/ Wort zum Tag
„Was heißt Rühmen?“
Die Bibelstelle Psalm 56,11 – ausgelegt von Monika Scherbaum.
Ich will rühmen Gottes Wort: ich will rühmen des HERRN Wort.
Rühmen ist heute kein Alltagswort mehr. Was bedeutet es? Es ist mehr als danken. Es ist ein inneres Ausrichten. Rühmen heißt: bewusst hervorheben, wertschätzen, sich daran festhalten. Und Gottes Wort rühmen meint Gottes Verheißungen ernst nehmen, sie laut bekennen und Gott dafür danken, noch bevor ich die Erfüllung sehe.
David wiederholt sich hier nicht zufällig. Wenn er sagt: „Gottes Wort“ und „des HERRN Wort“, betont er: Es ist genau dieser Gott, der sich uns persönlich zuwendet, dessen Wort er rühmt. Nicht irgendeine religiöse Idee, sondern das verlässliche Wort des lebendigen HERRN.
Ich frage mich, woher kennt David Gottes Wort? Nun, David hat die Tora, die Geschichten von Gottes Handeln mit Israel. Weiß um den Auszug aus Ägypten, die Verheißungen an sein Volk und persönliche Zusagen, die Gott ihm gegeben hat. Auf diese Worte verlässt sich David. So wie ich mich heute auf die ganze Bibel und auf Jesus als das lebendige Wort Gottes verlasse.
Mitten in der Angst richtet David sich neu aus. Nicht auf das, was Menschen ihm antun können. Nicht auf das, was seine Gefühle ihm einflüstern. Sondern auf das, was Gott zugesagt hat.
Das ist auch für mich eine sanfte Einladung: Wo brauche ich heute so eine Unterbrechung, um mich neu auf Gottes Wort auszurichten?
David rühmt Gottes Wort vermutlich, ohne zu ahnen, wie weit Gott einmal gehen wird. Was er als Zusage hört, wird später Mensch: In Jesus bekommt Gottes Wort ein Gesicht.
Das Neue Testament sagt: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns.“ (Johannes 1,14)
Alles, was David im Glauben ergreift – Gottes Schutz, Treue und Barmherzigkeit –, wird in Jesus greifbar. In einer Welt voller unsicherer Stimmen lädt Gott mich ein, mein Vertrauen auf den zu setzen, der sein lebendiges Wort ist: Jesus Christus.
Er schenkt Vergebung für meine Schuld, neues Leben mitten in meiner Angst und Führung in meinen Fragen. Wenn ich Gottes Wort rühme, rühme ich letztlich Jesus.
Im Leben fühlen sich Entscheidungen oft an wie Weggabelungen ohne klare Beschilderung. Bleibe ich im Job oder wage ich etwas Neues? Vertiefe ich eine Beziehung oder lasse ich los? Spreche ich etwas Schwieriges in der Familie, am Arbeitsplatz oder in der Gemeinde ehrlich an – oder schweige ich?
In solchen Momenten werden meine Zweifel laut: „Was, wenn du dich irrst? Was, wenn du falsch entscheidest und scheiterst?“
Genau hier spricht Psalm 56,11 hinein: „Ich will rühmen Gottes Wort; ich will rühmen des HERRN Wort.“
Das ist eine Entscheidung: Ich gebe nicht meinen Ängsten das letzte Wort, sondern Gottes Zusagen.
Vielleicht kann ich meine nächsten Entscheidungen einmal ganz anders beginnen: Nicht mit meinen Sorgen. Nicht mit meinen Risiken. Sondern mit Gottes Wort. Zuerst fragen: „Herr, was sagst du über Vertrauen, Mut, Treue, Liebe?“ Und dann beten: „Herr, zeige mir den nächsten Schritt und gib mir den Mut, ihn zu gehen.“ Amen.
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