus Kambodscha

 

Natürlich ist dies ein Einzelfall. Nicht alle Frauen erleben solch eine Verbesserung ihrer äußeren Lage, wenn sie beginnen, die „Women of Hope“ Programme zu hören und auf Jesus zu vertrauen. Etliche machen sogar die Erfahrung, dass sich ihre Lebenssituation zunächst verschlechtert, wenn sie sich für Jesus entscheiden, gerade wenn sie aus einem muslimischen Hintergrund kommen.

Doch immer wieder melden die Frauen den Women of Hope Teams zurück, wie sehr ihnen der Glaube an Jesus und die ermutigenden Sendungen helfen, ihren schwierigen Alltag zu bewältigen. Und hier und da passiert es dann eben auch, dass sie diese neue Hoffnung so in ihre Familie ausstrahlen, dass auch dort Veränderung geschieht – innerlich wie äußerlich.

 Rebecca Schneebeli

Rebecca Schneebeli

  |  Redakteurin

Sie schätzt an ihrem Job, mit verschiedenen Menschen und Themen in Kontakt zu kommen. Sie ist verheiratet und mag Krimis und englische Serien.

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