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Der ultimative Neustart

Hans-Martin Richter über Johannes 11,40.

Jesus spricht zu Marta: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?

Johannes 11,40

Wenn Menschen in einem natürlichen Prozess sterben, hören nicht alle Körperfunktionen gleichzeitig auf. Das Gehör arbeitet bis zuletzt.

Aber irgendwann ist ein Mensch tot. Mausetot. Dann hat auch das Gehör mit dem Hören aufgehört. Eine tote Person ist nicht mehr ansprechbar.

Die Bibel berichtet uns im Johannesevangelium, Kapitel 11, wie Jesus einen Toten anspricht. Er befiehlt einem Verstorbenen, Lazarus ist sein Name, lebendig zu werden. Dessen Schwester Martha zweifelt: Er liegt schon vier Tage im Felsengrab. Die Verwesung hat schon eingesetzt. Jesus antwortet: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubtest, so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen?

Martha zweifelt. Aber trotzdem erlebt sie, wie Jesus ihren verstorbenen Bruder belebt. Der Tote hört und gehorcht dem Befehl von Jesus. Er wird lebendig. Dadurch wird Gottes Wundermacht, seine Herrlichkeit, sichtbar und erlebbar.

Wie Jesus den toten Lazarus zu neuem Leben erweckt, kann er, im übertragenen Sinn, auch geistlich tote Menschen zum Leben erwecken. Der Theologe Siegfried Kettling sagte einmal: Evangelisation ist Totenauferweckung. Das bedeutet, dass die Worte von Jesus auch heute noch wirken. Seine Liebe, die sich in seinem Sterben am Kreuz zeigt, machen auch heute noch Menschen lebendig.

Kürzlich hörte ich ein Kind fragen: Was ist Gott? Zehntausenden in unserem Land ist der christliche Glaube völlig fremd. Wie können sie die Stimme von Jesus hören? Gilt auch hier: wenn du glaubtest, so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen?

In Leitungsgremien christlicher Gemeinden geht es immer öfter um die bange Frage, wie der Mitgliederrückgang bestmöglich organisiert werden kann. Der Rückbau von Gemeinden tut weh. Ist es da angebracht, an Jesus zu erinnern, der Maria sagte: wenn du glaubtest, so würdest du (trotz Gemeindesterben) die Herrlichkeit Gottes sehen?

Mir gefällt, wenn nicht vom Sterben der Kirche gesprochen wird, sondern vom Winter. Glaubende vertrauen, dass nach dem geistlichen Winter, ein geistlicher Frühling folgen wird.

Nach dem Johannesevangelium, Kapitel 11 rief die fromme Martha ihre geschäftige und zweifelnde Schwester Maria zu Jesus, um das Wunder mitzuerleben.

Während ich die heutige Andacht vorbereite, denke ich an den vergangenen Sonntag in meiner Gemeinde in Brandenburg. Teilnehmende unseres Glaubenskurses fielen am Altar auf ihre Knie, baten den Heiligen Geist in ihr Leben und dankten Jesus für sein Wort, das sie zu neuem Leben weckte. Das ist kein Einzelfall.

Ja, die Geschichte lässt sich ins Heute übertragen. Worte von Jesus machen auch heute noch lebendig.

Vielleicht hört jetzt jemand zu, der oder die sagt: schön, aber nicht bei mir, bei uns ist der Tod im Topf.

Für solche Leute soll der Bibelvers heute ganz besonders gelten:

Jesus spricht: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubtest, so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen?

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