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Nach der Wahl ist vor der Wahl

Die Bibelstelle 5. Mose 30,9 – ausgelegt von Roberto Tappert.

Der HERR, dein Gott, wird dir Glück geben zu allen Werken deiner Hände.

5. Mose 30,9

Die heutige Losung der Herrnhuter Brüdergemeine ist ein wunderbarer Zuspruch Gottes: „Der HERR, dein Gott, wird dir Glück geben in allen Werken deiner Hände.“ Ich finde sie im 5. Buch Mose, Kapitel 30, Vers 9. Meine Arbeit wird gelingen und ich werde mit meinem Tun erfolgreich sein. Das schafft Zufriedenheit und Wohlstand; ich kann sicher und ruhig leben. Doch mein Alltag sieht oft anders aus. Diese Zusage Gottes schaue ich mir genauer an, um sie richtig einordnen zu können. Denn der zitierte Satz ist nur ein kurzer Ausschnitt aus einer langen Rede Moses. Zuerst und direkt richtet sich dieses Wort an das Volk Israel. Kurz vor seinem Tod hält Mose eine bedeutende Rede an das Volk. 40 Jahre hat er die Israeliten durch die Wüste geführt. Dieser Auftrag, den Gott ihm gegeben hat, geht nun dem Ende zu. Das Volk steht unmittelbar vor der Besiedlung des wunderbaren neuen Landes. Mose weiß, dass er sterben wird und das Volk das Land ohne ihn einnehmen muss. Noch einmal blickt er zurück, aber auch nach vorn. Er erinnert die Menschen an die mächtigen Taten Gottes an ihnen. Doch auch an ihr Versagen, ihre Widerspenstigkeit und Rebellion gegen Gott. Ein Höhepunkt der Ansprache Moses ist die Erinnerung an Gottes Worte: „Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst.“ (Vers 19) Segen oder Fluch – ihr habt die Wahl!

Jeder Mensch hat die gleiche Wahl: den Weg zum Leben oder den Weg des Todes zu gehen. Immer wieder haben Menschen den Weg des Fluches gewählt, den Weg ohne Gott. Sie wenden sich von ihm ab oder bestreiten, dass es ihn überhaupt gibt. Sie gehen ihre eigenen Wege und meinen, dass er ihnen doch nichts vorzuschreiben habe. Dennoch muss ich wählen, welchen ich gehen will. Der Weg zum Leben hat einen Namen: Jesus Christus. Jesus betont: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ (Johannes 14,6)

Ich bin froh über Gottes Versprechen, mich zu segnen und zu versorgen. Aber Wohlstand kann auch zum Verhängnis werden. Ich habe alles, was ich brauche. Sogar noch viel mehr. Doch wie ernst nehme ich noch das Gebet „Unser tägliches Brot gib uns heute“? Ich bin dem Herrn dankbar, keine Not zu leiden. Doch gutes Auskommen allein kann nicht glücklich machen. Jesus warnt mich nicht vor Wohlstand und gutem Auskommen. Aber umso mehr vor den Sorgen dieser Welt und dem Betrug des Reichtums. Immer wieder ermahnt mich Gott in der Bibel, den Weg zu wählen, der der beste für mich ist. Jesus nennt es „den schmalen Weg, der ins Leben führt“, und fordert mich zur Entscheidung auf. (Matthäus 7,13.14) Gehe ich lieber den breiten und bequemen Weg, der ins Verderben führt? Ich habe die Wahl!

Es ist etwas Schönes, dass Gott uns zusagt, das Werk unserer Hände zu segnen; wenn wir Glück und Erfolg bei unserem Tun haben. Aber wenn ich nur darauf schaue, stehe ich in der Gefahr, das Glück des Lebens dort zu suchen, wo es schnell vergehen wird. Ich wünsche Ihnen und mir, das richtige Maß zu finden. Immer wieder abzuwägen zwischen den Gütern des täglichen Lebens und unserer Beziehung zum Herrn. Wir können und sollen wählen. Das ist nicht einfach, sondern eine ständige Herausforderung zur Entscheidung. Deshalb ist nach der Wahl schon wieder vor der Wahl.

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