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/ Bibel heute

Was mir hilft, Gott treu zu bleiben

Der Bibeltext Hebräer 5,11-6,8 – ausgelegt von Friedrich Windisch.

Darüber hätten wir noch viel zu sagen; aber es ist schwer zu erklären, weil ihr so unverständig geworden seid. Und ihr, die ihr längst Lehrer sein solltet, habt es wieder nötig, dass man euch die Anfangsgründe der göttlichen Worte lehre und dass man euch Milch gebe und nicht feste Speise. Denn wem man noch Milch geben muss, der ist unerfahren in dem Wort der Gerechtigkeit, denn er ist ein kleines Kind.[...]

Hebräer 5,11–6,8

Zeuge bis zum Tod – Das Martyrium des Polykarp

„Der Prokonsul ermahnte den Bischof Polykarp in Smyrna: „Nimm Rücksicht auf dein Alter! Schwöre beim Glück des Kaisers, sprich ‚Fort mit den Gottlosen!‘ lästere Christus, und ich lasse dich frei!"

Da sprach Polykarp: „86 Jahre diene ich IHM, und ER hat mir nie ein Leid getan, wie kann ich meinen König lästern, der mich erlöst hat?" Der Prokonsul drohte: „Wilde Tiere stehen mir zur Verfügung, denen lasse ich dich vorwerfen, wenn du nicht nachgibst!" Er aber sprach: „Rufe sie herbei!" Noch einmal wandte sich der Prokonsul an ihn: „Wenn du die Tiere nicht achtest und hartnäckig bleibst, so lasse ich dich vom Feuer verzehren!" Polykarp sprach: „Du drohst mir mit Feuer, … Du weißt nichts von dem Feuer des zukünftigen Gerichts und der ewigen Strafe, das den Gottlosen bestimmt ist. …" – Da schickte der Prokonsul einen Herold ab und ließ in der Mitte der Arena dreimal ausrufen: „Polykarp hat sich selbst als einen Christen bekannt!"

… Die Menge holte eilends … Holz und Reiser herbei. Als nun der Scheiterhaufen errichtet war, legte Polykarp seine Oberkleider ab. Sie banden ihn fest. Dann betete er: „HERR Gott, Vater deines geliebten Sohnes Jesus Christus, … ich preise Dich, dass du mich dieses Tages und dieser Stunde gewürdigt hast, so dass ich unter der Zahl der Märtyrer am Kelche Deines Sohnes teilhaben darf!" (kleine Pause) Dann zündeten die Männer das Feuer an."
 

Der Hebräerbrief und seine Empfänger

Der Autor des Hebräerbriefes hat unter der Leitung des Heiligen Geistes die eingangs gehörten Worte niedergeschrieben. Sie galten zunächst den Judenchristen, die wegen ihres Glaubens an Jesus Christus im 1. Jahrhundert nach Christus stark verfolgt wurden. Unter dieser Gruppe waren auch Juden, die von dem Evangelium von Jesus Christus angezogen waren. Das hing auch damit zusammen, dass Menschen von schlimmen Krankheiten geheilt und andere von dämonischen Mächten befreit wurden. Einige der Empfänger haben – so heißt es in unserem Bibelabschnitt „die himmlische Gabe geschmeckt und Anteil bekommen am Heiligen Geist“. Sie haben – wie es weiter heißt – „… das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt geschmeckt.“ (Hebräer 6,4-5) Vielleicht denkt der Schreiber daran, dass einige Empfänger seines Briefes einige Wunder von Jesus selbst erlebt haben. Vielleicht denkt der Autor auch an Pfingsten zurück, als Gott Seinen Heiligen Geist ausgegossen hat.
 

Die Gefahr des Abfalls vom Glauben

Offenbar waren einige der Briefempfänger noch nicht bereit, Jesus ungeteilt nachzufolgen. Sie konnten die Grundaussagen der Lehre von Christus nicht verstehen, weil sie Gottes Wort nicht im Alltag umgesetzt haben. Sie wurden heftig verfolgt, wie Polykarp, von dem ich eingangs sprach. Einige waren versucht, vom Glauben abzufallen und das Gericht Gottes auf sich zu ziehen.

