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Ein Blick für die Menschen

Die Bibelstelle 2. Chronik 30,18-19 – ausgelegt von Eveline Schubert.

Der HERR, der gütig ist, wolle gnädig sein allen, die ihr Herz darauf richten, Gott zu suchen.

2. Chronik 30,18–19

Leider wächst Hiskia ohne einen vorbildlichen Vater auf. Hiskias Vater hat zwar den wahren Gott gekannt, sich aber bewusst dafür entschieden, andere Götter zu verehren. Und Hiskias Vater verleitete auch die Menschen in seinem Umfeld, falsche Götter anzubeten. Obwohl Hiskia in seinem Vater kein positives Vorbild findet, handelt Hiskia verantwortungsvoll. Hiskia gebraucht seinen Einfluss, um Menschen zur Verehrung des einen wahren Gottes einzuladen. Als Hiskia 25 Jahre alt ist, wird er König. Er öffnet die lange verschlossenen Türen des Tempels in Jerusalem, damit die Menschen im Haus Gottes wieder beten können. Dann versammelt Hiskia die Priester und die Tempeldiener, die man auch Leviten nennt. Hiskia motiviert sie dazu, persönlich ausschließlich den einen Gott Israels anzubeten und zu lieben und nach seinen Geboten zu leben. Der Tempel soll wieder der Begegnung mit Gott und dem Lob Gottes dienen. Die Priester und Leviten räumen den Tempel 16 Tage lang gründlich auf. Sie entfernen alle Götzenbilder, die sich angesammelt haben und führen den Tempel wieder seiner Bestimmung zu. So lesen wir es im Alten Testament im 2. Chronikbuch, Kapitel 29.

Als nächstes versucht Hiskia die Frömmigkeit im Volk zu fördern, indem er die religiösen Feste wieder einführt. Als erstes plant er eine große Feier des Passahfestes, das über 250 Jahre lang nicht mehr so großartig gefeiert worden ist, wie König Salomo es einst tat.

Hiskia sendet Boten in alle Teile seines Landes, um die Menschen zum Passahfest einzuladen. Und Hiskia verbindet die Einladung zum Fest mit einer weiteren Einladung: Seine Volksgenossen sollen anders handeln als ihre Eltern, sie sollen Buße tun und nicht mehr den Götzen, sondern dem einen wahren Gott vertrauen.

Viele Menschen folgen der Einladung Hiskias und kommen auf dem Tempelgelände zusammen, um das Passahfest zu feiern und damit Gott als ihren Retter zu bekennen. Doch nicht alle Menschen haben sich gemäß der religiösen Vorschriften vorbereitet.

Wie geht Hiskia damit um? Soll er mit diesen Menschen schimpfen oder sie gar wegschicken?

Hiskia betet bewusst für die Menschen, die sich nicht auf das Passahfest vorbereitet haben.

Er betet: “HERR, vergib in deiner Güte jedem, der von ganzem Herzen mit dir, dem Gott seiner Vorfahren, leben will. Vergib ihnen, auch wenn sie sich nicht so gereinigt haben, wie es für dein Heiligtum angemessen wäre!“

Hiskia hat einen Blick für die Menschen, deren Herz trotz aller Mängel auf Gott ausgerichtet ist. Hiskia bittet Gott, mehr auf die Aufrichtigkeit der Menschen zu sehen und weniger auf ihre fehlerhafte praktische Festvorbereitung.  Und Gott erhört dieses Gebet. Die Menschen feiern fröhlich und ausgiebig das Passahfest und erneuern damit ihre Verbindung zu dem wahren Gott und auch zueinander. Das gemeinsame Feiern und das gemeinsame Gotteslob führt sie in die Gemeinschaft. Nun haben sie Gott wieder vor Augen. Die Götzen haben ihnen nicht geholfen. Doch der wahre Gott ist gütig und gnädig, barmherzig und vertrauenswürdig.

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