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/ Wort zum Tag

Mein „Tag-Anzieher“

Die Bibelstelle 2. Mose 7,1.2 – ausgelegt von Heinz-Werner Neudorfer.

Der HERR sprach zu Mose: Du sollst alles reden, was ich dir gebieten werde.

2. Mose 7,1.2

Schuhanzieher sind sehr praktisch. Sie helfen mir, ohne Schaden auch in Schuhe zu schlüpfen, die fast schon zu eng geworden sind. Die täglichen „Losungen“ können sowas wie „Schuhanzieher“ für den Tag sein: Sie helfen mir, besser reinzukommen in diesen Tag und besser durchzukommen. Der Bibelvers für heute eignet sich gut als „Tag-Anzieher“. Als Gott Mose berufen hat, sagte er zu ihm: „Du sollst alles reden, was ich dir gebieten werde.“

Ich bin an dem Wort „alles“ hängengeblieben. Was werden Sie, was werde ich heute nicht „alles“ sagen? 25.000 Wörter sprechen Männer laut einer Untersuchung im Durchschnitt pro Tag, Frauen etwas mehr.[i] Was ist da nicht alles dabei: einfache Feststellungen, ärgerliche oder freudige Ausrufe, Warnungen, Anweisungen, vielleicht sogar Hilferufe.

Gottes Wort an Mose war sowas wie seine „Arbeitsplatzbeschreibung“, reduziert auf das Wesentliche: Mose soll mit den Leuten reden. „Führen durch Kommunikation“, würden wir das nennen. Das war Moses Job. Ich will nicht auf die vielen Gelegenheiten eingehen, bei denen Mose reden musste: mit seinem Volk, mit dem Pharao in Ägypten. Sein Volk sollte er zu mehr Gottvertrauen ermutigen und ihnen sagen, wie Gott sich ihr Zusammenleben vorstellt. Das kam nicht immer gut an, weil es dem Leben Grenzen setzt. Dem Pharao musste Mose sagen, dass er diese billigen Arbeitskräfte freigeben soll. Gott wollte es so. Er musste den König warnen, ihm drohen, ihm Gottes Strafe ankündigen. Das passte dem Pharao gar nicht in den Kram.

Auch der Apostel Paulus erntete viel später meist keine begeisterte Zustimmung, wenn er den Leuten sagte, was Gott ihm aufgetragen hatte: dass es Gott gibt; dass ER seine Menschen liebt; dass sie versöhnt mit ihm leben sollten. Mose erntete Ablehnung, Paulus wurde verhöhnt, verhört, ausgepeitscht, am Ende im wahrsten Sinn des Wortes „einen Kopf kürzer gemacht“. Warum? Weil er den Leuten sagte, was Gott ihm aufgetragen hatte.

Wird es heute etwas geben, was ich jemand in Gottes Auftrag sagen soll? Oder etwas, das ich lieber nicht sagen sollte? Wird es Gelegenheiten geben, mit jemand über Jesus zu sprechen? Etwas von dem weiterzugeben, was ich glaube? Was mein Leben trägt und hält? Was ich schon mit Gott erlebt habe? Das wäre viel, und hoffentlich habe ich, haben Sie den Mut, das dann auch zu tun, wenn es sich ergibt.

Mir kam ein Satz aus dem 1. Petrusbrief in den Sinn. Ich nenne ihn gern den „Kleinen Missionsbefehl. Da heißt es: „Immer wieder verlangt man von euch, Rechenschaft zu geben über die Hoffnung, die euch erfüllt. Deshalb müsst ihr bereit sein, allen, die fragen, Rede und Antwort zu stehen“, schreibt Petrus (1. Petrus 3,15) (BasisBibel). Das ist ein missionarisches Minimum. Es gilt nicht nur denen, die haupt- oder ehrenamtlich für eine christliche Organisation tätig sind. Es gilt allen. „Du sollst alles reden, was ich dir gebieten werde“ – das ist der „Tag-Anzieher“ für heute. Ob Sie sich daran erinnern werden?

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Kommentare (1)

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Holger B. /

Sie sprachen vom Kleinen Missionsbefehl (1.Petr.3,15).
Ich habe es erst neulich bei einem Verwandtenbesuch erlebt: Über den Glauben im Alltag zu reden, ist mir
überhaupt nicht einfach mehr