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Das dreifache Amt Christi

Der Bibeltext Hebräer 4,14-5,10 – ausgelegt von Marion Christa Nickel.

Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.

Hebräer 4,14–5,10

Das dreifache Amt Christi: Prophet, Priester und König

Das dreifache Amt Christi als Priester, König und Prophet zeigt das Erlösungswerk von Jesus Christus. Als der Prophet Gottes liegt der Fokus von Jesus in der Verkündigung der Heilsbotschaft.

Ein Gnadenangebot, das an keine menschliche Vorleistung gebunden ist. Jesus verkündigt nicht nur das Wort Gottes. Er ist selbst das Wort Gottes. In seinem Amt als Prophet redet er prophetisch über das nahegekommene Reich Gottes und seine eigene Rolle im künftigen Königreich.
 

Der Bund, die Sünde und das Opfergesetz

Zur Zeit Moses basiert der Bund zwischen Gott und dem Volk Israel auf Segen und Gehorsam. Im Bundesschluss verspricht Gott Beistand und Segen, während das israelische Volk sich verpflichtet, nach Gottes Geboten zu leben.

Doch die gute Beziehung zwischen Gott und dem Volk wird immer wieder aufs Neue beeinträchtigt durch Versäumnis oder Missachtung seiner Anweisungen.

Diese Verstöße gegen den Bundesschluss nennt die Bibel Sünde. Gott ist so heilig und vollkommen rein, dass menschliches Versagen zu einer Trennung von Gott führt.

Um die Schuld zu tilgen und zurück in die heilige Gegenwart Gottes zu kommen, ist das Opferblut von reinen, makellosen Tieren, von Stieren, Schaf- oder Ziegenböcken im Gesetz vorgeschrieben. Sie starben stellvertretend für die Schuld des Menschen. Der Schuldige musste das Tier selbst töten. Um Sühnung der Schuld und Vergebung von Gott zu erwirken, sprengte der Priester das Blut dann an den Opferaltar und das Opfertier wurde auf dem Altar verbrannt.

Dieser Opferdienst ist ein Hinweis, eine Prophetie auf das, was Jesus Christus für die Menschheit getan hat. Durch sein reinigendes Blut erwirkte er Sühne für die Übertretungen gegenüber Gott, um damit den Menschen vor dem Tod zu retten. Denn jeder einzelne Mensch, der in diese Welt hineingeboren wird, ist verdammt aufgrund der Sünde Adams, des ersten Menschen.

Der Apostel Paulus schreibt im Römerbrief Kapitel 6: Der Sünde Lohn ist der Tod. Nur durch Blut kann Sünde vor Gott vergeben werden. Auch Paulus zeigt damit die Notwendigkeit eines Opfers, um Gnade und Reinigung zu erlangen und ein Weiterleben zu ermöglichen.

Die aaronitischen Priester damals sind die Mittler zwischen Volk und Gott und mit der Aufgabe des Opferdienstes beauftragt. Als sündhafte Menschen mussten sie auch für sich selbst opfern.

Im Hebräerbrief, Kapitel 9,22 lese ich: „Und es wird fast alles mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne dass Blut ausgegossen wird, geschieht keine Vergebung.“

Blut durchpulst meinen Körper, macht mich lebensfähig. Deshalb das Gebot des stellvertretenden Tieropfers, um mit Gott wieder versöhnt zu werden.
 

Jesus Christus – der vollkommene Hohepriester

Der Hebräerbrief zeigt, wie Jesus Christus die Hohepriester des Alten Bundes bei weitem übertrifft. Er selbst gibt sich als ein fehlerloses Opferlamm, um die Menschen von ihrer Schuld vor Gott zu befreien. In Johannes 3,16 lese ich: „So hat Gott die Welt geliebt, dass Er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“

Fazit: Der sündige Mensch kann sich nicht selbst erlösen. Er braucht einen Stellvertreter, der ohne Sünde, rein und heilig ist.

