/ Wort zum Tag
Anerkennung
Die Bibelstelle Offenbarung 3, 7.10 – ausgelegt von Wolf-Dieter Kretschmer.
Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige: Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung.
Wann wurden Ihnen das letzte Mal anerkennende Worte gesagt? Vielleicht ist es schon eine kleine Weile her, aber Sie erinnern sich sicher gerne an diesen Moment. Warum? Weil Anerkennung guttut und motiviert.
Im Bibeltext für heute geht es um eine besondere Anerkennung. Sie richtet sich nicht an eine einzelne Person, sondern gilt einer christlichen Gemeinde.
Wir schreiben etwa das Jahr 90 nach Christus. In der westtürkischen Stadt Philadelphia erhalten die dort ansässigen Christen eine wichtige Nachricht. Übermittelt wird sie von Johannes, dem altgewordenen Apostel. Ursprünglich ist die Nachricht Teil einer Vision, die Johannes auf der Insel Patmos von Jesus Christus empfangen hat.
Die christliche Gemeinde zu Philadelphia ist eine von 7 Gemeinden in Kleinasien, die im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, angesprochen werden. Jede Gemeinde erhält entweder eine Warnung, eine Zurechtweisung oder Anerkennung. Was Johannes den Christen in Philadelphia überliefert, sind ermutigende Worte. Ich zitiere aus dem 3. Kapitel die Verse 7 und 10 in der Übersetzung Luther 2017:
Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige: Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung.
Der Zusammenhang des Bibelverses macht deutlich, dass Jesus keinen Zweifel daran lässt: Ihm ist die Situation der Christen vor Ort bekannt. Er weiß um die begrenzten Kräfte und die Herausforderungen der Gemeinde. Jesus sind die vielen Glaubensprüfungen nicht entgangen, die die Christen in Philadelphia erduldet haben.
Da ist aber noch mehr: Jesus erinnert die Gläubigen daran, dass er der Herr über alles ist, also auch über ihre Lebensumstände. Er hält die Schlüssel in der Hand, mit deren Hilfe er Türen öffnet, die niemand mehr verschließen kann.
Als Gemeinde in Philadelphia haben sie an den Verheißungen Jesu festgehalten und seinen Namen nicht verleugnet. Weil sie das geduldig getan haben, sagt Jesus ihnen zu, dass er sie nun vor der großen Prüfung bewahren wird.
Genauso wie damals zurzeit der Christen in Philadelphia, sieht Jesus Christus meine Lebensumstände. Er weiß, was mich auszeichnet, worauf ich nicht stolz bin und auch das, was mir zusetzt. Er kennt meine kleine Kraft und den Wunsch, ihm treu zu bleiben.
© Ruth Schneider / ERF
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