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/ Wort zum Tag

Himmel und Erde – Gottes Eine Welt

Die Bibelstelle Psalm 115,16 – ausgelegt von Ursula Eggers.

Der Himmel ist der Himmel des HERRN: aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.

Psalm 115.16

Kennen Sie das Märchen vom Fischer und seiner Frau? – Da angelt ein armer Fischer einen Butt. Dieser Plattfisch kann reden und erklärt, dass er ein verzauberter Prinz ist und lässt sich vom Fischer wieder ins Wasser werfen. Doch als die Frau des Fischers davon erfährt, erkennt sie, dass die Dankbarkeit des Butts ihr vielleicht ein besseres Leben bescheren könnte. Sie schickt ihren Mann los, den Butt zu rufen und sich ein schöneres Haus zu wünschen. Der Fischer geht, ruft den Butt und der erfüllt den Wunsch. Sie haben nun ein schöneres Haus.

Aber die Frau des Fischers ist schnell unzufrieden und wünscht sich mehr. Wiederholt wird ihr Mann losgeschickt, um dem Butt ihre immer größer werdenden Wünsche vorzubringen. Als sie endlich in einem Schloss wohnt, will sie zuerst König, dann Kaiser und dann noch Papst werden. Auch das reicht ihr nicht, und sie wünscht sich, Gott zu sein. Das ist zu viel! – Die Fischerleute sitzen am Ende wieder in ihrer armseligen Hütte.

Ein vielfach gedeutetes Märchen, aber eine ganz einfache Erkenntnis erschließt sich wohl jedem sofort: Die Fischersfrau hat mit ihrer Gier den Bogen überspannt. Gott sein zu wollen ist vermessen! Diese Erkenntnis scheint auch zur heutigen Losung der Herrnhuter Brüdergemeine zu passen. Es sind Worte aus Psalm 115, Vers 16. Da bekennen betende Menschen – vielleicht in einem Gottesdienst – „Der Himmel gehört dem Herrn allein. Doch die Erde hat er den Menschen anvertraut.

Die Gemeinde betet Gott als den alleinigen Gott an, der Himmel und Erde erschaffen hat. Und die Worte der Losung lassen erkennen, dass die Betenden ihre Platzanweisung verstanden haben: Die Erde ist unser Lebensraum. Diesen Lebensraum hat Gott uns anvertraut. Diesen Lebensraum gilt es zu verwalten mit allen uns gegebenen Gaben und auch Begrenzungen. Doch Eigentümer ist und bleibt Gott als souveräner unverfügbarer Gott.

Im Märchen vom Fischer und seiner Frau wird anschaulich erzählt, wie ein Mensch die eigene Macht überschätzt und damit scheitert. Nur ein Märchen? Von wieviel eigensüchtigem Machtstreben mag mein Leben oft bestimmt sein? Und dann vergesse ich leicht, dass mein Leben ein Geschenk ist – von Gott geschaffen und uns für eine bestimmte Zeit zur Verfügung gestellt. Er bleibt der Schöpfer, der beides gemacht hat, Erde und Himmel, Zeit und Ewigkeit. Für ihn gehört das zusammen. Und für beides zusammen hat er einen guten Plan, in den ich hineingehöre.

Gott ist kein Egoist, der alles allein haben will. Seine Hoffnung ist, dass ich ihn kennenlerne als den, der das Leben auf der Erde und den Himmel gerne mit mir teilen will. Er wünscht sich eine Beziehung mit mir im Hier und Jetzt meines Lebens. Damit das möglich wird, ist er Mensch geworden in Jesus Christus.

Wer Jesus kennenlernt, wird schon im irdischen Leben ein Stück Himmel erfahren und kann darauf vertrauen, dass Gott mich auch im Himmel dabeihaben will. Lassen Sie uns mit diesem Ausblick Mut gewinnen für die Aufgaben, die heute vor uns liegen.

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