/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Mein Problem mit dem Spiegel
Wolf-Dieter Kretschmer über Jakobus 1,23-24
Denn wenn jemand ein Hörer des Worts ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Menschen, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschaut; denn nachdem er sich beschaut hat, geht er davon und vergisst von Stund an, wie er aussah.
Wenn ich morgens besorgt einen Blick in den Spiegel werfe, dann bin ich froh, wenn noch alles am richtigen Platz ist. Vielleicht geht es Ihnen so wie mir: Über die Jahre wächst meine Unzufriedenheit mit dem, was der Spiegel mir morgens präsentiert. Manchmal mag ich gar nicht hinschauen.
Dann stehe ich in der Gefahr, das zu tun, was vor knapp 2.000 Jahren ein Mann namens Jakobus in einem Brief kritisiert, der im Neuen Testament überliefert ist. Ich gönne mir nur einen flüchtigen Blick und verdränge anschließend das, was ich gesehen habe. Im Jakobusbrief heißt es:
Wenn jemand ein Hörer des Worts ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Menschen, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschaut; denn, nachdem er sich beschaut hat, geht er davon und vergisst von Stund an, wie er aussah. (Jakobus 1, 23-24)
Ein Spiegel zeigt mir nicht unbedingt das, was ich sehen will. Aber er konfrontiert mich mit der Wahrheit. Und die kann gelegentlich unangenehm sein.
Ähnlich verhält es sich mit dem Wort Gottes. Gut, wenn ich mich damit auseinandersetze. Wenn ich mein Denken und Handeln davon prägen lasse.
Hören und anschließend das Gesagte vergessen? Das ist keine gute Idee. Das Wort Gottes muss in meinen Alltag hinein. Dort muss es wirken, also mich trösten, korrigieren oder ermutigen. Und es kann und wird mich dazu anregen, das zu tun, was ich als richtig erkannt habe.
Ihr Kommentar
Kommentare (2)
Lieber Herr Kretschmer,
ja, auch wenn ich (65 Jahre) mich Morgens in den Spiegel schaue, kommt das Morgen(er)grauen. Und das hat relativ wenig mit meinen bereits sehr ergrauten Haaren zu tun. Und … mehrdennoch: Ich bin geliebt, geliebt so wie ich bin. Jesus hat ja zu mir gesagt. Und: Ja, ich stehe zu meinem Alter, denn ich weiß, dass ich angenommen bin, so wie ich bin. Auch wenn im Spiegel der Morgen(er)graut.
Wenn ich in den Spiegel schaue, sag ich: krass Jesus, dass du die magst und so kreiert hast. Dann will ich es auch versuchen😉
Danke für die Worte