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/ Wort zum Tag

Der richtige Lebens-Navigator

Die Bibelstelle Sprüche 11,19 – ausgelegt von Heinz-Werner Neudorfer.

Gerechtigkeit führt zum Leben: aber dem Bösen nachjagen führt zum Tode.

Sprüche 11,19

Wir mussten auf der Autobahn quer durch Berlin. Kein Problem, dachten wir, – mit Navi. Dann kam die Sperrung wegen Bauarbeiten. Kein Problem, dachten wir, – mit Navi wird’s gehen. Allerdings wusste das Navi nichts von der Baustelle. Und führte uns in schöner Regelmäßigkeit wieder an die Auffahrt zurück, die es ja gerade nicht gab. So kann es gehen. Viele haben wohl ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit dem „Navi“. Was ist, wenn es nur so tut, als würde es mich zum Ziel bringen?

Jeden Tag, auch heute, muss ich Entscheidungen treffen, große wie kleine. Halte ich, was ich versprochen habe, obwohl es mir schwerfällt? Kaufe ich das Haus, stemme ich die Schulden, trotz Wirtschaftskrise? Das biblische Buch der „Sprüche“ ist eine Sammlung von Ratschlägen für ein gelingendes Leben. Sie entstanden, indem Lebenserfahrung und Erfahrungen mit Gott zusammentrafen.

Im 11. Kapitel, Vers 19, lesen wir einen ganz grundsätzlichen Rat für unser Leben: „Steht einer fest in der Gerechtigkeit, ⟨führt das⟩ zum Leben; jagt er dem Bösen nach, ⟨gereicht es⟩ zu seinem Tod“ (Elberfelder Bibel).

Gerechtigkeit“ – ein hohes Ideal. Viele nehmen es in unserer Zeit für sich in Anspruch. In unserer Kultur verstehen wir darunter, dass für alle dieselben Maßstäbe gelten und dass sich alle an geltendes Recht zu halten haben. In der Sprache der Bibel sitzt der Akzent etwas anders. „Gerecht“ ist ein Mensch, der sich so verhält, dass er der Gemeinschaft dient, in der er lebt. Das kann die Ehe, die Familie, die Religionsgemeinschaft oder auch das Volk sein, ja sogar Gott.

Zum Beispiel: Wie gehe ich mit meinen Kolleginnen oder Kollegen am Arbeitsplatz um? Dient mein Verhalten dazu, dass unsere Zusammenarbeit besser funktioniert? Aber auch: Dient mein Verhalten der Festigung meiner Ehe, oder setze ich sie eher aufs Spiel? Dabei ist immer vorausgesetzt, dass Gottes Wille und seine Gebote das Grundraster meines Lebens bilden. Übrigens hat Jesus diesen Zug eher noch stärker betont, wenn er sagt, „dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen“ (Matthäus 5,28 - Elberfelder Bibel).

Ich könnte mühelos Beispiele aus anderen Gemeinschaftsbeziehungen finden, in denen ich lebe. Was kann ich heute tun, damit es meiner Familie, unserer Gemeinde, den Leuten um mich herum besser geht? Ja, diese Empfehlung schränkt die Auswahl der möglichen Wege, die ich heute gehen werde, was ich rede und tue, schon deutlich ein. Aber es gibt mir auch etwas an die Hand, das mein Leben wertvoller, sinnvoller, reicher macht: sowas wie einen „Lebens-Navigator“, der das Ziel kennt und weiß, wie er mich zum richtigen Ziel bringt. Der Bibelvers aus den Sprüchen sagt: Solches Verhalten, das nach den Menschen um mich herum und nach Gott fragt, das ein Stück weit die Seiten wechselt und die Dinge aus ihrer Sicht betrachtet, solches Verhalten führt zum Leben – schon jetzt und sogar über diese irdische Zeit hinaus.

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Kommentare (1)

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Knud L. /

Ganz großes Kino! Fand ich sehr gut die Bögen vom Navi und mal schnell Gerechtigkeitsbegriffe sortieren hat mir absolut gefallen. Danke