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Auf Gott vertrauen

Der Bibeltext Psalm 56 – ausgelegt von Hans-Georg Häfele.

Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »Die stumme Taube unter den Fremden«, als ihn die Philister in Gat ergriffen hatten. Gott, sei mir gnädig, denn Menschen stellen mir nach; täglich bekämpfen und bedrängen sie mich. Meine Feinde stellen mir täglich nach; denn viele kämpfen gegen mich voll Hochmut.

Psalm 56

Davids Not: Bedrängnis von allen Seiten

„Du hast meine Seele vom Tod errettet, ja meine Füße vom Sturz, damit ich vor dem Angesicht Gottes im Licht der Lebendigen wandle."

Dieser Psalm führt Sie und mich mitten hinein in eine schwierige Lebenssituation Davids. Es ist eine Zeit großer Not. David steht unter Druck, er wird angegriffen, verfolgt und beobachtet. Seine Feinde sind ständig gegen ihn aktiv.

Er beschreibt das sehr eindrücklich: „Meine Feinde schnauben den ganzen Tag; viele bekämpfen mich in Hochmut." (Vers 3) David erlebt, dass Menschen sich gegen ihn stellen. Sie greifen ihn an, sie handeln aus Stolz und Überheblichkeit. Noch deutlicher wird es im Vers 7: „Sie rotten sich zusammen, verstecken sich, beobachten meine Schritte und lauern meiner Seele auf." (Vers 7) David fühlt sich regelrecht belagert. Seine Gegner beobachten ihn genau, warten auf einen Fehler und versuchen, ihn zu Fall zu bringen. Sie verdrehen seine Worte und verletzen ihn innerlich. Vielleicht kennen Sie solche Erfahrungen. Vielleicht nicht in dieser dramatischen Form, aber doch so, dass Sie sich angegriffen fühlen. Menschen können verletzen, durch Worte, durch Misstrauen oder durch ungerechtes Verhalten.

Der Weg des Glaubens: Angst vor Gott bringen

Auch David kennt Angst. Er verschweigt sie nicht. Aber mitten in dieser Situation sagt er einen entscheidenden Satz: „Am Tag der Furcht vertraue ich auf dich." (Vers 4)

David sagt nicht: Ich habe keine Angst. Er sagt: Wenn die Angst kommt, dann gehe ich mit dieser Angst zu Gott. Das ist der Weg des Glaubens. Nicht die Angst zu verdrängen, sondern sie vor Gott auszusprechen. Und Gott lässt David nicht allein. Tatsächlich greift Gott ein und rettet ihn vor seinen Gegnern. Deshalb kann David voller Vertrauen sagen: „Dann werden meine Feinde umkehren an dem Tag, da ich rufe. Das weiß ich, dass Gott für mich ist." (Vers 10) Was für eine starke Gewissheit: Gott ist für mich. Diese Wahrheit greift später auch der Apostel Paulus auf, wenn er schreibt: „Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?" (Römer 8,31–32) Wenn Gott auf unserer Seite steht, dann haben die Mächte dieser Welt nicht das letzte Wort.

Gottes Wort als Quelle der Kraft

Darum richtet David seinen Blick auf Gottes Wort: „Ich will rühmen Gottes Wort." (Vers 11)

Gottes Wort wird für ihn zur Quelle der Kraft. Es erinnert ihn daran, wer Gott ist und dass Gottes Verheißungen zuverlässig sind. Auch ein anderer Psalm beschreibt diese Erfahrung: „Vor Traurigkeit verfließt in Tränen meine Seele; richte mich auf nach deinem Wort." (Psalm 119,28) Gottes Wort hat die Kraft, eine müde und traurige Seele wieder aufzurichten. Darum kann David schließlich sagen: „Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir Menschen tun?" (Vers 12) Das ist kein leichtfertiger Mut. Es ist ein Vertrauen, das aus der Erfahrung mit Gott gewachsen ist. David weiß: Gott sieht sein Leben. Gott kennt seine Not. Und Gott greift ein. Am Ende steht deshalb dieses dankbare Bekenntnis:

„Du hast meine Seele vom Tod errettet, ja meine Füße vom Sturz, damit ich vor dem Angesicht Gottes im Licht der Lebendigen wandle." David weiß: Sein Leben steht unter Gottes Schutz. Gott hat ihn bewahrt und führt ihn weiter.

Gottes Wort zur rechten Zeit – Begebenheit und Schluss

Zum Schluss eine kleine Begebenheit. Ein junger Reisender stand einmal am Bahnhof in München. Dort bot ihm jemand eine Gideonbibel an – mit den Worten: „Ein Reiseplan fürs Leben."

Der junge Mann nahm sie dankbar an und sagte bewegt: „Nur Gott kann wissen, dass ich nach Hamburg reise, um mich von meinem Vater zu verabschieden, der im Sterben liegt."

In genau diesem Moment bekommt er Gottes Wort in die Hand. Das zeigt: Gott kennt meine Wege. Er weiß, wo ich hingehe, was mich beschäftigt und welche Sorgen ich trage. Und manchmal begegnet er mir gerade dann mit seinem Wort, wenn ich es am meisten brauche. Darum gilt für Sie und mich, was David gelernt hat: Am Tag der Furcht dürfen wir auf Gott vertrauen. Gott ist für uns. Sein Wort richtet uns auf. Und er führt uns, damit wir im Licht der Lebendigen vor ihm leben.

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