Navigation überspringen

/ Bibel heute

Licht und Freude im Königreich Gottes

Der Bibeltext Psalm 97 – ausgelegt von Heike Knauff-Oliver.

Der HERR ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind. Wolken und Dunkel sind um ihn her, Gerechtigkeit und Recht sind seines Thrones Stütze. Feuer geht vor ihm her und verzehrt ringsum seine Feinde.

Psalm 97

Licht und Freude im Königreich Gottes

Wärme, Licht, Freundlichkeit, große Freude … – kennen Sie dieses Gefühl der Freude, des Glücklichseins? Vielleicht erinnern Sie sich noch an die erste Zeit der Verliebtheit – alles ist schön, hell, Sonnenschein, rosa Wölkchen, blauer Himmel. Niemand und nichts können diesen Gefühlsstand trüben. Oder – Freude über den Familienzuwachs. Vielleicht auch die unbeschwerte Zeit des Urlaubs mit lieben Menschen, Sonne, Strand und Meer. Wunderbar sonnendurchflutete Sommertage.

Es gibt sicher zahlreiche schöne Erinnerungen an „gefühlte" vollkommene Freude und Glückseligkeit im Leben. Herrliche Erinnerungen an meine Reisen tragen mich zum Beispiel durch die trüben Tage des langen Winters. Sie tragen mich auch in schweren Zeiten des Lebens und lassen mich auf bessere Momente hoffen.

Wie wäre es, wenn diese Momente der Glückseligkeit und Freude, auf die ich hoffe, endlich anhaltend wären? Wenn Kälte, Ungerechtigkeit, Zerstörung, Leid und die Dunkelheit, strahlendem Licht, Wärme, Liebe und gegenseitigem Verständnis weichen?
 

Gottes Reich – Hoffnung in dunklen Zeiten

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie es sein wird, wenn Gott die Herrschaft über das Erdreich übernimmt? Wenn Sie und ich endlich, unendlich in Gottes Reich leben? Wir erleben, dass Gottes Reich so ist, wie es uns die Propheten und Jesus Christus vorausgesagt haben?

Für mich ist das eine wunderbare Vorstellung.

Ja, da ist ein Sehnen tief in mir nach Frieden, nach Freude, nach Liebe und Licht. Besonders in diesen Zeiten in einer Welt von Kriegen, Ungerechtigkeiten und Schmerz – als hätte das Böse die Oberhand bekommen. Dunkelheit, in dieser eher trüben Jahreszeit, schleicht sich bei mir ein, wenn ich die täglichen Nachrichten höre oder sehe. Doch ich weiß, dass ich der Dunkelheit und dem Bösen keinen Platz in meinem Leben geben will und muss.

„Dunkelheit kann Dunkelheit nicht vertreiben – nur das Licht kann das. Hass kann Hass nicht vertreiben – nur die Liebe kann das." Diese Aussage drückt die Kraft des Lichts und der Liebe aus. Der Satz stammt von Martin Luther King. Er ertrug ständig rassistische Anfeindungen, Diskriminierung und Ungerechtigkeiten. Trotzdem war er ein Mann des Glaubens. Seinen Traum, seine unerschütterliche Hoffnung auf Gerechtigkeit, respektvolles Miteinander der Menschen und eine bessere Welt, tat er der ganzen Welt laut in seinen Reden kund.

Hoffnung und eine Aussicht auf eine bessere Welt unter Gottes Herrschaft hat auch der Beter des 97. Psalms. Wir wissen nichts über seine Herkunft, noch seine Beweggründe für dieses wunderbare, bildreiche Gebet. Schon beim Lesen vermittelt dies Gebet mir den tiefen Glauben, die Hoffnung und Zuversicht des Autors. Er macht Hoffnung auf eine bessere Welt, unendliche Freude, dass einmal alles gut wird, wenn Gott, unser Vater, König über das Erdreich ist. Er gibt uns damit einen kleinen Vorgeschmack auf die Ewigkeit in Gottes Reich.
 

Psalm 97 – Gottes Macht und Gerechtigkeit

Das Gebet ist stark, mächtig und erhaben. Die ersten Verse: „Wolken und Dunkel sind um ihn her, Gerechtigkeit und Recht sind seines Thrones Stütze. 3 Feuer geht vor ihm her und verzehrt ringsum seine Feinde. 4 Seine Blitze erleuchten den Erdkreis …" haben etwas Bedrohliches. Es ist wie das Aufkommen eines starken Unwetters. Als Kind hat man mir erzählt, dass Blitz und Donner Gottes Zorn über das Böse in der Welt sei. Das glaube ich so nicht mehr. Dennoch – Gewitter sind bedrohlich und manchmal vernichtend. Sie haben aber auch etwas Reinigendes. Die Luft ist danach wieder hell und klar.

