/ Wort zum Tag
Freude, die ansteckt
Die Bibelstelle Lukas 1,57-58 – ausgelegt von Silke Stattaus.
Für Elisabeth kam die Zeit, dass sie gebären sollte: und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freuten sich mit ihr.
Es gibt Momente im Leben, die pure Freude auslösen – nicht nur bei uns, sondern auch bei den Menschen um uns herum. Die Geburt eines Kindes gehört sicher dazu. Ich erinnere mich noch gut daran. Wie schön war es nach der Geburt unserer vier Söhne, unerwarteten Besuch zu bekommen. Menschen, die sich mit uns freuen.
Als unser vierter Sohn unterwegs war, bin ich glücklich, dem Wunsch nach einer halben Fußballmannschaft näher zu kommen. Doch nicht jeder reagiert so positiv. Auf einem der ersten Spaziergänge beugt sich eine ältere Dame aus unserer christlichen Gemeinde über den Kinderwagen: „Ein Junge? Ach, schon wieder das Falsche! – Aber der Herr macht’s schon richtig...“ Mir verschlägt es die Sprache. Zum Glück! Sonst hätte ich wohl ziemlich scharf geantwortet.
Wie anders klingt da der Tagesvers, der für heute in den Herrnhuter Losungen steht:
"Für Elisabeth kam die Zeit der Geburt, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr ihr große Barmherzigkeit erwiesen hatte, und sie freuten sich mit ihr." (Lukas 1,57–58)
Ein wunderbarer Moment – im wahrsten Sinne des Wortes. Elisabeth und ihr Mann Zacharias wünschen sich schon lange ein Kind. Dann endlich ist Elisabeth nach diagnostizierter Unfruchtbarkeit schwanger. Als ihr Sohn geboren wird, ist es nicht nur ihr persönliches Glück, sondern auch ein Fest für die Nachbarn.
Diesem Ereignis geht eine unglaubliche Geschichte voraus:
Zacharias dient im Tempel. Er ist Priester. Plötzlich besucht ihn ein Engel mit einer Nachricht - direkt aus dem Himmel: „Deine Frau Elisabeth wird einen Sohn bekommen, den Gott mit einer besonderen Aufgabe beauftragt.“ Und dann gibt er noch eine besondere Anweisung: „Euer Sohn soll nicht Zacharias Junior heißen, sondern Johannes.“ Das ist ungewöhnlich zu damaligen Zeiten, in denen Söhne den Namen des Vaters bekamen. Doch statt sich zu freuen, zweifelt Zacharias:
„Wie soll denn das gehen? Wir sind schon alt!“
Der Engel reagiert konsequent:
„Wenn du mir nicht glaubst, bekommst du ein Zeichen. Du wirst deine Stimme verlieren. Erst wenn das Kind geboren ist, kannst du wieder sprechen.“
Und genau so passiert es. Zacharias verstummt.
Neun Monate später bringt Elisabeth ihren Sohn zur Welt. Als es um den Namen geht, schreibt Zacharias auf eine Tafel: „Sein Name ist Johannes.“ In diesem Moment kann er wieder sprechen.
Die Freude ist riesig! Nicht nur über das neugeborene Kind, sondern auch über die wiederbekommene Sprachfähigkeit von Zacharias! Aber sie geht noch tiefer. Sie ist Ausdruck der überwältigenden Erkenntnis: Gott ist gnädig.
Die passt zu Johannes. Denn er wird später der Wegbereiter von Jesus. Sein Name bedeutet nämlich genau das „Gott ist gnädig.“
Diese Erkenntnis fasst die beste Nachricht der Welt zusammen. Sie ist gleichzeitig eine Ermutigung für Menschen, die sich das so sehr wünschen. Jawohl, Gott gnädig ist – zu mir und zu Ihnen, und das an jedem neuen Tag.
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