Davor warnt auch der Schreiber an anderer Stelle: „Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, bleibt hinfort kein Opfer mehr für die Sünden, sondern ein schreckliches Warten auf das Gericht …" (Hebräer 10,26-27)

Jesus selbst sagt: „Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; … wer aber den Heiligen Geist lästert, der hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig … Es werden nur die ins Himmelreich kommen, die den Willen meines Vaters im Himmel tun." (Matthäus 12,31; Markus 3,29-30; Matthäus 7,21)

Es gibt Menschen, die Gottes Wirken erlebt haben. Sie sind überzeugt: „Diese Wunder kommen von Gott." Wenn diese Menschen wider besseres Wissen diese Werke dem Teufel zuschreiben, kann ihnen nicht vergeben werden.

Andere hielten sich zu den Christen, wandten sich aber bewusst den Dingen zu, die Gott nicht gefielen. Deshalb schreibt Johannes im Auftrag Gottes: „Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind." (1. Johannes 2,19)
 

Treu bleiben bis zum Äußersten – Wege der Glaubensstärkung

Nun komme ich zu dem heutigen Bibelabschnitt zurück: Wie kann ich vermeiden, von Gott abzufallen? Oder anders ausgedrückt: Was kann mir helfen, vielleicht auch Ihnen, Gott bis zum Äußersten treu zu bleiben?

Wichtig ist mir, täglich mit Jesus verbunden zu bleiben. Dazu gehört für mich, dass ich täglich in der Bibel lese, öfters Gottes Wort studiere, mir Bibelworte einpräge, über Gottes Wort nachsinne, um es auszuleben. Hilfreich finde ich das Gespräch mit meinem himmlischen Vater und Seinem Sohn Jesus Christus. Auf IHN will ich hören. Mich von IHM ständig reinigen und erneuern lassen. Ich achte darauf, dass nichts zwischen mir und Gott steht. Mit allen meinen Mitmenschen will ich im Reinen sein. Soweit es mir möglich ist, will ich versöhnt und im Frieden mit ihnen leben. Und wenn es mir einmal nicht gelingt, dann bekenne ich es dem Betreffenden. Ich sage z. B.: „Es tut mir leid. Bitte vergib mir. Was ich sagte, war nicht in Ordnung."

Leider bin ich auch als Christ immer noch ein sündiger Mensch. Im Vertrauen auf Gott und seine Zusagen lege ich die Sünden ab, sobald sie mir bewusst werden. Ich erinnere mich daran, dass ich durch den Glauben an Jesus Christus Gottes geliebtes Kind bin. Durch Jesus ist mir vergeben. Ich habe Seinen Heiligen Geist empfangen. IHN will ich Raum geben. Ich halte daran fest: Gott ist treu. ER wird es nicht zulassen, dass ich über meine Kräfte hinaus geprüft werde. ER wird für einen Ausweg sorgen, sodass ich standhalten kann. (vgl. 1. Kor. 10,13).

Gestärkt wird mein Glaube an Jesus Christus nicht nur durch das Lesen der Bibel und das Gebet. Durch die Gottesdienste, die Gemeinschaft mit Christen und die Sendungen des ERF empfange ich wertvolle Impulse für mein Glaubensleben. Ermuntert werde ich durch mein Bekennen zu Jesus im Alltag und durch das Meiden der Dinge, die Gott nicht gefallen.

Manchmal habe ich Angst, dass es mir so ähnlich wie Polykarp oder anderen verfolgten Christen ergehen könnte. Dann verlasse ich mich ganz auf Jesus und Seine Kraft. Ich erinnere mich ganz bewusst an all das Gute, das Gott mir schenkt. Im Glauben schaue ich auf zu Jesus. Ich bin zutiefst davon überzeugt: Niemand und nichts kann mich aus Jesu Hand und aus des Vaters Hand reißen.

 

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