/ Bibel heute
Glaube lohnt sich – versprochen
Der Bibeltext Hebräer 11,23-31 – ausgelegt von Johanna Kunz.
Durch den Glauben wurde Mose, als er geboren war, drei Monate verborgen von seinen Eltern, weil sie sahen, dass er ein schönes Kind war; und sie fürchteten sich nicht vor des Königs Gebot. Durch den Glauben wollte Mose, als er groß geworden war, nicht mehr Sohn der Tochter Pharaos heißen, sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden, als einen flüchtigen Genuss der Sünde zu haben,[...]
Werbung, Zweifel und der Glaube an Gott
„Nee, ich glaube nicht, dass das funktioniert. Das klingt zu gut, um wahr zu sein!“ „Doch, doch. Du kannst mir glauben! Ich habe es selbst ausprobiert und meine Freundin auch. Das stimmt echt.“ „Bist du wirklich sicher?“ „Ja, wirklich. 100%. Meine Freundin hat mir zuerst auch nicht geglaubt, aber dann hat sie es ausprobiert und war begeistert!“
Bei manchen Werbeversprechen muss ich zweimal nachfragen, denn ich bin skeptisch geworden. Wie oft habe ich schon Werbeversprechen geglaubt nur, um dann enttäuscht zu werden. Wenn mir jetzt etwas angeboten wird, das zu gut klingt, um wahr zu sein, traue ich dem nicht recht. Außer wenn meine Schwester mir davon erzählt. Ich kenne sie und weiß, dass ich ihrem Urteil trauen kann. Besonders, wenn ich etwas Neues wagen möchte.
Das größte Wagnis meines Lebens ist der Glaube an Gott. Dort setze ich nicht nur ein paar Euro aufs Spiel, sondern mein Leben. Kein Wunder also, dass sich im Leben mit Gott immer wieder Zweifel einschleichen. Fragen. Ist das der richtige Weg? Kann ich Gott vertrauen? Kann ich Gott das glauben?
Diesen Fragen begegnet der Schreiber des Hebräerbriefs im elften Kapitel, aus dem der heutige Text stammt. Er macht Werbung für den Glauben, indem er mir von Menschen erzählt, die bereits geglaubt haben. Und er erzählt, was Gott getan hat. Die Werbung im Hebräerbrief kommt ohne Leuchtreklame und Sonderangebote aus. Im Gegenteil. Glaube fordert von mir alles. Aber der Text zeigt mir kraftvoll und eindrücklich den Charakter Gottes. Es ist, als ob der Schreiber des Hebräerbriefs zu mir als Leserin sagt: „Warte, ich erzähle dir von Mose. Der hat geglaubt. Und schau mal, was dann passiert ist!“
Der Glaube von Mose – ein Vorbild für meinen eigenen Glauben
Der Glaube von Mose beginnt schon, als er ein kleines Baby ist. Der Glaube seiner Eltern umgibt ihn. Weil diese Gott glauben, verstecken sie den kleinen Mose, der eigentlich seine Geburt nicht hätte überleben dürfen. Später treibt Mose im Schilfkörbchen auf dem Nil. Die Tochter des Pharaos findet ihn. Das ist kein Zufall, sondern das Handeln Gottes. Die Antwort auf den Glauben der Eltern von Mose. Der Glaube seiner Eltern legt den Grundstein für seinen eigenen Glauben.
Der Glaube an Gott muss mein eigener werden, denn Glaube ist etwas zwischen Gott und mir. Das muss ich selbst tun. Aber ich muss es nicht alleine tun. Ich kann mich an den Menschen orientieren, die vor mir geglaubt haben und an denen, die es mit mir tun.
Wenn ich anfange an Gott zu glauben, macht er mich zu einem neuen Menschen. Ich gehöre jetzt zu ihm. Zu seinem Volk. Ich jage nicht mehr dem nach, was der Rest der Welt als erstrebenswert ansieht, sondern dem, was Gott für gut hält. Das tut auch Mose. Er verlässt den Palast des Pharaos, seine Götter und seinen Reichtum. Stattdessen will er zum Volk Israel gehören. Dem Volk Gottes, das gerade durch die Ägypter versklavt wird.
Manchmal gerate ich aufgrund meines Glaubens in Situationen, die mir Angst machen. Situationen, in denen ich einknicken will. Auch das erlebt Mose. Er muss dem Pharao standhalten. Das kann er nur durch den Glauben. Mose erlebt dabei, dass Gott ihm die nötige Kraft gibt. Das kann ich mir abgucken, und ich traue mich standzuhalten, weil Mose sich traut.
Ich habe es auch schon erlebt, dass mein Lebensweg scheinbar in einer Sackgasse endete. Was jetzt? Keine Ahnung?! Aber wie Gott Mose und das Volk Israel durch das Rote Meer führt, zeigt er auch mir immer wieder einen Weg, den ich allein nie gefunden hätte. Dank Moses Vertrauen kann ich diesen Weg auch gehen. Denn Mose geht ihn zuerst.
Ich muss meinen Glauben an Gott selbst leben, aber ich kann mir dabei ein Beispiel nehmen an Mose. Denn Gott ist immer noch derselbe. Damals wie heute. Er gibt mir Identität. Er hilft mir, standhaft zu sein. Er zeigt mir Wege, wenn ich ausweglos bin. Und er tut das immer und immer und immer wieder. Mit allen, die an ihn glauben. Ihm vertrauen.
Gottes Treue – auch in Krisen und für alle Menschen
Und doch gerate ich auch immer wieder in Krisen. Entferne mich von Gott. Vertraue ihm nicht. Knicke doch ein. Suche überall einen Ausweg außer bei ihm. Und traue mich dann kaum wieder zu glauben. Denn habe ich bisher nicht zu schlecht geglaubt? Hört Gott nicht irgendwann einfach mal auf?
Das Volk Israel erlebt viele Wunder mit Mose. Aber in der vierzigjährigen Wüstenwanderung ist ihr Glaube ein Auf und Ab. Doch Gott ist treu, auch wenn das Volk es nicht immer ist. Nach Mose führt Josua das Volk Israel an. Und Gott beweist seine Treue ein weiteres Mal, als die Mauern von Jericho einstürzen. Ohne Gewalt und ohne Kampf. Das Volk glaubt Gott und Gott handelt.
„Glauben? Aber ich gehör nicht dazu.“ Das macht nichts. Die Hure Rahab, die als letzte Zeugin für den Glauben in dieser Aufzählung genannt wird, gehört weder zum Volk Israel, noch führt sie ein besonders gutes Leben. Doch weil sie glaubt, nimmt sie die israelitischen Kundschafter in Jericho auf und wird beim Untergang der Stadt bewahrt.
Jesus Christus – der Ursprung und das Ziel des Glaubens
Und ganz besonders sagt mir Gott selbst, dass es sich lohnt zu glauben. Jesus Christus selbst hat dem Vater vertraut, als er im Garten Gethsemane vor dem schwersten Glaubensschritt stand. Als es darum ging, sein Leben für uns Menschen zu geben. Er nahm die größte Schande in Kauf, um die größte Belohnung zu erlangen.
Glaube lohnt sich, weil Gott selbst alles dafür gegeben hat. Weil er treu ist. Das sehe ich an Jesus, Mose, Josua, Rahab. In vielen Menschen um mich herum. Und hoffentlich sehen es andere auch in meinem Leben.
Ich lade Sie dazu ein, sich heute von den Glaubenden in der Bibel Mut machen zu lassen. Ihren Glauben stärken zu lassen. Oder vielleicht neu zu glauben zu beginnen. Glaube lohnt sich. Versprochen.
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