/ Bibel heute
Warnung vor Gemeinschaft mit den Heiden
Der Bibeltext 5. Mose 7,1-11 – ausgelegt von Michael Fischer.
Wenn dich der HERR, dein Gott, ins Land bringt, in das du kommen wirst, es einzunehmen, und er ausrottet viele Völker vor dir her, die Hetiter, Girgaschiter, Amoriter, Kanaaniter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, sieben Völker, die größer und stärker sind als du, und wenn sie der HERR, dein Gott, vor dir dahingibt, dass du sie schlägst, so sollst du an ihnen den Bann vollstrecken. Du sollst keinen Bund mit ihnen schließen und keine Gnade gegen sie üben und sollst dich mit ihnen nicht verschwägern; eure Töchter sollt ihr nicht geben ihren Söhnen und ihre Töchter sollt ihr nicht nehmen für eure Söhne.[...]
Gottes Gericht und die Zukunft der Generationen
Die entscheidende Frage am Anfang lautet: Um was geht es hier wirklich? Tatsächlich verhält sich die Sache anders, als sie im ersten Moment aussieht. Denn es geht nicht in erster Linie um die Vernichtung von Menschen. Es geht auch nicht um Völkermord.
Das eigentliche Thema sind die zukünftigen Generationen. Werden sie Gott erkennen? Werden sie ihn lieben? Und werden sie in dem Land, das er ihnen schenkt, nach seinem Willen leben? Die Hypothek dieses Abschnittes für uns besteht darin, dass Gott von den Israeliten erwartet, dass sie sein Gericht über die genannten Bevölkerungsgruppen vollziehen. Das wirft für viele westliche Menschen im 21. Jahrhundert große Fragen auf. Kann das ein liebender Gott sein?
Deshalb erstmal ein paar Gegenfragen: Wie soll sich Gott verhalten, wenn Menschen dauerhaft durch und durch böse geworden sind? Was soll er machen, wenn sie von ihrem bösen Tun nicht ablassen? Wie soll er mit Menschen verfahren, wenn die Bosheit im Lauf der Zeit ihre Lebensart so durch und durch vergiftet hat, dass es kein Zurück mehr gibt? Das war bei den genannten Gruppen in dieser Zeit der Fall. Nur mal, um das zu veranschaulichen: Was wäre gewesen, wenn die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus wirklich 1000 Jahre gedauert hätte?
Bleibt Gott am Ende dann nicht die einzige Möglichkeit, der Ungerechtigkeit durch sein Gericht ein Ende zu setzen? Das sind keine einfachen Fragen und es gibt keine einfachen Antworten. Aber Gott ist gerecht und fair. Davon bin ich überzeugt. Und er ist auf der Seite der Opfer. Denn wo die Ungerechtigkeit Siege feiert, gibt es auch Menschen, die unter der Ungerechtigkeit leiden. Ganz sicher ist auch: Gott wird das Böse nicht triumphieren lassen. Er begrenzt das Böse. Dazu ist manchmal Gericht nötig. Erinnern Sie sich noch an das Glaubensbekenntnis? Im zweiten Artikel? Die Aussage über Jesus? „...von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten." Vielleicht wäre es an der Zeit, sich behutsam an ein verdrängtes Thema anzunähern, nämlich das Thema, dass Jesus auch der Richter dieser Welt ist.
Das erste Gebot und die Bedeutung des Glaubens
Aber hier, in unserem Abschnitt, geht es ja auch nicht um Gericht um des Gerichtes willen. Eine viel wichtigere Frage steht im Raum. Wie sollen die Israeliten und vor allem ihre Nachkommen zukünftig in dem Land leben, das ihnen Gott schenken wird? An wen werden sie glauben? Was werden sie leben? Wie können sie denn leben?
Darüber hält ihnen Mose einen Vortrag. Es ist nicht auf den ersten Blick gleich zu erkennen. Aber Mose legt den Israeliten die 10 Gebote aus. Damit beginnt er in Kapitel 6. Die Auslegung endet in Kapitel 26,19. Den größten Raum nimmt dabei die Auslegung des ersten Gebotes ein. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben." Diese Auslegung umschließt die Kapitel 6-11.
Die Bibel, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament, geht davon aus, dass das ganze Leben davon abhängt, welchem Gott ein Mensch dient. Von dem, was ein Mensch in seinem Innersten verehrt, gestaltet sich sein Leben. Daraus leitet er seine Lebensziele ab. Sein Glaube bestimmt die Art und Weise, wie er mit den Herausforderungen umgeht, die das Leben mit sich bringt. Deshalb liegt die große Bedrohung des Glaubens und des Lebens im Götzendienst. Also in dem, was Menschen an die Stelle des lebendigen Gottes setzen. Götter und Götzen scheinen für uns weit weg und überholt zu sein. Aber ist Ihnen schon mal aufgefallen, wie anfällig Menschen dafür sind, ihr Leben höheren Zielen oder einer größeren Sache unterzuordnen?