Jesus, der Sohn Gottes, stirbt freiwillig am Kreuz und erlöst durch sein Blut die Menschheit von ihrer Sündenschuld, die sie von Gott entfremdet hat. Gott stellt somit durch das Kreuz Christi jedem Menschen dauerhafte und unvergängliche Vergebung bereit. Es bedarf jedoch der persönlichen Entscheidung, dieses Geschenk im Glauben an Jesus Christus anzunehmen. Das gilt auch für jeden Menschen in der gegenwärtigen Zeit. Gehorsam und treue Nachfolge sind damit verknüpft.

Die Auferstehungskraft Christi ist eindeutig und wird nur jenen Menschen zuteil, die in Christus sind und in denen Christus lebt durch den Heiligen Geist. (Johannes 14,17) Nur einer ist Gott, und nur einer ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Jesus Christus. (1. Korinther 8,6). Er hat sich als Lösegeld für alle gegeben (1. Timotheus 2,6).

Im Heidelberger Katechismus heißt es über Christus, dass er „unser einziger Hohepriester ist, der uns durch das eine Opfer seines Leibes erlöst hat und ewig lebt, um für uns beim Vater Fürsprache einzulegen.“

So steht es auch im 1. Johannesbrief 2,1: „Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.“ Jesus, der als Mensch in der Zeit seines Lebenswandels Versuchungen und Anfechtungen ausgesetzt war, versteht unsere Nöte und Probleme sehr gut. Er kann nachempfinden, wenn Schmerz und Leid Menschen bedrücken. In seiner barmherzigen Liebe tut er Fürbitte bei Gott, dem Vater. Als Christen haben wir einen großen Hohenpriester, der bereitsteht, allen zur Hilfe zu eilen, die ihn darum bitten.
 

Die Priesterordnung nach Melchisedek

Weil Jesus aus dem Stamm Juda ist, konnte er kein Priester aus dem Geschlecht Aarons sein. Darum hatte Gott bereits im Vorhinein eine andere Priesterordnung bestimmt, nämlich die Ordnung Melchisedeks.

Wie Melchisedek ist Jesus Christus Priesterkönig. Dieses Doppelamt ist bei den aaronitischen Priestern unbekannt, obwohl es im Buch Sacharja 6,13 für Christus vorausgesagt wird:

„Ja, den Tempel des HERRN wird er bauen, und er wird den Schmuck tragen und wird sitzen und herrschen auf seinem Thron. Auch der Priester wird auf seinem Thron sein, und es wird Friede sein zwischen den beiden.“ Ihm sind wir Gehorsam schuldig.

Das Amt Melchisedeks war nicht erblich, so wie das aaronitische Priesteramt, das nur durch Vererbung erlangt werden konnte. Dieser Melchisedek regierte in Salem, dem späteren Jerusalem. Seine Titel waren: 1. König der Gerechtigkeit, 2. König des Friedens (Hebräer 7,2), 3. Priester Gottes des Höchsten (1. Mose 14,18).

Er ist für mich eines der klarsten und eindrucksvollsten Vorbilder unseres Heilandes Jesus Christus.

Ich lese in Hebräer 7,21: „Der Herr hat geschworen, und es wird Ihn nicht gereuen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“

Und im 1. Buch Mose 14,18–20 steht: „Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein heraus. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten.“

Wie Melchisedek Abram mit Brot und Wein erquickte und stärkte, als dieser Lot und Familie im Kampf gegen vier Könige befreite und siegreich heimkehrte, so erquickt und stärkt auch der Hohepriester Jesus Christus jeden einzelnen Gläubigen in der Gemeinde.

Denn wie geschrieben steht: „Wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.“

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Kommentare (1)

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Anita S. /

Vielen herzlichen Dank für die wunderbare Erklärung, was es heißt, dass Jesus ein Priester nach der Art Melchisedeks ist.
Ebenso klasse ist auch das Opfer, das Jesus für uns, zu unserer Vergebung mehr