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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Wenn Menschen über Leichen gehen

Gedanken von Oliver Jeske über den Bibeltext Jesaja 55,6-7.

Suchet den HERRN, solange er zu finden ist; ruft ihn an, solange er nahe ist. Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung.

Jesaja 55,6-7

Manchmal finde ich unser Strafrecht in Deutschland richtig lasch. Wenn jemand einen anderen Menschen umbringt oder ihm andere schlimmste Qualen zufügt, warum soll dann lebenslange Freiheitsstrafe nicht wirklich Haft bis an das Lebensende bedeuten?

Vielleicht kennen Sie auch diesen ersten Impuls, wenn mal wieder die Verurteilung eines Kapitalverbrechers in den Medien zu sehen ist. Doch halt! Vielleicht ist unser Rechtssystem, das auch dem schlimmsten Übeltäter noch eine Chance einräumt, näher dran an Gottes Plänen mit uns, als es scheint. Im Buch Jesaja zum Beispiel findet sich der folgende erhellende Abschnitt:

„Sucht den HERRN, jetzt ist er zu finden!
Ruft zu ihm, jetzt ist er nahe!
Der Frevler soll seinen Lebensweg ändern!
Wer Böses im Sinn hat,
soll seine Pläne ändern
und zum HERRN, unserem Gott zurückkehren!
Der wird Erbarmen mit ihm haben
und ihm reichlich Vergebung schenken.“ (Jesaja 55,6-7, BasisBibel)

Dieser Aufruf ist so zu verstehen: Gott gibt auch diejenigen nicht auf, die buchstäblich über Leichen gehen. Es gibt für jeden einen Weg heraus aus der Schuldverstrickung.

Und ein bisschen etwas davon spiegelt sich auch im deutschen Rechtssystem wider. Auch wenn das meinem Gerechtigkeitsempfinden manchmal widersprechen mag.

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