02.03.2026 / Andacht
Unerwartet den Halt verloren?
Woran halte ich fest, wenn ich im Leben abrutsche? Eine Andacht.
2022 fuhr ich für einige Tage allein zum Wandern in den fränkischen Teil der Rhön. Am ersten Tag meines Aufenthalts schnürte ich die Wanderschuhe, verteilte die Sonnencreme großzügig und packte Wasser in meinen Rucksack. Online hatte ich mir schon eine Route ausgesucht – knappe 20 Kilometer mit etwa 300 Höhenmetern. Ich freute mich darauf, etwas von der Landschaft zu sehen und mit Musik im Ohr durch die Gegend zu streifen. Doch es kam anders.
Schon bei der Anfahrt auf den angegebenen Parkplatz stellte ich fest, dass sich hier etwas verändert haben musste. Auf dem ersten Teil meines Wanderpfades stand eine große Hotelanlage. Ich machte also erstmal einen Bogen drumherum, doch danach wurde meine Wanderlaune gleich noch einmal gedämpft: Meine Route führte mich direkt vor einen Zaun. Ich beschloss, am Zaun entlangzugehen, um womöglich einen Eingang zu finden.
Doch je länger ich am Zaun entlangging, umso steiler wurde der Weg, bis sich neben mir eine kleine Schlucht mit steilen Abhängen öffnete. Der Weg am Zaun entlang wurde immer enger und stieg immer weiter an. Links von mir lag der Zaun, rechts ein steiler Hang, der mindestens 25 Meter in die Tiefe führte.
Nach etwa 10 Minuten langsamen Vorankommens hangelte ich mich an Wurzeln und kleinen Pflanzen einen letzten Hang hinauf und erreichte eine Straße. Ich beschloss, zum Wanderparkplatz zurückzukehren und mir eine andere Route zu suchen.
Wenn ich im Leben drohe abzurutschen
Manchmal geht es sehr schnell und ich befinde mich in einer bedrohlichen Lage, obwohl ich gar kein Risiko eingehen wollte. Dies kann nicht nur meinem Körper passieren, sondern auch meiner Seele.
Wie oft fordern mich Gedanken heraus oder verfalle ich in alte, nicht mehr gewollte Verhaltensmuster? Und wie oft entfesseln unvorhergesehene Situationen gefährliche Gefühle in mir?
Binnen Bruchteilen von Sekunden schießen mir dann Gedanken in den Kopf, die mich verunsichern oder Zweifel und Sorgen heraufbeschwören. Schon beginnt das Wanken und die Ausfahrt zur Katastrophe liegt auf einmal näher, als ich dachte.
In solchen Momenten kann es helfen, ein passendes Mittel gegen diese aufkommenden schädlichen Ged anken parat zu haben. Dazu bietet sich in meinen Augen das Auswendiglernen eines Bibelverses an. Psalm 42,12 ist für mich ein solcher Ermutigungsvers: „Warte nur zuversichtlich auf Gott! Denn ganz gewiss werde ich ihm noch dafür danken, dass er mir sein Angesicht wieder zuwendet und mir hilft.“
Eine Zusage, die mich trägt
Der Vers bietet mir zwar vielleicht keine Lösung für meine konkrete Bedrängnis, aber ich empfinde seine Worte als durchaus mutmachend. Vor allem, wenn man bedenkt, wer sie spricht. Der Autor König David ist einer der bekanntesten Namen der Bibel und hat von Verfolgung über Duelle um Leben und Tod bis hin zu eigener schwerer Schuld alles erlebt, was man so an Leid durchmachen kann.
Dennoch oder gerade deshalb spricht er Gott sein Vertrauen aus.
Egal wie aussichtslos die Situation scheinen mag, David ist sich der Hilfe Gottes sicher.
Daran darf auch ich mir ein Beispiel nehmen: In Momenten, in denen ich kurz davor stehe, innerlich zu zerbrechen; in Phasen, in denen ich keinen Boden mehr unter meinen Füßen spüre, und im Alltag morgens vor der Arbeit, wenn ich weiß, dass ein unangenehmes Gespräch ansteht. Gott ist bei mir und wird mich für und in diesen Phasen stärken.
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