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Der Unterschied zwischen Bibel und Märchen

Die Bibelstelle 2. Petrus 1,16 – ausgelegt von Gabriele Berger-Faragó.

Wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus: sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen.

2. Petrus 1.16

Woher weiß ich, dass wahr ist, was in der Bibel steht?

Viele Menschen halten die Bibel für ein Märchenbuch. Ehrlich gesagt kann ich das verstehen. In Märchen passieren Dinge, die es in Wirklichkeit nicht gibt:

  • geküsste Frösche verwandeln sich in Prinzen;
  • Feen können zaubern

Ein wenig Ähnliches findet sich auch in der Bibel:

  • ein Toter wird wieder lebendig;
  • Jesus verwandelt Wasser in Wein

Wo ist der Unterschied?

Unter anderem sind es vier Dinge, die ein Märchenbuch und die Bibel voneinander unterscheiden:

Der 1. Unterschied ist der Autor:

Die deutschen Volksmärchen sind 1812 von den bekannten Gebrüdern Grimm veröffentlicht worden; diese sind jedoch nicht die Autoren, sondern nur die Sammler der Geschichten, die über Jahrhunderte von Generation zu Generation weitererzählt wurden.

Mit der Bibel verhält es sich teilweise ähnlich. Sie besteht aus insgesamt 66 Büchern von unzähligen Autoren zwischen ca. 1000 v.Chr. bis etwa 100 n.Chr. Manche dieser Bibel-Bücher stammen direkt vom Autor; andere sind Sammlungen von Geschichten, die vorher mündlich tradiert wurden.

Nun müsste man erwarten, dass die Bücher der Bibel aufgrund der großen Zeitspanne und der vielen verschiedenen Autoren völlig ohne Zusammenhang sind – genauso wie die Grimms Märchen, bei denen eines nichts mit dem anderen zu tun hat.

2. Unterschied: Gesamtzusammenhang

Dem ist allerdings nicht so. Die vielen Bücher der Bibel verbinden nicht nur einzelne Themen, sondern letztlich ergibt die ganze Bibel einen großen Gesamtzusammenhang. Dies deutet darauf hin, dass trotz der vielen menschlichen Autoren ein Autor hinter der Bibel steht; Glaubende sehen Gott als diesen übergeordneten Autor.

Aber was ist denn dieser Gesamtzusammenhang? Kurz gefasst beschreibt die Bibel die Geschichte Gottes mit den Menschen: Er schuf sie, er liebt sie trotz ihrer Abwendung von ihm. Er sorgt – teilweise mit übernatürlichen Wundern – nicht nur für sie, sondern er sorgt mithilfe seines Sohnes Jesus Christus auch dafür, dass sie in Beziehung mit ihm treten können. So können die Menschen mit Hoffnung leben und sterben – weil sie wissen, dass die Liebe Gottes sie über den Tod hinaus trägt.

3. Unterschied: Aussageabsicht

Diese knappe Zusammenfassung der Bibel macht deutlich, dass sie noch etwas von Märchen unterscheidet, nämlich als drittes die Aussageabsicht: Die gesamte Bibel ist eine große Einladung Gottes an den Menschen, ihm zu vertrauen.

Natürlich haben auch Märchen ein interessantes Ziel: Sie wollen uns einerseits unterhalten, und andererseits etwas lehren. Z.B., dass wir immer schön fleißig sein sollen wie bei „Frau Holle“.

Allerdings haben sie keinen rettenden Aspekt, der uns im Leben und im Sterben trägt, wie es die Bibel beansprucht.

Jetzt bin ich wieder bei der ursprünglichen Frage: Kann ich diesen Geschichten und somit der Gesamtaussage der Bibel vertrauen?

4. Unterschied: Augenzeugen

Hier hilft der 4. Unterschied zu Märchen weiter:

Die Geschichten der Bibel beruhen auf Augenzeugenberichten. Diese Zeugen haben unglaubliche Dinge mit Gott erlebt. Die Augenzeugen der Wunder und der Auferstehung Jesu waren sogar bereit, dafür zu sterben; sie beharrten darauf, dass die Dinge genau so passiert sind, wie sie es erlebt und berichtet haben.

So schreibt Petrus, der bekannteste Jünger Jesu, im 1. Kapitel seines 2. Briefs an die Gemeinde:

16 Denn wir sind nicht ausgeklügelten Märchen gefolgt, als wir euch von der Kraft und dem Kommen unseres Herrn Jesus Christus erzählt haben; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen.


„Soll ich das wirklich glauben?“, fragen Sie sich jetzt vielleicht. Gibt‘s Gott echt? Und wenn ja, hat dieser Gott wirklich persönliches Interesse an mir?

Ich schlage Ihnen zur Beantwortung dieser Frage ein Experiment vor: Wenn‘s Gott gibt und er Interesse an Ihnen hat, dann müsste er reagieren, wenn Sie zu ihm sprechen. Wenn es ihn nicht gibt, dann wird es keine Reaktion geben. Ob, wann und wie Gott reagiert – durch ein Wunder oder ganz alltäglich, durch eine Stimme oder in ihrem Herzen, durch einen Menschen oder ein Ereignis – lassen Sie sich überraschen … wie bei einem echten Experiment. Sie werden trotzdem wissen, dass es Gott ist, wenn er auf seine Weise reagiert.

Was hindert Sie? Probieren Sie’s aus!


Mehr zum 2. Petrusbrief:

 

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Anstoß

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Kommentare (2)

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Annelotte G.-S /

Auf einer sehr alten Stickvorlage für ein Überhandtuch eines früher gebräuchlichen Handtuchhalters war folgender Spruch gestickt worden:
Abgebildet waren ein Mönch und ein Bischof.
Der Text mehr

Karlheinz K. /

Danke für diese wunderbare Auslegung. Die Erfahrung mache ich auch. Trotzdem bleibe ich dabei wie Thomas bezeugt, Jesus, mein Herr und mein GOTT.