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Mit Gottes Wort durch das Leben

Die Bibelstelle 2. Timotheus 3,16 – ausgelegt von Ursula Eggers.

Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.

2. Timotheus 3.16

Wenn ich heute in mein Bücherregal schaue, stehen dort verschiedene Ausgaben von Kinderbibeln und Bibeln für Erwachsene. In meiner Kindheit gab es diese Vielfalt noch nicht. Meiner Erinnerung nach existierte in unserem Haushalt nur eine richtige Gebrauchsbibel. Sie gehörte meinen Eltern, und wurde meistens von meinem Vater genutzt. Er brauchte sie dann, wenn er sich als ehrenamtlicher Mitarbeiter auf eine Kindergottesdienststunde vorbereitete.

Ab meinem Grundschulalter entwickelte ich mich zu einem echten Bücherwurm. Kein Buch war vor mir sicher. Doch in die dicke Bibel meiner Eltern schaute ich nicht hinein. Sie wirkte uninteressant, langweilig und schwer zu lesen. Meine Eltern hatten mich schon früh in den Kindergottesdienst geschickt. Viele Bibelgeschichten waren mir von daher bekannt. Und ich fand sie auch wichtig. Doch selbst nachlesen – kein Interesse.

Jahre später, als ich im Jugendalter war, wurde ich angefragt, in unserem Kindergottesdienst mitzuarbeiten. Als Arbeitsmaterial schenkte man mir eine dicke, sehr umfangreiche Kinderbibel. Diese Kinderbibel begeisterte mich. Zunächst nur für mich allein las ich Geschichte für Geschichte. Viele Erzählungen waren mir neu und ich begann über die lange Geschichte Gottes mit seinen Menschen zu staunen. So hat Gott bei mir angefangen, mir das Lesen seines Wortes wertvoll und lieb zu machen.

Bei anderen mag der Weg, das Wort Gottes kennenzulernen, ganz anders aussehen. Und dann gibt es ja auch die Zeiten, in denen mir manche Bibelworte fragwürdig erscheinen. Ich erlebe Krisen. Ich zweifle an Gott und meinen Glauben. In solchen Momenten oder Zeiten hat es mir manchmal geholfen, mich an meine ersten Schritte im Bibellesen – in einer Kinderbibel – zu erinnern. Das ermutigte mich „Dran zu bleiben, weiter Gottes Wort lesen, hinhören“ – auch wenn Gott stumm zu sein schien.

Mit diesem Rückblick auf meine ersten Schritte im Bibellesen lese ich die Worte in dem für heute vorgesehenen Lehrtext der Herrnhuter Brüdergemeine. Es sind Worte von Paulus am Ende seines Lebens an seinen jungen Mitarbeiter Timotheus.

Sie stehen im 2. Brief an Timotheus in Kapitel 3, Vers 16: „Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.“

Im ersten Moment wirken diese Worte vielleicht sperrig. Zurechtweisung, Erziehung, nützliche Lehre – wer hört das gern im Zusammenhang mit Gott und Glauben. Ich erinnere mich an einige Erziehungsratgeber, die ich las, als unsere Kinder noch klein waren. Manche habe ich nie zu Ende gelesen. Ihre Konzepte frustrierten mich oder engten ein. Sie passten nicht zu unserem Familienalltag.

So jedoch will Gottes Wort gerade nicht wirken. Gottes Wort, „alle Schrift“, wie Paulus es nennt, will ermutigen und helfen. Sein Freund Timotheus erlebte viel Streit in seiner Gemeinde. Falsche Lehren verunsicherten die Christen. Paulus legt ihnen ans Herz, nah dranzubleiben an den ihnen bekannten Schriften. Denn aus diesen Worten spricht ein Gott, der liebt und nicht verunsichert. Wer an seinem Wort dranbleibt, wird Gottes weites Herz und seine offenen Arme kennenlernen. Da hat alles Platz, was ich mitbringe an Fragen, Angst und auch Vertrauen. Das galt für die ersten Christen, wie auch für Sie und mich heute.

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