Nun hat Gott die Israeliten aus der Sklaverei der Ägypter erlöst, damit sie in Kanaan erlöst leben. Ihre Lebensweise sollte nicht mehr von den ägyptischen Göttern geprägt sein. Sie sollten frei sein, um dem lebendigen Gott zu dienen. Durch das Ausleben dieser Freiheit sollten sie ein leuchtendes Beispiel für die Liebe Gottes werden. So sollten die nichtjüdischen Völker Gott kennen lernen. Die Regeln für dieses Leben waren in den 10 Geboten zusammengefasst. Aber ob die Israeliten sich tatsächlich daran halten, wird davon abhängen, ob sie Gott wirklich in ihren Herzen lieben.
Vorbilder und Einflüsse auf junge Menschen
Die Generation, die das Land einnimmt, ist glaubensmäßig ziemlich stabil. Das heißt, sie lieben und gehorchen Gott. Aber wenn sie dann das Land eingenommen haben und Ruhe eingekehrt ist: Wie werden sich die Dinge dann entwickeln? Vor allem werden die kommenden Generationen Gott auch auf diese Weise dienen? Gott will verhindern, dass sie ihm abtrünnig werden und anderen Göttern dienen.
Was wird die jungen Menschen prägen? Junge Menschen werden durch zwei Größen wesentlich geprägt. Erstens durch Personen, Vorbilder und zweitens durch das, was sie zu sehen kriegen. Nun haben viele junge Menschen die Neigung, sich von schlechten Vorbildern angezogen zu fühlen. Das soll hier vermieden werden. Gleichzeitig sollen die Götzenbilder vernichtet werden. Diese Götzenbilder stellen die Abgöttereien und ihre Folgen plastisch dar. Dazu gehören auch viele sexualisierte Darstellungen. Ein Beispiel dafür aus einer anderen Zeit. Als die ersten Ausgräber in Pompeji ihre Entdeckungen machten, waren viele ihrer Fundstücke so schockierend, dass sie sofort in einem sogenannten Geheimkabinett verschwanden. In den Darstellungen drückte sich eine Gesellschaft aus, deren Sexualität entgrenzt war. Dadurch war sie von sexuellem Missbrauch geprägt. Die Begleitschäden dieser Gesellschaften waren sexuell ausgebeutete und missbrauchte Menschen.
Es ist damals wie heute: So etwas zu sehen, regt die Vorstellungskraft junger Leute an. Die Werte, die den jungen Menschen dadurch vermittelt worden wären, lauteten Glück durch Wohlstand und sexuelle Ausschweifung. Deshalb sollten die Israeliten gegen die Symbole dieser Religionen konsequent vorgehen. Ganz offensichtlich liegen Gott die kommenden Generationen sehr am Herzen.
Unsere Verantwortung für die nächste Generation
Wie ist das in unserer Gegenwart? Wenn ich über die kommenden Generationen nachdenke, wird mir ganz flau. Wenn Sie mal in Ihre Gemeinde schauen, dann wird der größte Teil Ihrer heutigen Teilnehmer seine wesentlichen geistlichen Impulse im Alter bis ca. 15 Jahren bekommen haben. Wie sieht es bei Ihnen mit Kindern und Jugendlichen aus? Was ist demnach für die Kirche oder Gemeinde in 20 oder 30 Jahren zu erwarten?
Was prägt unsere Kinder und Jugendlichen? Welche Vorbilder haben sie? Und was bekommen sie zu sehen? Was prägt ihre Vorstellungswelt und ihr Seelenleben? Nun ist klar, dass wir die Welt nicht grundsätzlich ändern können. Dazu ist die Flut der Bilder zu groß. Wir können auch nicht die schlechten Vorbilder auslöschen. Das hat Jesus eindeutig verboten. Aber können wir nicht den schlechten Vorbildern gute Vorbilder entgegensetzen? Ist es nicht unsere Aufgabe, die Vorstellungswelt unserer Kinder mitzuprägen? Ihnen die guten Geschichten aus der Bibel anschaulich erzählen. Das gilt nicht nur für die Eltern. Auch Großeltern können das machen. Ich bin selber Opa und erlebe, wie sehr sich meine Enkel danach sehnen, was mit dem Opa zu machen. Das Alter ist nicht der entscheidende Punkt. Es müssen auch nicht die eigenen Enkel sein. Sondern ob mir die jungen Leute am Herzen liegen. Die Erkenntnis, wie sehr Gott die kommenden Generationen am Herzen liegen, kann dazu ein Anfang sein.
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Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Hallo Herr Fischer,
auf Ihre Fragen im dritten Abschnitt steht im gleichen Buch Mose Kap. 32 V.35: "Die Rache ist mein; ich will vergelten." Und wenn Gott Mose das 5. Gebot gibt, warum soll er ihn dann kurz später zum Töten auch von Frauen und Kindern auffordern? Ich tue mich da sehr schwer.