/ Wort zum Tag
Es wird regiert
Die Bibelstelle 2. Mose 15,18 – ausgelegt von Hartmut Völkner.
Der HERR wird König sein immer und ewig.
Moses stimmt ein Loblied auf Gott an und sagt: „Der HERR wird König sein immer und ewig.“ (2. Mose 15,18) Gerade noch hatte Pharao die flüchtenden Israeliten verfolgt, die in Ägypten Sklaven gewesen waren. Gott hatte sie nicht vergessen. Er erwählte Moses als den, der sein Volk aus der Gefangenschaft führen sollte. Als Pharao sie dann verfolgte, gingen die Soldaten im Schilfmeer unter. Israel war gerettet und das Loblied des Moses gipfelt in dem Satz: „Der HERR wird König sein immer und ewig.“
Ist das nicht eine maßlose Übertreibung? Schon wenige Wochen später murrte das Volk über die schlechten Lebensbedingungen in der Wüste, über Hunger und Durst. Und als Moses dann endlich die zehn Gebote bekam, hatte sein Bruder Aaron mit den wartenden Israeliten ein goldenes Kalb als Ersatz für Gott gebaut. Immer wieder ging das so weiter. Gott wurde angebetet, dann wieder vergessen. Er sprach durch Propheten, sie wurden gehört und bekämpft. Menschen glaubten an ihn, dann verließen sie ihn wieder. So geht es weiter bis heute. Gott wird verehrt, verspottet, gefürchtet und geliebt. So ging es auch seinem Sohn. Er wurde als der Heiland erkannt und als der Gotteslästerer gekreuzigt. Nach seiner Auferstehung entstand eine große christliche Bewegung. Heute sind fast die Hälfte der Deutschen Mitglied einer Kirche. Weltweit sind es etwa 28%. Gott hat bei den Menschen keinen leichten Stand. Warum wird er eigentlich ignoriert oder bekämpft, obwohl er Frieden auf Erden möchte? Ich vermute, das kommt daher, dass wir nicht gerne einen über uns haben, der alle gleich liebt und uns nicht bevorzugt. Möglicherweise lehnen Menschen die Gebote Gottes ab, weil sie sonst einen Herrn über sich anerkennen müssten.
Aber stimmt denn der Satz, den Moses sagt und der oft in der Bibel vorkommt nicht mehr? „Der HERR wird König sein immer und ewig.“ Ich denke, dieser Satz hat ungebrochene Bedeutung. Alle, die sich gegen Gott auflehnten und auflehnen, haben nur eine bestimmte Zeit. Sie sind nicht ewig. Kein Mensch ist ewig und kein irdisches Reich dauert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das wird Gott niemals zulassen. Nur der ewige Gott ist Herr über Leben und Tod. Er bleibt ewiger König. Keiner kann bis zu seinem Thron aufsteigen, keiner kann ihn töten und kein Mensch wird je allmächtig. Als Gott in seinem Sohn Jesus auf die Welt kam und man ihn tötete, hat er ihn wieder auferweckt. In jedem Gottesdienst beenden wir die Bitten an Jesus mit dem Lobpreis: Das bitten wir Dich, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und die Gemeinde sagt: Amen.
Letztlich ist er alleine ewig und unbesiegbar. So könnte ich den Satz des Moses mit einem kleinen Zusatz versehen. Auf dieser Welt sieht es manchmal so aus, als ob die irdischen Machthaber ewig herrschen. Manche scheinen das auch zu glauben. Aber wenn Gott ihnen den Odem nimmt, sterben sie. Nur der HERR wird König sein immer und ewig.
Kurz vor meiner Konfirmation wurde mir in einer Nacht deutlich bewusst, dass ich ja der Begegnung mit dem ewigen Gott nicht ausweichen kann. Alles, was ich versuchte, war machtlos gegen ihn. Da entschloss ich mich: Wenn ich ihm schon begegnen muss, dann will ich mich mit ihm versöhnen. Seitdem ich mit ihm befreundet bin, freut mich der Satz des Moses. „Der HERR wird König sein immer und ewig.“
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