Gott hat alles in seiner Hand. Er lässt Berge vor sich zerschmelzen wie Wachs. Das zeigt, wie gewaltig dieser Herrscher ist. Doch er ist zugleich gut und gerecht.

Psalm 97 versichert uns, dass Gottes Gerechtigkeit auch für jene ist, die sich vom Bösen überwältigt fühlen. Dass er auch für sie Quelle des Lichts und der Freude sein wird. Der Herr des Universums wird die Ketten des Bösen, die sein Volk versklaven, zerbrechen und es befreien. Alle werden seine Herrlichkeit sehen.

Selbst bis zu den Inseln, die fernab der Kontinente liegen, wird die Freudenbotschaft dringen. Überall können sich die Menschen freuen. Man wird ihn nicht sehen, denn Gott zeigt sich nicht in einer Gestalt, wie wir Menschen es erwarten – doch seine Macht ist zu spüren. Tiefgläubig, überzeugt von Gottes Macht und seiner Herrlichkeit, ist dieser Beter.

Psalmen-Gebete sind Texte des Alten Testamentes. Sie richten sich an Jahwe, den Gott Israels. Gottes auserwähltes Volk; die Kinder Israels sind mit der Stimme Gottes vertraut. Er lehrt sie durch Mose und die Propheten. Der Gott Israels hört die Gebete der Gläubigen – seiner Kinder. Dieser Gott liebt und handelt. Er hat uns Menschen Licht und Wärme in diese Welt gebracht. Durch seinen Sohn Jesus Christus offenbart er sich Jahrhunderte später.
 

Jesus Christus – Das Licht der Welt

Jesus Christus spricht zum besseren Verständnis für uns gerne in Bildern. So sagt er von sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt" (Johannes 8,12). Er betont so seine Rolle als Erlöser und Wegweiser für die Menschheit. Wer Jesus folgt, wandelt nicht in der Dunkelheit, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Jesu Licht steht für Hoffnung, Wahrheit, Erleuchtung und das Ende der geistigen Dunkelheit. Durch Jesus – so die Botschaft – werden Sünde und Finsternis sichtbar, aber auch die wahre Herrlichkeit Gottes. Jesus fordert uns auf, ihm nachzufolgen, um nicht in der Dunkelheit der Sünde umherzuwandern, sondern im Glauben das „Licht des Lebens" zu erfahren.

Morgen, am 2. Februar ist nach altem Brauch das Ende der Weihnachtszeit. Mein Vater bestand immer darauf, dass der Weihnachtsbaum in all seiner Pracht und seinem Lichterglanz, bis Lichtmess stehen blieb. Wenn auch die Nadeln fielen, er hatte seine Freude daran. Der christlich-katholischen Tradition entstammt dieses Fest. Es erinnert an Jesus Christus, der nach seiner Geburt in den Tempel gebracht wird. Simeon und Hanna erkennen in dem Baby das Licht der Welt und Jesus als Heiland für alle Menschen.

Der Glaube an Jesus Christus macht uns Menschen heil. Ähnlich wie der Beter des 97. Psalms hat auch Johannes eine Vision „eines neuen Himmels und einer neuen Erde". (Offenbarung 21,1-7) Vers 21,5 der Offenbarung ist die Jahreslosung für dieses Jahr 2026. In diesem Vers spricht Gott: „Siehe, ich mache alles neu." Mit seinem Reich verheißt er eine vollständige Erneuerung der Schöpfung und die Überwindung allen irdischen Leides.

„Der neue Himmel und die neue Erde" bezeichnen den Zustand der Schöpfung nach Jesu Wiederkunft und dem Jüngsten Gericht. Quasi ein Versprechen auf viel mehr als die Wiederherstellung paradiesischer Zustände. Besser als Urlaub, Strand, verliebt sein und mehr. Ich glaube, dass dieses Neue all unsere irdischen Erfahrungen und unsere kühnsten Träume übertreffen wird. Diesen Gott beten wir jetzt schon an.


Unsere Buchempfehlungen zum Thema:
​​​​

Wie Psalm 97 verspricht, dass Gott „Licht und Freude" für die bereithält, die sich vom Bösen überwältigt fühlen – so zeigt dieses Buch Wege zur Heilung in dunklen Zeiten.

 

Wie die bildreichen Psalmen Gottes Größe veranschaulichen, machen diese gleichnishaften Erzählungen den Glauben greifbar – ideal für Gottesdienstimpulse oder zum Selber-Lesen.

 

Psalm 97 beschreibt, wie „die Himmel Gottes Herrlichkeit verkünden" – dieses Buch lässt Kinder genau diese Herrlichkeit in der Schöpfung entdecken:

 

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bitte beachten Sie beim Schreiben Ihres Kommentars unsere Netiquette.