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/ Bibel heute

Israels Durchzug durchs Schilfmeer (1)

Traugott Farnbacher über 2. Mose 14,1-14.

Und der HERR redete mit Mose und sprach: Rede zu den Israeliten und sprich, dass sie umkehren und sich lagern vor Pi-Hahirot zwischen Migdol und dem Meer, vor Baal-Zefon; diesem gegenüber sollt ihr euch lagern am Meer. Der Pharao aber wird sagen von den Israeliten: Sie haben sich verirrt im Lande; die Wüste hat sie eingeschlossen.[...]

2. Mose 14,1–14

Welch eine Kontrastgeschichte, welch eine Spannung liegt da in der Luft ! Ja, es war soweit: Die Stämme Israels waren nach langjähriger Sklaverei aus Ägypten aufgebrochen – eine Flucht in unbekanntes Neuland mit ungewissem Ausgang. Den Ausziehenden war noch so nahe, was sie in der Zwangsarbeit erlitten hatten, von viel Pein gezeichnet. Würde Pharao sie wirklich ziehen lassen, so fragten sich viele in den Stämmen Israels angesichts der Macht der Feinde von Ägypten? Wird doch dieser Weg in die Freiheit gleich zu Beginn verbaut, weil sie alsbald von Streitern des Pharaos gejagt werden? Der hat die Entscheidung ihrer Freilassung bereut und will den Weg der Befreiung rückgängig machen. Eben deshalb unterstreicht unser Text: Alles geschieht nach dem Plan Gottes: Das Leiden Israels unter der unerträglichen Unterdrückung ist wirklich zu Ende. Gott hatte dies bewirkt, dafür kräftige Zeichen gesetzt und die große Wende begonnen.

Gott steht zu seinem Wort

Damit dieser Plan zum Auszug – auf griechisch „Exodos“ – und Durchzug durch die unwirtliche Wüste gelingen konnte, hatte Gott den Mose berufen. Höchst herausfordernd seine Mission: So viele Menschen soll er durch offenes Terrain hindurch in eine neue Heimat führen. Waren diese Migranten zum einen über das Ende ihrer dunklen Geschichte froh, so hatten sie doch keine Ahnung von dem, was sie alles erwarten würde. Wie aber kann Mose diese große Schar führen; wie soll er sie durch das Meer vor ihnen bringen; wie werden sie diese unwirtliche Wüste durchwandern – und zu welchem Ziel? Diese und weitere Fragen beunruhigen die Stämme und gewiss auch Mose selbst.

Genau wegen all dieser Unwägbarkeiten zeigt unsere Geschichte sehr deutlich und schön, dass und wie Gott die Regie führt. Was immer auch geschehen war und noch geschehen sollte: Alles musste so verlaufen, dass die Rettung Seines Volkes ihr gutes Ziel findet. Was immer geschieht, ist nicht Sache militärischer Stärke, sondern hängt von seinem Willen ab. Wie uns die ganze Heilige Schrift zeigt: Was Gott will und ankündigt, das bewirkt er auch. Wenn Gott und Seine Boten, gerade sein größter Bote Jesus Christus sprichen, dann folgen immer Taten. Welch ein Zuspruch auch für uns heute: Keine einzige der Verheißungen Gottes darf und wird verloren gehen! Der Wille Gottes mündet immer neu darin, dass Er Seine Macht erweist. Mose hatte lange gezaudert, wie alles von statten gehen soll. Gott selbst aber bekräftigt, auch mit Zeichen, wie er im Wort steht. Inmitten von viel Unsicherheiten sollen Mose und das Volk seinem Plan und seiner Vollmacht vertrauen. Mose ahnte zu Beginn dieses Exodus nicht, dass dieser Weg über Jahrzehnte verlaufen würde. In dieser Geschichte fällt mir besonders auf, wie Gott im direkten Gespräch mit Mose jeden einzelnen Schritt in die neue Freiheit bespricht. Das Gelingen hängt von zweierlei ab: Gott entscheidet und handelt – und: Das Volk muss Ihn beim Wort nehmen. Diese spannenden Dialoge zwischen Mose und Gott genau durchzulesen, lohnt sich sehr!

