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Bewältigungsstrategien für das Leben

Die Bibelstelle 2. Timotheus 1,7 – ausgelegt von Hartmut Völkner.

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

2. Timotheus 1,7

Jeder Mensch erlernt im Leben Bewältigungsstrategien, das Leben zu meistern. Der eine greift in Gefahr schnell an, der andere läuft schnell weg und wieder ein anderer tut schnell so, als ginge ihn das alles nichts an.

Paulus schreibt an seinen befreundeten Mitarbeiter Timotheus. Timotheus ist offensichtlich in einer Situation, die ihn überfordert. Paulus erwähnt seine Tränen. Gerne würde er selber kommen und ihn trösten, aber er sitzt wieder mal im Gefängnis. Da verweist er auf den Trost Gottes, der alle Mauern und Grenzen überschreitet. Der Trost Gottes ist zu jeder Zeit bei Timotheus und bei uns. Paulus schreibt im 2. Brief an Timotheus in Kapitel 1 Vers 7:

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

Kraft, Liebe und Besonnenheit werden als Gottesgeschenke dargestellt.

Damals bei Paulus gab es für Christen kräftigen Gegenwind. Christen waren – wie heute - bei vielen Menschen – nicht beliebt und sogar verfolgt. Das hing auch damit zusammen, dass sie an die Auferstehung Jesu glaubten. Damit hat sich Jesus stärker als alle seine Gegner erwiesen. Er ist der Sieger.

Somit haben Christen keine Furcht mehr vor denen, die gegen sie sind. Sie kennen den auferstandenen Jesus und relativierten damit jede menschliche Macht. Sie vergöttern keine sterblichen Menschen mehr.

Gegner der Christen nutzen alle Mittel, der Verleumdung, der Lüge, der Unterdrückung, der Macht und der Gewalt. Aber welche Mittel sollen Christen damals und heute nutzen?

Paulus schreibt kurz und prägnant.

Bitte handelt nicht wie eure Gegner aus Furcht, Hass, Gier oder Überheblichkeit. Handelt aus dem Geist der Liebe, der Kraft und der Besonnenheit.

Das erinnert sehr stark an das Handeln Jesu. Er überwindet viele Schranken durch Zuneigung und Liebe. Das ist aber kein Trick, den ich lernen kann. Nur das liebende Herz erreicht die Liebe im anderen Herzen. Damit führt mich Paulus an das Geheimnis der Kraft Gottes. Es ist das Geheimnis der Liebe. Das Geheimnis der Liebe Gottes, die größer ist als unsere Vernunft.

Ich vermute, dass es der tiefste Wunsch eines jeden Menschen ist, geliebt zu sein. Die Liebe ist die größte Kraft auf der Erde. Hier spricht Paulus von der göttlichen Liebe, von der Agape. Sie ist am ehesten mit Vater- und der Mutterliebe zu vergleichen. Eltern lieben ihr Kind normalerweise, bevor sie es kennen und lieben es das ganze Leben lang. Wenn sich diese Liebe durchsetzen würde, würde sie alle Feinde entwaffnen, Versöhnung herstellen und das Leben feiern.

Deshalb geht Paulus hier mit Timotheus gleich in die Tiefe. Er empfiehlt ihm nicht 1000 Tricks zur Selbstoptimierung, sondern Liebe, Kraft und Besonnenheit. Es ist nicht die eigene Kraft, die wir anzapfen sollen, sondern die österliche Siegeskraft der ewigen Hoffnung. Diese Kraft ist praktisch eine Vorwegnahme der Auferstehung. So kommt Vorgeschmack des Himmels auf die Erde. Wenn Gott sowieso am Ende siegt, können wir jetzt schon die Haltung einnehmen, die im Himmel gilt.

Im Leben Jesu zeigt sich diese Kraft an allen Ecken und Enden. Er treibt böse Geister aus. Er bittet am Kreuz: „Vater vergib ihnen“ und redet in der Bergpredigt von der Feindesliebe. Dieser Geist ist es, der die Christen begleitet.

Weder die Kraft noch die Liebe kommen aus uns selbst, sie stehen uns aber als göttliche Verheißungen zur Verfügung. Manchmal erleben wir sie.

Für die Zwischenzeit, in der das Reich Gottes noch verborgen ist, brauchen wir notwendig die Besonnenheit.  In der Hektik bewahrt sie vor schnellen, falschen Einschätzungen. Der auferstandene Christus kommt in das Gespräch mit unserer momentanen Belastung. Die Kraft Gottes, die höher ist als unsere Vernunft bewahrt uns ganz konkret im Alltag. Es ist schön, dass Paulus dem Timotheus und uns für diesen Tag sagt:

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

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