/ Wort zum Tag
Gott schafft gewiss Recht
Die Bibelstelle Psalm 140,13 – ausgelegt von Johannes Hruby.
Ich weiß, dass der HERR des Elenden Sache führen und den Armen Recht schaffen wird.
David hatte es nicht leicht in seinem Leben. So frei und unbeschwert konnte er nicht seine Tage genießen. Immer hatte er Angst, dass ihm jemand eine Falle stellen würde. Er war von Leuten umgeben, die es nicht gut mit ihm meinten. Sie beobachteten ihn genau, ob ihm nicht ein Fehler unterläuft, ob nicht ein unüberlegtes Wort über seine Lippen kommt, ob er jemand bevorzugt. Wenn Blicke töten könnten, dann wäre es um David schlecht bestellt. Doch seine Gegner beschränkten sich nicht auf feindselige Blicke. Sie gingen noch einen Schritt weiter. Sie redeten schlecht über ihn. Und das Gemeine daran ist, dass sie hinter seinem Rücken über ihn lästern mit ihren scharfen Zungen. Lügen und falsche Behauptungen standen schon damals auf der Tagesordnung, wenn man einen Menschen fertig machen will. Wir sprechen heute von Mobbing, Ausgrenzung und Diskriminierung.
Kommt Ihnen das bekannt vor, dass Nachbarn Sie neidisch anblicken, dass alte Bekannte Ihnen aus dem Weg gehen, dass Arbeitskollegen hinter Ihrem Rücken tuscheln? Das verletzt Sie. Das macht Sie einsam. Das nimmt Ihnen den Lebensmut. Wie sollen Sie darauf reagieren? Mit den gleichen Blicken und mit gleichen Worten kontern? Gleiches mit Gleichem vergelten oder noch eine Schippe zulegen? Wo Unrecht geschieht, fällt es manchmal schwer, ruhig, gelassen und besonnen zu bleiben. David hätte mit Worten zurückschlagen können. Aber er hielt kurz inne und erinnerte sich daran, dass er einen Gott hat, an den er sich wenden kann. David richtet seinen Blick nicht auf die Gemeinheiten der Menschen, sondern schaut auf Gott. „Du bist mein Gott; vernimm die Stimme meines Flehens!“ schreit er zu ihm. Er hat erlebt, dass Gott auf seiner Seite steht. Gott hat ihm früher einen Sieg über den riesigen Goliath geschenkt. Er hat David bewahrt auf der Flucht vor König Saul. David weiß, auf Gott kann ich mich verlassen. Er sieht und hört mich, wenn ich ungerecht behandelt oder beleidigt werde. Und nun sagt David diesen Satz, der für heute als Bibelwort ausgelost wurde: „Ich weiß, dass der HERR des Elenden Sache führen und den Armen Recht schaffen wird“.
So hört sich das an, wenn einer sich Gott anvertraut. Wenn einer auf Rache verzichtet und sicher weiß, Gott wird vergelten. Er wird Recht schaffen. Gott wird es richten. Er wird es in Ordnung bringen. Dass Gott so handelt, dafür gibt es Beispiele in der Bibel. Josef wurde Jahrhunderte vor David aus Neid von seinen Brüdern verkauft. Er verbrachte viele Jahre als Sklave zu und später ungerechtfertigt im Gefängnis in Ägypten. Josef blieb Gott treu und wurde von ihm zur zweithöchsten Position in Ägypten erhoben. Oder Jahrhuderte später als David Daniel in der Löwengrube. Er wurde fälschlicherweise angeklagt und in die Löwengrube geworfen. Gott schickte einen Engel, um die Mäuler der Löwen zu verschließen und ihn zu retten. Im Neuen Testament erzählt Jesus ein Gleichnis von einer beharrlichen Witwe. Sie ging so lange zum ungerechten Richter, bis er ihr Recht verschaffte. So wird auch Gott den Menschen, die inständig zu ihm rufen, Gerechtigkeit verschaffen. Ist das nicht eine gute Perspektive für den heutigen Tag, dass Gott „des Elenden Sache führen und den Armen Recht schaffen wird“? Dessen dürfen Sie heute gewiss sein!
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Was für eine tröstenende und mitmachende Andacht.
Diese Worte rühren mich im meiner jetzigen Situation sehr an, machen mir Mut.