Erfahrungen mit Gott machen

Auch ich denke in meinem Leben an Erfahrungen mit meinem Gott und Herrn zurück: Oft meinte ich, von Gottes Willen und Macht nichts zu spüren. Verunsichert verlor ich fast mein Vertrauen, gerade wenn kritische Strecken zu bewältigen waren. Und doch hat er mich nie losgelassen, keine seiner Verheißungen zurückgenommen, keine Not-Erfahrung bis ins schier Unendliche ausufern lassen. Wo hat mir mein Gott schon Türen geöffnet, andere aber zugemacht? Wo stellte Er mir Menschen an die Seite, die mir eine gute Spur aufgezeigt haben? Welche Verheißungen der Bibel sprachen mich an, sodass sie meinen Lebensweg beeinflussten oder sogar in eine neue Richtung lenkten? Faszinierend für mich, wie Gott jede Etappe, die das Volk erleben und durchstehen wird, letztlich zum Guten führt – von Anfang an bis zum Ziel. Dies lehrt mich dieses Kapitel 14 mit seiner mir so bekannten Geschichte vom Durchzug durchs Schilfmeer. Dieses Wunder soll dem Volk Israel klarmachen, dass Gott Sein Rettungswerk auch zur Vollendung bringen wird.

Oft denke ich im Gespräch mit Kindern und jungen Erwachsenen: Wenn die wüssten, was sie in ihrem Leben alles noch erwartet! Wie alt sie auch werden – sehen sie viele gute Tage, welche Herausforderungen müssen sie einst meistern? Niemand kann dies vorhersagen, geschweige denn alles in gute Bahnen lenken. Was hätten die Befreiten gemacht, wäre ihnen zu Beginn des Exodus bewusst gewesen, was sie unterwegs erwartet? Aber es ist alles Gottes Weg, dem sie vertrauen sollten. Während sich Israel noch Gedanken darüber macht, wann es richtig aus dem Feindesland herausgeht, ist schon Gefahr am Horizont. Pharao und seine Krieger wollen die Entlassenen in den Fron-Dienst zurückzuholen. Auch das sieht Gott voraus. Interessanterweise fordert Er die Flüchtenden auf, einige Schritte zurückzugehen und sich zu lagern. Mir zeigt dies, gerade wenn uns Panik erfassen will: Auf Gott zu hören, erweist sich gerade in Krisen als hilfreich. Nur nicht überstürzt eigenmächtig handeln! Hilfreich für mich ist auch, genau auf Menschen um mich hören. Sie können zur Stimme Gottes werden. Wann ist es Zeit, erst mal einen Rückwärtsgang einzulegen? Wo ich ungestüm bin und meine, ich könnte alles selbst meistern, ist es umso ratsamer, zuerst auf Gott zu hören.

Als die Israeliten die Ägypter heranrasen sehen, schreien sie zu Gott. Ich kenne Menschen, die nur dann zu Gott rufen, wenn die Not groß wird. Wenn es hart kommt, sich scheinbar unüberwindbare Hindernisse auftun – dann brauche ich Wegweisung, Stärkung. Diese kommt von außerhalb: „Fürchtet Euch nicht, stehet fest, seht zu…!“ So ermutigt Moses zur Zuversicht: Gott wird seinen Rettungsplan zum Ziel bringen: „Der Herr wird für Euch streiten und ihr werdet stille sein!“

Ich fasse den Ertrag zusammen: (1) Wir Christen brauchen Leitung durch Gott und seine Boten. Wir sind doch auf den Weg in eine neue Freiheit der Kinder Gottes berufen. (2) Lebenskrisen, vielleicht sogar Anfeindungen können uns den Mut nehmen. Es bleibt daher entscheidend, Gott beim Wort zu nehmen und unser Vertrauen nie wegzuwerfen. (3) Wegen Jesus Christus führt uns der Weg Gottes mit Seinem Volk und uns Glaubenden nicht zu einem bitteren Ende, sondern zum Heil. (4) Gott hat eine Geschichte mit seinem Volk begonnen, die er bis zum heutigen Tage nicht aufgegeben hat. Dafür danken wir Ihm

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