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/ Wort zum Tag

Der Schrei wird gehört

Die Bibelstelle Psalm 34,16 – ausgelegt von Joachim Seule.

Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.

Psalm 34.16

„Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.“

So steht es in Psalm 34 Vers 16 heute in den Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine. Hat Gott Augen und Ohren? Wenn ja, welche Augenfarbe hat Gott? So könnte ein Kind fragen. Mehrfach ist in der Bibel auch vom „Herzen Gottes“ die Rede. Wie sollen sich Menschen Gott vorstellen?

Am besten gar nicht. Denn alle Bilder von Gott passen in keinen noch so großen Rahmen. „Gott ist anders, als wir denken, er ist für uns kein frommer Traum“, so heißt es in einem Lied von Kurt Rommel. Und die Sängerin Laura Story singt: indescribable, uncontainable, all powerful, untameable, you are amazing God. Unbeschreiblich, unbezwingbar, allmächtig, unbezähmbar. All das und noch mehr ist Gott. Einfach wunderbar und nicht zu greifen und zu be-greifen.

In heutiger Zeit könnte die Frage kommen: welcher Gott denn? Weil Psalm 34 in der Bibel steht, kann mir auch nur die Bibel Auskunft geben. Auskunft darüber, wer Gott ist und wie er ist. Gott ist der lebendige Gott. Im Gegensatz zu allen anderen Göttern anderer Religionen ist er der einzig wahre Gott.

Gott weiß, wie es den Gerechten geht. Er kennt die, die auf ihn vertrauen. Das sind die, die „gerecht“ genannt werden. Dass Gott sieht und hört, bezeugt, dass er lebt. Zwar sieht und hört er wohl nicht mit Augen und Ohren. Er kann das auf seine Weise tun, die mir verborgen ist.

Wenn er die Not der Gerechten sieht und hört, warum hilft er dann nicht? Warum hilft er nicht dann, wenn die Not am größten ist? So haben es Menschen erlebt, die in vergangenen Zeiten bei Gott ihre Zuflucht gesucht haben.

Sind Sie gerade in so einer Situation, in der dringend Hilfe nötig wäre? Sie haben gebetet, gerufen, ja sogar geschrien und nichts ist passiert? „Wo bist du Gott? Hast du mich verlassen?“ „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Kein Mensch, der auf Gott vertraut, ist wirklich verlassen. Aber der Mensch, der so geschrien hat, war buchstäblich von Gott verlassen. Dieser Mensch ist Jesus von Nazareth. Dieser Mensch ist der versprochene Erlöser Israels. Sogar ein Hauptmann der Römer erkannte: „wahrhaftig, dieser ist Gottes Sohn gewesen.“ Gewesen? Nein, Jesus ist immer noch Gottes Sohn. Er ist wieder lebendig geworden. Gott, sein Vater, hat ihn auferweckt. Er sitzt nun mit seinem Vater auf dessen Thron. Er kann helfen, Situationen und Menschen verändern, dass es schier unglaublich ist. Bei Gott ist gar nichts unmöglich.

Ich habe erlebt, wie er mich verändert hat. Er hat mir einen Beruf geschenkt, den ich mir nie ausgesucht hätte. Er hat mir geschenkt, dass ich in der Öffentlichkeit von ihm reden kann. Ich, der so schüchtern war. Und: „in wieviel Not hat nicht der gnädige Gott, über dir Flügel gebreitet.“ Auch das habe ich erfahren. Wenn Jesus Christus auch nicht alle Not weggenommen hat. Aber er hat mich hindurchgeführt.

„Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.“ Ja, das stimmt, das kann ich bezeugen.

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