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Blütezeiten

Andrea Hoppstädter über Psalm 103,15-16.17.

Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da. Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Psalm 103,15–16.17

Komplimente – oft werden sie gemacht und auch gern gehört! Doch nicht alle Komplimente treffen ins Schwarze. Auch über wohlgemeinte Aussagen, wie: „Du siehst aus wie das blühende Leben“ freut sich der Angesprochene nicht unbedingt, wenn er sich gerade überhaupt nicht so fühlt.

Blüte oder Blütezeit verbindet man mit Vitalität, Stärke und Gesundheit. Blühendes zieht Blicke auf sich und ist ein beliebtes Fotoobjekt. Aber nicht nur an den Blüten in der Natur freut sich der Mensch, sondern auch über die Blüte im eigenen Leben – egal ob in Bezug auf Jugend oder Erfolg. Auch in geschichtlichen Epochen gibt es Blütezeiten.

Wie es in eine Pflanze hineingelegt ist, Blüten zu treiben, so ist das Streben nach Blüte auch in uns Menschen hineingelegt. Ja, es ist gottgewollt, dass unser Leben zur Entfaltung und zur Blüte kommt. Und wir dürfen uns daran freuen. Aber doch ist Blüte etwas Vorübergehendes. Wenn eine Pflanze in der höchsten Blüte steht, ist das gleichzeitig der Scheitelpunkt und somit auch der Beginn des Verwelkens. So schön eine Blüte auch ist, so ist sie doch anfällig und kurzlebig.

In Psalm 103 wird der Mensch mit dem Gras oder einer Blume verglichen. Dort lesen wir:

Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da. Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit.     

Anfällig und gefährdet ist das Leben des Menschen, vergänglich wie das Gras oder eine Blume.

Bestenfalls blühen wir in unserem Leben wie eine Blume auf. Leider kommt nicht einmal jeder Mensch während seiner Lebenszeit zu seiner Entfaltung. Schwierige Umstände oder Menschen, die sich in den Weg stellen, können es verhindern. Häufig steht man sich aber auch selbst im Weg. Allerdings ist auch die schönste Blüte, die wir erreichen, wieder vergänglich.

Im Psalm 103 wird nun dieser Vergänglichkeit Gottes unvergängliche Gnade gegenübergestellt. Aus Gnade will Gott uns viel Größeres als Blüte während des Lebens schenken. Er will uns Ewigkeit in unser vergängliches Leben legen. Und das können wir uns mit all unserem Blühen und all unseren Erfolgen und Errungenschaften nicht verdienen.

Allein Gottes Gnade, die uns in Jesus begegnet, schenkt ewiges Leben. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf hat es in einem seiner Lieder so formuliert: „Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn.“ Zinzendorf wusste, dass ihn nicht die Blüte, die er in seinem Leben erreicht hat, rettet, sondern allein das stellvertretene Sterben Jesu.

Blüten in meinem Leben sind natürlich trotzdem erstrebenswert und schön, aber sie sind eben nur vorübergehend. Viel entscheidender für mein Leben ist die Gnade Gottes, die weit über mein irdisches Leben hinausreicht.

Möglicherweise fühlen Sie sich gerade wie eine unbeachtete oder - noch schlimmer - wie eine zertretene Pflanze. Vielleicht erleben Sie auch, dass gerade ein anderer versucht, auf Ihre Kosten zu blühen. Und das alles schmerzt sehr. Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Situation sich bald wieder bessert. Aber noch mehr wünsche ich Ihnen diesen Blick über Ihre schwierige Situation hinaus. Denn: Unsere Blüte im Leben ist nur vorübergehend. Entscheidend ist Gottes Gnade, die er in Jesus jedem Menschen anbietet. Er möchte, dass wir einmal in der Ewigkeit in einem neuen, unvergänglichen Glanz zu seiner Ehre erblühen. Was für ein Geschenk! – unendlich größer als alles Blühen im Hier und Jetzt.

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Kommentare

Christine W. /

Danke für die gesegneten Botschaften