/ Wort zum Tag
Ein brennendes Herz für Jesus
Die Bibelstelle Lukas 24,32 – ausgelegt von Silke Stattaus.
Die Jünger sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?
In meiner Küche hängt ein Bild. Eine inzwischen verstorbene Kollegin hat es gemalt, nach einer Vorlage der Künstlerin Janet Brooks-Gerloff. Eine karge Landschaft in Israel, ein langer Weg, zwei Wanderer. Neben ihnen geht eine dritte Gestalt, nur mit wenigen Strichen angedeutet.
Das Bild erzählt die Geschichte der sogenannten Emmaus-Jünger, der Freunde von Jesus. Kurz nach seiner Kreuzigung sind die beiden unterwegs nach Emmaus, einem kleinen Ort nahe Jerusalem. Sie sprechen über die vergangenen Tage. Ihre Traurigkeit kennt keine Grenzen: Jesus ist gekreuzigt worden. Und gerade auf ihn hatten sie all ihre Hoffnung gesetzt. Jetzt ist er tot.
Da spricht sie ein Unbekannter an. Die schemenhafte Gestalt auf meinem Bild.
„Warum seid ihr so traurig?“
„Weil Jesus gestorben ist!“
Sie wundern sich, dass dieser Fremde offenbar nichts von den Ereignissen um die Kreuzigung mitbekommen hat. „Was war da los?“, fragt er. Die Jünger berichten. Da reagiert er völlig anders als erwartet:
„Habt ihr denn nicht verstanden, worum es geht?“
Und dann erklärt er ihnen die Schrift. Drängt sich nicht auf. Hört zu. Er verbindet die alten Verheißungen mit dem Geschehen am Kreuz. Und während er spricht, wächst Vertrauen. Ein inneres Brennen im Herzen. Die Jünger bitten ihn zu bleiben. Und dann beim Brotbrechen öffnet dieser Fremde ihnen die Augen. Plötzlich wissen sie, wer er ist: Jesus!
Mich wundert, dass Jesus genau in dem Moment verschwindet. Jetzt könnte doch die Freude richtig beginnen. Doch offenbar ist die Zeit dafür noch nicht gekommen. Die Jünger laufen sofort zurück nach Jerusalem und treffen die anderen. Und als Jesus auch dort erscheint, grüßt er sie: „Friede sei mit euch!“ Und nun ist es allen klar!
Es liegt mir fern, die Begriffsstutzigkeit der Jünger zu beurteilen. Mir wäre es doch sicher ebenso ergangen. Heute, mit meinem gesammelten Bibelwissen, kann ich gut reden! Erkenne ich aber Jesus in meinem Alltag besser? Bei weitem nicht.
Da wünsche ich mir manchmal auch so eine Begegnung, die mein Herz zum Brennen bringt. Eine, in der ich von ihm überrascht bin.
Diese Gedanken kommen mir während einer Reha. Fast ein Jahr hat es gedauert, bis sie überhaupt bewilligt wurde: erst Ablehnung, dann Widerspruch, erneutes Warten – schließlich die Genehmigung. Etwas genervt fasse ich beim Beten den Entschluss: und sage „Jesus, ich stelle jetzt keine großen Ansprüche. Ich nehme das an, was du für mich auswählst – ohne Wenn und Aber.“
Und dann hat er gewählt, anders als ich: Kein Meer oder wenigstens ein großer See. Sondern Berge und ein kleines Bächlein im Park.
Geht’s mir damit nun schlecht? Nein. Es ist wunderschön. Auch sonst passt alles: der Therapieplan, die Begegnungen, die Gemeinde vor Ort, die freie Zeit. Besser hätte ich es mir nicht aussuchen können. Jesus hat mich überrascht. Begegnet mir auf seine Weise. Und er bestätigt sein Versprechen: Sorgt nicht, denn ich sorge für Euch.
Solche Erfahrungen begeistern mich. Dort, wo das alte Wort aus der Schrift sich in meinem aktuellen Tag bestätigt.
Darum ist das Bild der Emmaus-Jünger in meiner Küche mehr als Dekoration. Es erinnert mich daran: Jesus ist näher, als mir oft bewusst ist. Er sieht weiter. Und er handelt überraschend. Das lässt mein Herz für ihn brennen.
© KI Generiert von Elmira/
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